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LH Kaiser zu Bildungsreform: „Gewinner sind Kinder und Schulen“

17.11.2015
Bildungsdirektion ersetzt Landesschulrat + Schulabteilung - Direktorenbestellung befristet - Schulen erhalten mehr Autonomie - Modellregion erster Schritt zur gemeinsamen Schule

Als großen Schritt in Richtung einer verbesserten Bildungszukunft bewertet Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser das Ergebnis der Bildungsreformkommission. „Gewinner sind die Kinder und die Schulen, die viele Möglichkeiten bekommen, autonome Entscheidungen für individuelle Angebote zu treffen, sowohl was Inhalte auch personelle Entscheidungen betrifft”, hob heute, Dienstag Kaiser, der selbst in der Kommission an der Reform mitgearbeitet hat, hervor. Entscheidend sei, dass sich dort, wo es darauf ankommt, nämlich im Klassenzimmer, vieles zum Vorteil der Kinder verbessern wird. „Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich dieses Reformpaket durchaus sehen lassen kann. Ein derartig umfassendes Maßnahmenpaket gab es in den letzten Jahrzehnten nicht. Diese Bildungsreform bedeutet mehr Chancengerechtigkeit, mehr Bildungsgerechtigkeit und mehr Bildungsfreiheit für alle”, betonte Kaiser.

Als zentrale und vor allem für Kinder, Eltern und Schulen bzw. Pädagoginnen und Pädagogen interessante Eckpunkte der Reform, die schrittweise mit den notwendigen Gesetzesbeschlüssen umgesetzt wird, nennt Kaiser u.a. die verstärkte Schulautonomie, die Schulen künftig nicht nur die Möglichkeit geben soll, das pädagogische Personal maßgeblich mitzubestimmen, sondern im Rahmen des Lehrplanes auch individuelle Schwerpunkte und spezielle Zusatzangebote zu setzen, und so die Attraktivität des eigenen Standortes entscheidend selbst zu beeinflussen.

Einen wichtigen Schritt in Richtung gemeinsamer Schule der Sechs bis 14-Jährigen stellt die Übereinkunft dar, entsprechende Modellregionen in den Bundesländern einrichten zu können. Diese Modellregionen werden begleitend evaluiert und bei entsprechendem Ergebnis in das Regelschulwesen übertragen. Auch die Schuleingangsphase soll neu und besser auf die Entwicklung der Kinder abgestimmt gestaltet werden. So soll ein intensiver Daten- und Informationsaustausch zwischen Kindergarten und Volksschule gewährleistet sein und Schülerinnen und Schüler bei Bedarf in den ersten beiden Schuljahren in Form von Teamteaching noch besser gefördert und unterstützt werden. Geplant ist auch die Einführung eines zweiten verpflichtenden Gratis-Kindergartenjahres. Die Kosten von rund 60 Millionen Euro soll der Bund übernehmen. Kindergartenpädagoginnen sollen künftig stufenweise wie alle anderen Pädagogen und Pädagoginnen eine Hochschulausbildung erhalten.

Geeinigt haben sich die Verhandlungspartner auch in der Frage der Behördenstruktur. Landesschulrat und Schulabteilung der Länder werden in Bildungsdirektionen zusammengelegt. Geleitet werden diese von einem Direktor, der von einer Kommission des Bildungsministeriums auf Vorschlag des Landeshauptmannes bestellt wird. Abgeschafft werden sowohl das Amt des Landesschulratspräsidenten und des Vizepräsidenten, ebenso die Kollegien. Damit werden rund 500 Funktionärinnen und Funktionäre österreichweit eingespart. Die Bestellung der Schuldirektoren erfolgt in Zukunft durch eine Kommission, bestehend aus jeweils einem Bundes- und einem Landesvertreter und zwei Dienstnehmervertretern. Die Funktionsdauer ist auf fünf Jahre limitiert. Bei Stimmengleichheit hat im Bereich der Landeslehrer der Landeshauptmann, bei Bundeslehrern das Bildungsministerium das letzte Wort. Durch die gemeinsame Verrechnung der Lehrerinnen und Lehrer über das Bundesrechenzentrum werden auch Transparenz und Vergleichbarkeit deutlich verbessert. „Natürlich kann man immer mehr erwarten, aber es war ein hart erkämpfter Kompromiss, der neue Türen aufmacht“, so Kaiser.

Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Germann/Zeitlinger