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Oberkärnten bekommt Kompetenzzentrum für Agrar- und Haushaltsmanagement

16.12.2015
LR Benger bei Projektpräsentation am Litzlhof: Standortsicherung und mehr Ausbildungs-Qualität bei gleichzeitiger Einsparung von Strukturkosten
Am Litzlhof in Lendorf entsteht ein Kompetenzzentrum für Agrar- und Haushaltsmanagement – und zwar durch die Zusammenführung der beiden Landwirtschaftlichen Fachschulen Drauhofen und Litzlhof, die rund 2,2 Kilometer voneinander entfernt liegen. In Drauhofen mit dem Ausbildungszweig Haushaltsmanagement besteht ein Investitionsbedarf von 9,2 Millionen Euro. Die bestehende Heizung in Drauhofen stammt beispielsweise aus dem Jahr 1965 und die letzte Investition ins Haus wurde vor 24 Jahren getätigt. „In der derzeitigen Situation des Landes ist diese Sanierung undenkbar. So ehrlich muss man sein. Daher haben wir eine andere Lösung gesucht und ein Win-win-Konzept für alle Betroffenen gefunden“, erklärte Agrarlandesrat Christian Benger am Montag im Zuge einer Projektpräsentation vor Schülern, Eltern und Lehrern am Litzlhof.

In Absprache mit den Direktoren und Lehrern der beiden Landwirtschaftlichen Fachschulen Litzlhof und Drauhofen entstehe künftig ein Kompetenzzentrum am Standort Litzlhof. „Unter dem Motto, Strukturen bereinigen, nachhaltig Kosten senken, Qualität steigern und Standort sichern, führen wir die beiden landwirtschaftlichen Fachschulen zusammen“, so Benger. Der Architektenwettbewerb für dieses neue Zentrum wurde kürzlich beendet, der Sieger wurde am Mittwoch, dem 9. Dezember, ermittelt und kommt aus Oberkärnten. Die einzige Vorgabe des Agrarlandesrates: Die Verwendung von Holz beim Anbau am Litzlhof.

Das Sieger-Modell von Egbert Laggner aus Sachsenburg sowie die weiteren Modelle aller teilnehmenden Architekten wurden am Montag präsentiert und zur Ansicht für Schüler, Eltern und den Lehrkörper ausgestellt. Die notwendigen Umbauarbeiten und der Ausbau des Internats am Litzlhof belaufen sich auf rund 5,5 Mio. Euro, errechnet wurde dies von der Landesimmobiliengesellschaft, die als Gebäudeeigentümer auch den Architektenwettbewerb durchgeführt hat. Damit wird der Standort Litzlhof um die Ausbildung von Drauhofen erweitert und das Schulzentrum in Oberkärnten abgesichert. Zudem entsteht die für das Land Kärnten so wichtige, nachhaltige Kostenreduktion von jährlich 640.000 Euro bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung für alle Beteiligten.

Die Politik hat sich mit den Lehrern und Direktoren im Frühjahr 2015 vor Ort entschieden, an Stelle der Sanierung von Drauhofen, die Schule und das Internat am Litzlhof entsprechend zu adaptieren und ein Kompetenzzentrum für Agrar- und Haushaltsmanagement zu schaffen. „Wir haben uns gemeinsam für diesen Weg entschieden: Lehrerinnen, Lehrer, Direktoren, Inspektoren, um den Schulstandort Oberkärnten abzusichern und sogar auszubauen“, so Benger. Mit dieser Konzentration sei die Ausbildungs-Qualität garantiert und würde bei mehr Leistung und mehr Nutzen auch eine beispielgebende und nachhaltige Kostenreduktion geschafft.

„Ich danke allen, die an diesem Prozess beteiligt waren und die das Positive in dieser Standortkonzentration gesehen haben. Ich danke allen, die uns mit unseren Plänen offen empfangen haben und ohne die die Umsetzung gar nicht möglich wäre. Sie alle haben sich für die Zukunft entschieden, sie haben sich für mehr Qualität entschieden“, sagte Benger bei der Präsentation vor Ort.

Das Siegerprojekt von Architekt Laggner: Beim städtebaulichen Lösungsansatz handelt es sich um die Fortschreibung einer Hoftypologie in subtiler Art und Weise. Die Situierung des Turn- und Veranstaltungssaales mit der zugeordneten Foyerzone verspricht eine hohe Attraktivität und kann in Verbindung mit dem geschaffenen Innenhof einer vielfältigen Nutzung unterzogen werden. Funktionell sind die Bereiche Internat, Schule und Lehrbetrieb klar gegliedert. Die einfachen geometrischen Raumlösungen ermöglichen eine wirtschaftliche Errichtung und den vorrangigen Einsatz von Holzkonstruktionen. Eine Umsetzung innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens und innerhalb der vorgegebenen Schwankungsbreite ist dadurch realisierbar. Der transparente Umgang um den Innenhof hat nicht nur hohen funktionellen Wert, sondern bietet auch ein räumliches Erlebnis. Die in der Detailüberprüfung des Raum- und Funktionsprogrammes festgestellten kleinen Funktionsdefizite sind nach Einschätzung der Jury allesamt leicht behebbar, wobei dies in der weiteren Projektplanung in enger Abstimmung mit dem Nutzer zu erfolgen hat. Das Projekt trifft in seiner Gesamtheit die Anforderung des Nutzers in hohem Maß und kann in seiner Kohärenz von Form und Funktion absolut überzeugen.

Zahlen und Fakten:
Drauhofen: dringender Sanierungsbedarf: 8,9 Mio. Euro; jährliche Kosten derzeit: 1,6 Mio. Euro plus 350.000 Euro vom Bund = knapp 2 Mio. EUR pro Jahr; Schwerpunkt Hauswirtschaft; 79 Schülerinnen und 13,5 Dienststellen
Litzlhof: Laufende jährliche Kosten: 3,2 Mio. Euro; 178 Schüler; Adaptierungen, Ausbau durch Zusammenführung: 5,6 Mio. Euro

Durch Zusammenlegung der beiden Standorte am Litzlhof:
Einsparung jährlicher Kosten in Drauhofen: 2 Mio. Euro; Mehrkosten pro Jahr Litzlhof (mehr Schüler, größeres Internat, Personal von Drauhofen): 1,34 Mio. Euro; Gesamtkosten Bildungszentrum Litzlhof pro Jahr: rund 4,5 Mio. Euro; Kostenreduktion ein Standort statt zwei Standorte: nachhaltig 640.000 Euro; Einnahmen einmalig: Veräußerungserlös von Drauhofen


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Benger