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Militärische Allerseelenfeier in Klagenfurt-Annabichl

02.11.2015
LH Kaiser und LR Benger nahmen teil – Militärkommandant Gitschthaler dankte allen Helferinnen und Helfern in der Flüchtlingskrise - Festansprache hielt evangl. Superintendent Manfred Sauer
Beim Ehrenmal am Friedhof Klagenfurt-Annabichl fand heute, Montag, wieder die militärische Allerseelenfeier statt. Gedacht wurde aller Gefallenen und Opfer der beiden Weltkriege und des Kärntner Abwehrkampfes, der im Dienst und bei friedenserhaltenden Einsätzen gestorbenen Soldaten sowie Einsatzkräften, die im Dienst für die Allgemeinheit verunglückt sind. Seitens der Landesregierung waren Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Christian Benger anwesend.

Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler sagte, dass das Gedenken auch ein Anlass zum Nachdenken sein müsse. Europa stehe heute durch die Flüchtlingsströme vor der größten politischen, humanitären und kulturellen Herausforderung. Er danke allen Soldaten und Einsatzkräften für ihr großes Engagement, das höchsten Respekt und noch mehr Wertschätzung verdiene. Wichtig sei es, um der Herausforderung gerecht zu werden, auch die notwendigen personellen, finanziellen und materiellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Auch die Sorge der Bevölkerung müsse stärker berücksichtigt werden. Es brauche ein Optimum an Recht, Humanität und gerechter Lastenverteilung in Europa, bekräftigte der Militärkommandant unter Hinweis auf diese Worte des Bundespräsidenten. Alle müssten mithelfen, die Herausforderung im Sinn des Europagedankens zu bewältigen.

Auch der evangelische Superintendent Manfred Sauer wies auf die enorme Verantwortung im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise hin und meinte, dass man auch mögliche Chancen sehen müsse und auf Zukunftsvertrauen bauen sollte. Solche Krisen könnten durch den Klimawandel noch verstärkt werden. Sauer ging auf existenzielle Fragen ein und erwähnte dabei ein Kinderbuch von Wolf Erlbruch mit dem Titel „Die große Frage“. Es gehe darum, dass jeder einzelne sich seiner Aufgabe bewusst werde und ebenso darum Verantwortung zu übernehmen.

Die Gedenkmesse zelebrierten die Militärpfarrer Emmanuel Longin und Michael Matiasek, Polizeiseelsorger Christian Stromberger und der altkatholische Pfarrer Erich Ickelsheimer. Wie Matiasek sagte, solle man sich immer wieder auf die jüdisch-christlich-hellenistische Tradition besinnen und darauf, dass der Glauben über den Tod hinausreiche.

Im Rahmen der Allerseelenfeier, die neben dem Bundesheer auch von den Kärntner Blaulicht- und Einsatzorganisationen sowie Traditionsverbänden mitgestaltet wurde, erfolgten Kranzniederlegungen. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Militärmusik Kärnten. Die Landespolitik war u.a. auch durch die Landtagspräsidenten Reinhart Rohr, Rudolf Schober und Josef Lobnig vertreten, an der Spitze der vielen Vertreter aus der Verwaltung kam Landesamtsdirektor-Stellvertreter Markus Matschek zur Feier, von der Stadt Klagenfurt war Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz sowie mehrere Stadträte anwesend.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser/ Büro LR Benger
Redaktion: kb
Fotohinweis: Militärkommando Kärnten/Arno Pusca