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Kärnten rauchfrei - Tabakpräventionsstrategie gestartet

13.01.2016
LHStv.in Prettner: Unterstützung für ein rauchfreies Leben als wichtige Säule der Gesundheitsförderung
Die Vorbeugung und Kontrolle des Tabakkonsums gehören zu den wichtigsten Zielen der Gesundheitspolitik. Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und Bereichsdirektorin Helgard Kerschbaumer von der Kärntner Gebietskrankenkasse (KGKK) stellten deshalb heute, Mittwoch, eine umfassende Tabakpräventionsstrategie (TPS) vor, deren Schwerpunkte präventive Angebote für Kinder und Jugendliche, die Sensibilisierung von Erwachsenen und der Ausbau von Raucherentwöhnungsangeboten bilden. Vorerst bis Ende Mai 2017 werden angeboten: Motivationsvorträge und Rauchstopp-Kurse, ein interaktiver Parcours für Jugendliche und Elternkurzinterventionen sowie eine Informationsbroschüre für Eltern. Finanziert wird die TPS vom Kärntner Gesundheitsfonds, der wiederum vom Bund, den Bundesländern sowie vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger gespeist wird.

Die Bereitschaft mit dem Rauchen aufzuhören ist hoch, vor allem zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Das ist das Ergebnis einer brandneuen Studie des Institutes für empirische Sozialforschung (IFES), die von der Gesundheitsreferentin in Auftrag gegeben wurde. Demnach will rund ein Drittel der zwischen 30- und 44-Jährigen sowie 40 Prozent der zwischen 45- und 60-Jährigen ihr Laster in absehbarer Zeit aufgeben. Entsprechend hoch ist die Akzeptanz der Tabakpräventionsstrategie: Fast drei Viertel der befragten Raucher befürworten laut IFES die Ausweitung von Angeboten zur Raucherentwöhnung. Für die Studie wurden insgesamt 600 Personen ab 18 Jahren in vier ausgewählten Bezirken (Spittal an der Drau, Villach Stadt, Wolfsberg und Feldkirchen) telefonisch befragt.

Mit der Tabakpräventionsstrategie würden drei Kerngruppen angesprochen, führte Prettner aus. „Einerseits geht es darum, Jugendliche vom Einstieg ins Rauchen abzuhalten, jene die bereits regelmäßig zur Zigarette greifen beim Ausstieg zu unterstützen und zu guter Letzt auch um den Schutz der Nichtraucher vor Passivrauch“. Der Landesstelle Suchtprävention komme innerhalb der Tabakpräventionsstrategie vor allem die Aufgabe der vorbeugenden Bewusstseinsarbeit zu, wobei ein großer Schwerpunkt auf der Information von Jugendlichen liege. „Ohne den Zeigefinger zu erheben oder Raucher zu stigmatisieren wird mit Jugendlichen das Thema erarbeitet, um bereits in jungen Jahren Bewusstsein für die schädlichen Folgen des Rauchens zu schaffen. Aber auch die Erwachsenen mit Vorbildfunktion werden beispielsweise über Elternabende oder Schulungen für PädagogInnen dabei unterstützt, Jugendlichen die Vorteile eines rauchfreien Lebens näher zu bringen“, so Prettner.

Aufhörwillige RaucherInnen werden nicht alleine gelassen. Die Kärntner Gebietskrankenkasse bietet gemeinsam mit der Landesstelle Suchtprävention Kärnten wissenschaftlich fundierte Hilfe auf dem Weg in die Rauchfreiheit. Motivationsworkshops und Rauchstopp-Kurse in ganz Kärnten bilden das Kernstück der KGKK-Angebote. „Alle Kärntnerinnen und Kärntner, die in ein rauchfreies Leben starten wollen, werden wir auch tatsächlich mit maßgeschneiderten Programmen unterstützen.", so Bereichsdirektorin Kerschbaumer. Im Rahmen der Motivationsworkshops werden alle Interessierten über die Benefits eines rauchfreien Lebens informiert und dadurch zum Rauchstopp motiviert werden. Danach gibt’s kärntenweit „Rauchfrei in 6 Wochen“-Entwöhnungskurse. In Kleingruppen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von speziell ausgebildeten ÄrztInnen und PsychologInnen begleitet und auf ein rauchfreies Leben vorbereitet. Der Selbstbehalt für die Teilnahme an den Seminaren beträgt 30 Euro, der Rest wird aus den Mitteln des Kärntner Gesundheitsfonds übernommen.

Die KGKK und ihre ExpertInnen können auf eine langjährige Erfahrung in der Raucherentwöhnung zurückgreifen. Seit dem Jahr 2005 wurden über 70 „Rauchfrei in sechs Wochen"-Seminare und über 4.000 Einzelberatungen der Raucherentwöhnung durchgeführt und Kärntnerinnen und Kärntner auf dem Weg in die Rauchfreiheit begleitet.

Laut Statistik Austria (2014) rauchen in Kärnten 21,4 Prozent täglich und 6,8 Prozent gelegentlich, wobei das Durchschnittseinstiegsalter bei 19,2 Jahren liegt.

Weitere I N F O S auf: www.kaernten-rauchfrei.at oder www.kgkk.at/raucherentwoehnung.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner, KGKK
Redaktion: Schmied/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner