News

LOKAL

Neuer Normstundensatz für Familienintensivbetreuung ausverhandelt

14.11.2015
LHStv.in Prettner: Wichtige Unterstützung für Familien in Krisensituationen abgesichert
Die lange unbeantwortete Frage nach neuen Normstundensätzen für die Familienintensivbetreuung in Kärnten konnte Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner in intensiven Verhandlungen nun einer zukunftsfähigen Lösung zuführen. Der neu verhandelte Normstundensatz soll bereits in der kommenden Regierungssitzung beschlossen werden und soll ab 1.12.2015 mit 54,80 Euro je Einheit (55 Minuten) bewertet werden. „Ich bin froh, dass wir in gemeinsamen Verhandlungen mit den ambulanten und mobilen Erziehungsberaterinnen und Erziehungsberatern der Familienintensivbetreuung eine Lösung erzielen konnten, die für beide Seiten tragbar ist und dieses im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe so wichtige Angebot auch für die Zukunft sicherstellt“, so Prettner.

Notwendig geworden war die Neuerung aufgrund einer Änderung im Jahr 2013. Bis zu diesem Zeitpunkt agierten die Betreuerinnen und Betreuer der 13 privaten Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, die vom Land Kärnten mit der Erbringung der Familienintensivbetreuung beauftragt wurden, als „Neue Selbstständige“. Dieses Beschäftigungsverhältnis wurde auf Basis einer gemeinsamen Prüfung lohnabhängiger Abgaben als nicht rechtens qualifiziert, was eine Einstufung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer zur Folge hatte. Für diese Form der Beschäftigung war der ursprüngliche Stundensatz von 45,63 Euro nicht mehr ausreichend, was die nun vereinbarte Neubewertung notwendig machte. Errechnet wurde der Stundensatz durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer.

Die im Kärntner Kinder- und Jugendhilfegesetz vorgesehenen Erziehungshilfen, die von der Kinder-und Jugendhilfe im Falle der Kindeswohlgefährdung zu gewähren sind, werden in Unterstützung der Erziehung oder in volle Erziehung unterschieden. Die Unterstützung der Erziehung umfasst Formen der ambulanten und mobilen Erziehungsberatung zu der die Familienintensivbetreuung zählt. Diese Maßnahme wird trotz Kindeswohlgefährdung bei gleichzeitiger Prognose, dass der Verbleib des Kindes im Familienverband die Gefährdung abwendet, gesetzt. Sie ist der gelindere Eingriff in das Familienleben weshalb die Installierung einer Familienintensivbetreuung vor einer Fremdunterbringung der Vorzug zu geben ist, sofern dadurch die Kindeswohlgefährdung abgewendet werden kann. Im Jahr 2014 wurden rund 1.580 Minderjährige mit der Maßnahme der Unterstützung der Erziehung in Form der Familienintensivbetreuung durch die Kinder-und Jugendhilfe unterstützt.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Stirn