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Land ermöglicht Altersteilzeit für Vertragsbedienstete

05.12.2015
LH Kaiser und ZPV-Obmann Nischelwitzer: Teilzeitmodell bietet mehr Flexibilität für Bedienstete und Land als Dienstgeber – Regelung gilt ab 1. Jänner 2016 – Nächste Schritte: Dienstrechts- und Besoldungsreform
Landeshauptmann und Personalreferent Peter Kaiser hatte kürzlich angekündigt, auch für Vertragsbedienstete des Landes die Möglichkeit der Altersteilzeit zu schaffen. Nun ist es soweit: Die Altersteilzeitrichtlinien für Vertragsbedienstete liegen vor. Sie treten am 1. Jänner 2016 in Kraft und gelten vorerst bis 31. Dezember 2016. Das geben heute, Samstag, Kaiser und ZPV-Obmann Gernot Nischelwitzer bekannt. Beamte des Landes sind von der Altersteilzeit ausgeschlossen, da für die Reduzierung ihrer Arbeitszeit keine Förderungsmöglichkeit aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung besteht. Maximales Einsparvolumen: 3,5 Millionen Euro.

„Ziel dieses Reformschrittes ist es, eine Reduktion der Arbeitszeit um 50 Prozent gegen Ende des Berufslebens anzubieten“, erklärt Kaiser. Und weiter: „Damit haben wir eine win-win-Situation, denn die Altersteilzeit bietet einerseits den Bediensteten neue Möglichkeiten durch Zeitgewinn und mehr Flexibilität und hat andererseits für das Land auch wirtschaftliche Gründe, weil damit Lohnkosten reduziert werden.“

Das Altersteilzeitmodell wird aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert. „So erhalten Vertragsbedienstete, die ihre Arbeitszeit reduzieren, bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen neben der Entlohnung für die reduzierte Arbeitszeit einen „Lohnausgleich“ vom Dienstgeber“, erklärt Nischelwitzer. Das bedeute, dass sie etwas mehr Geld bekommen, als dies ihrer reduzierten Arbeitszeit entspricht. Ein großer Vorteil für die Vertragsbediensteten bestehe auch darin, dass sie bei der Pensionsberechnung und bei der Abfertigung keine Nachteile haben. Beides werde so berechnet als würde eine Vollzeitbeschäftigung vorliegen.

Beispiel: Nimmt ein Bediensteter mit einem Beschäftigungsausmaß von 40 Stunden und einem Gehalt von durchschnittlich 1.500 Euro im letzten Jahr und einem im letzten Monat bezogenen Gehalt von 2.000 Euro die Altersteilzeit in Anspruch, so reduziert sich sein Beschäftigungsausmaß um 50 Prozent auf 20 Stunden, sein Monatsbezug nach Beginn der Altersteilzeit beträgt aufgrund einer Lohnausgleichszahlung aber immer noch 1.250 Euro.

Der mögliche Kreis der Anspruchsberechtigten umfasst circa 130 Personen, das maximale Einsparungspotential ca. 3,5 Mio. Euro. Machen davon 80 Prozent Gebrauch, beträgt das Einsparungspotential ca. 2,8 Mio. Euro, bei 50 Prozent sind es ca. 1,75 Mio. Euro, bei 20 Prozent ca. 700.000 Euro. Die Regelung gilt nur für vollbeschäftigte Vertragsbedienstete bei einer Reduktion des Beschäftigungsausmaßes von 100 auf 50 Prozent. Das Antrittsalter für Frauen beträgt 55 Jahre, für Männer 60 Jahre. Die Altersteilzeit muss jedenfalls den Zeitraum bis zum Pensionsantritt umfassen, sodass ein nahtloser Übergang in den Ruhestand gewährleistet ist. Getroffen werden ausschließlich Teilzeitvereinbarungen (kontinuierliche Arbeitszeitverkürzung) mit gleichmäßiger Arbeitszeitreduktion. Nicht abgeschlossen werden hingegen Blockzeitvereinbarungen.

Kaiser plant für 2016 noch weiter greifende Reformen im Landesdienst. Konkret soll die von ihm als Personalreferent in Auftrag gegebene Dienstrechts- und Besoldungsreform finalisiert werden. Diese wird von einer Arbeitsgruppe zwischen den drei Landtagsparteien der Koalition und der Personalvertretung unter der Moderation des Feldkirchner Bezirkshauptmanns Dietmar Stückler erarbeitet.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Schäfermeier/kb