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Kärntner Schlachtbetriebe: Evaluierung auf Herz und Nieren

04.12.2015
LR Benger lud zum Gipfel – Nachschärfung aller Qualitätsstandards – Dreifache Evaluierung angeordnet – Schlachtbetriebe setzen auf Qualitätssicherung in allen Bereichen
Erstmalig in Kärnten hat gestern, Donnerstag, ein Gipfel mit allen Verantwortlichen der Kärntner Schlachtbetriebe und mit Amtstierärzten im Büro von Agrarlandesrat Christian Benger stattgefunden. Auslöser waren die Vorkommnisse am Schlachthof in Klagenfurt. „Dieses ungewollte, menschliche Versagen am Schlachthof Klagenfurt muss ein Einzelfall bleiben. Daher haben wir uns mit den Vertretern aller Schlachtbetriebe in Kärnten und mit Amtstierärzten sowie dem Veterinärdirektor des Landes auf die Verschärfung des Qualitätsmanagements geeinigt“, erklärte Benger. Entsprechende Konsequenzen seien im Klagenfurter Schlachthof bereits gezogen worden.

Ein klares Qualitätsmanagement sei auch im Eigeninteresse der fünf Kärntner Schlachtbetriebe, die über 600 Mitarbeiter beschäftigen. Sämtliche Maßnahmen, zu welchen sich alle Anwesenden bekannt haben, müssen laut Benger unverzüglich in Umsetzung gelangen. „Das ist eine Evaluierung auf Herz und Nieren, ohne Ausnahmen“, stellte Benger klar. Es gibt drei Evaluierungsrunden. Die fünf Schlachtbetriebe werden in Eigenregie den gesamten Prozess-Ablauf durchleuchten. Parallel evaluieren die Amtstierärzte die Abläufe und es wird im neuen Jahr eine weitere Evaluierung durch das Schulungsinstitut für Tierschutz, das BSI-Schwarzenbek, geben. Außerdem wird Experte Peter Paulsen von der MedUni Wien zu diesem Evaluierungsprozess hinzugezogen. „Lückenlos lautet die Devise. Bei all diesen Evaluierungen werden die Abläufe vom Tiertransport über die Abladung bis hin zur Unterbringung und schlussendlich bis zur Schlachtung überprüft“, beschrieb es Benger.

Alle Teilnehmer am gestrigen Gipfel haben sich zusätzlich zu den drei Evaluierungen zu weiteren Maßnahmen bekannt. So werden verstärkt Schulungen für Mitarbeiter durchgeführt, um den Umgang mit Schlachttieren nachhaltig und dauerhaft zu verbessern. Auch bauliche und technische Maßnahmen werden getroffen, um die beste Situation für Tier und Mensch im gesamten Prozess vom Transport bis zur Schlachtung sicherzustellen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Schlachtbetrieben und Tierärzten wird intensiviert. „Kontrolle vor Ort und damit Prävention ist jedenfalls besser als Reaktion nach Vorfällen wie in Klagenfurt“, so Benger. Das Ziel sei, alle Schlachtbetriebe in Kärnten zu erhalten. „Aber: Das Bessere ist der Feind des Guten, wir schärfen nach“, hielt Benger fest.

Beim Gipfel waren anwesend: Landesveterinärdirektor Holger Remer, Gerhard Stürzenbecher (Leiter Schlachthof Klagenfurt), Karl Ilgenfritz (Firma Ilgenfritz, Villach), Vinzenz Brandstätter (Tauernfleisch), Werner Höfer (Tierschutzbeauftragter der Marcher Gruppe), Karl Feichtinger (Wech Geflügel) sowie Jörg Mai (Betriebsleiter Schlachthof Graz und Experte für Schlachttechnologie). Die anwesenden Tierärzte waren Helmut Krammer und sein Stellvertreter Ignaz Zitterer (Magistrat Klagenfurt), Otto Ebenwaldner und sein Stellvertreter Andreas Passernig (Magistrat Villach), Anton Glantschnig (Tauernfleisch), Walter Reiner (Wech), Philipp Kanduth (Wech Glanegg).


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Benger