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Regierungssitzung 4- Fischotter gefährdet Fischereiwirtschaft

15.12.2015
LR Benger: Beschluss in Regierungssitzung zur Reduktion des Fischotterbestandes - Projekt soll gezielte Entnahmen mit Schutzbestimmungen vereinbar machen

Die acht Fischereirevierverbände Kärntens, die Kärntner Landesfischereivereinigung, sowie der Landesfischereiverband Kärnten schlagen Alarm. „Grund ist der ständig steigende Fischotterbestand. Der Fischotter tötet die Fische nicht nur zur Nahrungsaufnahme, sondern auch aus einem Trieb heraus und richtet enorme Schäden an“, teilte Agrarlandesrat Christian Benger heute, Dienstag, nach der Regierungssitzung mit.

„Wir brauchen daher rechtliche Rahmenbedingungen zur Reduktion des Fischotterbestandes und zur Schadensabgeltung. Mit dem heutigen Beschluss in der Regierung starten wir ein Projekt dazu“, so Benger. Denn der Fischotter steht nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft unter strengem Schutz. Das heißt, der Fischotter darf weder bejagt, gefangen noch gestört werden. „Wir müssen also die Entnahmen und die Schutzbestimmungen unter einen Hut bringen“, erklärte Benger.

Ausnahmen seien möglich, wenn es keine andere Lösung gäbe und unter der Bedingung, dass die Population nicht nachhaltig geschädigt werde. „Weil wir bis dato keine gesicherten Daten in Kärnten für eine Ausnahmegenehmigung vorliegen haben, starten wir ein Projekt, das die wissenschaftlich fundierte Bejagung möglich macht“, so Benger.

Das Projektziel seit klar: Die Senkung des Fischotterbestands, sowie Prüfung ob und in welchem Ausmaß die Entnahmen zur Erholung der Fischbestände führt, sowie die Prüfung, ob durch die Entnahme einzelner Fischotter die gesamte Fischotterpopulation gefährdet ist.
Als Projektgebiet wurden die drei Bäche Görtschitz, Lölling und Mosinz ausgewählt, weil hier zudem die bodenständige Bachforelle beheimatet ist, die absolut schützenswert ist. Die Projektkosten belaufen sich auf 300.000 Euro und stammen aus EU-Mitteln aus der ländlichen Entwicklung. Die Ausschreibung erfolge nach dem Bundesvergabegesetz.

Immer wieder werden vielfach getötete Fische gefunden, die der Otter gar nicht frisst, sondern zum Teil nur ausweidet. Am Tag frisst ein Fischotter rund ein Kilogramm Fisch, derzeit werden bis zu drei Kilogramm pro Fischotter pro Tag verzeichnet, doch nicht gefressen, nur getötet. Der Fischwert beträgt zwischen zehn und 15 Euro pro Fisch. Gesamtwirtschaftlich rechnet man mit einem Verlust von 50 bis 80 Euro pro Kilogramm Fisch.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger