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Flüchtlinge: Klagenfurt bekommt Außenstelle des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl

22.12.2015
LH Kaiser bei offizieller Eröffnung in Dr. Hermanngasse
In Klagenfurt wurde heute, Dienstag, eine Außenstelle des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA) offiziell eröffnet. Im ehemaligen Finanzlandesdirektionsgebäude in der Dr. Hermanngasse werden zuerst 21 und später bis zu 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Asylverfahren bearbeiten. Klagenfurt ist eine von sieben zusätzlich eingerichteten Außenstellen in den Bundesländern. Um den enormen Anstieg der Asylanträge zu bewältigen, vergrößert sich das BFA aber nicht nur räumlich, sondern auch personell.

Landeshauptmann Peter Kaiser verhehlte nicht, dass es in diesem Fall schwierig sei, Grußworte zu sprechen. Man würde sich nämlich wünschen, dass solche Ämter nicht notwendig wären. Bewusst müsse aber auch sein, dass hinter jedem hier bearbeiteten Akt menschliche Schicksale stehen. Kaiser betonte, dass Österreich und die anderen positiv agierenden Staaten nicht alleine der Flüchtlingsproblematik Herr werden könnten. „Es kann nur ein Leitfaden gelten, nämlich jener der Menschlichkeit, des Hausverstandes und des Versuches, das wechselseitige Verständnis zwischen Bevölkerung und Asylsuchenden zu fördern. Wir haben da noch sehr viel Nachholbedarf“, meinte der Landeshauptmann. Er strich die großartige und sehr gut abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Behörden, Rettungs- und Einsatzorganisationen, Bundesheer und NGOs in Kärnten hervor. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der neuen BFA-Außenstelle wünschte er alles Gute für ihre „harte, herausfordernde, uns allen helfende Tätigkeit“.

Regionaldirektor Klaus Krainz – die Kärntner Regionaldirektion des BFA befindet sich in Villach – gab als Ziel effiziente, qualitativ hochwertige Asylverfahren vor. Die durchschnittliche Verfahrensdauer betrage momentan noch sechs Monate, dieser Wert werde aber angesichts der enormen Steigerung der Antragszahlen nicht zu halten sein. Durch die personelle Aufstockung hoffe man aber, die Verfahrensdauer dann wieder in Richtung sechs Monate zu bringen.

Konkret wurden im Jahr 2014 in Österreich über 28.000 Asylanträge verzeichnet. Bis Ende November 2015 waren es bereits rund 80.000, das sind dreimal so viele Anträge wie im Vergleichszeitraum 2014. Insgesamt wird für das Jahr 2015 mit 95.000 Asylanträgen gerechnet. Mit Stichtag 1.12.2015 beschäftigt das BFA österreichweit 885 Personen. Zu den aktuell 926 Planstellen oder eingerichteten Arbeitsplätzen sollen im nächsten Jahr noch 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neu dazukommen. Damit soll sich der Personalstand auf 1.426 erhöhen.

Zur Eröffnung der Außenstelle waren u.a. Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß, Caritas-Direktor Josef Marketz, Diakonie-Rektor Hubert Stotter, Mandana Poureh vom Integrationszentrum Kärnten, der steirische BFA-Regionaldirektor Gerald Ortner, Landesamtsdirektor Dieter Platzer, Flüchtlingsbeauftragte Barbara Payer, sowie die Bezirkshauptleute Heinz Pansi (Hermagor) und Johannes Leitner (Klagenfurt-Land) gekommen.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/fritzpress