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POLITIK

Schutz und Rechte von Gewaltopfern untermauern

20.11.2015
LHStv.in Prettner: Aus- und Fortbildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gewaltschutz und Prävention sowie physische Gewalt als Straftatbestand waren Themen der Landesfrauenkonferenz

Zeitnahe zum Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November fand heute, Freitag, die jährliche Konferenz der LandesfrauenreferentInnen in Wien statt. Auf Einladung von Landesrätin Sandra Frauenberger nahmen neben Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Frkärntens Frauenreferentin LHStv.in Beate Prettner alle LandesreferentInnen der Bundesländer daran teil. Darunter auch der oberösterreichische LHStv. Thomas Stelzer als einziger männlicher Teilnehmer.

Prettner brachte in der heutigen Sitzung vier Anträge zur Abstimmung ein, zwei davon gemeinsam mit anderen Bundesländern. Alle vier trafen auf breite Zustimmung der LandesfrauenreferentInnen und wurden per Beschlussempfehlung an das jeweilige Bundesministerium weitergeleitet.

„Mir ist das Thema der Sensibilisierung und verpflichtende Fortbildung für Ärztinnen und Ärzte sehr wichtig“, betonte Prettner. „Diese Berufsgruppe ist oft die erste Anlaufstelle für Opfer von Gewalttaten. Sie können durch Erkennen der Anzeichen, durch die richtige Hilfe und eine fundierte Dokumentation wesentlich dazu beitragen, die betroffenen Frauen beim Ausstieg aus Gewaltbeziehungen zu unterstützen.“

Ein weiterer Punkt, welcher der Frauenreferentin ebenso wichtig erscheint, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im speziellen die Verbesserung der Rahmenbedingungen. „Hier geht es zum einen um die Ausweitung des Kündigungs- und Entlassungsschutzes nach Beendigung der Karenz bzw. nach Beendigung der Teilzeitbeschäftigung auf vier Monate. Zum anderen soll ein unbezahlter Papamonat explizit im Väter-Karenzgesetz verankert sein, bzw. soll das Gesetz dahingehend geändert werden, dass die Väter auch während des Beschäftigungsverbotes der Mutter einen Teil der Karenz in Anspruch nehmen dürfen.“

Gemeinsam mit dem Burgenland, Niederösterreich, Steiermark und Wien wurde der Antrag „Gewaltschutz und Prävention“ eingebracht. „Nach einer EU-weiten Studie wurde jede dritte Frau zwischen 18 und 74 Jahren zumindest einmal Opfer von physischer und/oder psychischer Gewalt“, berichtete Prettner. Auch in Österreich muss noch viel zum Schutz von Frauen vor Gewalt getan werden. „32 Prozent leiden unter psychischer Gewalt in der PartnerInnenschaft. Ab dem 15. Lebensjahr haben 35 Prozent eine Form der sexuellen Belästigung erlebt, 20 Prozent körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren bzw. 15 Prozent sind dem Stalking zum Opfer gefallen“, so Prettner.

Der Antrag zu verbesserten Rechtschutz und verpflichtende thematische Fortbildungen in der Justiz zu Gewalt gegen Frauen wurde gemeinsam mit Burgenland, Steiermark und Wien eingebracht. „Psychische Gewalt ist ein zielgerichtetes über einen längeren Zeitraum andauerndes seelisches Quälen. „Das kann dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit und das Leben der Opfer haben. Hierfür wird die Erarbeitung und Implementierung eines eigenen Straftatbestandes gefordert“, betonte Prettner.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Germann/Zeitlinger