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HCB-Monitoring bei Blutuntersuchungen läuft –Kostenlose Lebensmittelbeprobung vom Land weiter möglich

19.01.2016
LHStv.in Prettner: Menschen im Görtschitztal gemeinsam Sicherheit und Unterstützung bieten
Im Zuge der laufend durchgeführten Blutuntersuchungen auf HCB-Gehalt bei BewohnerInnen des Görtschitztals ist auch das Monitoring bereits gut angelaufen, teilte Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Dienstag, mit. „Bei Bekanntwerden der HCB-Belastung wurde 131 Menschen aus dem Görtschitztal Blut abgenommen und auf HCB untersucht, in einer zweiten Untersuchungswelle im Sommer 2015 waren es weitere 38 Personen und derzeit läuft eine dritte Untersuchungsserie mit 93 teilnehmenden Personen“, so Prettner.

Sie erinnert daran, dass sich weitere an Blutuntersuchungen interessierte Personen jederzeit bei der Landessanitätsdirektion melden können. Um den Abbau von HCB im menschlichen Körper nachvollziehen und Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der empfohlenen Verhaltensmaßnahmen ziehen zu können, wurde von der Med-Uni Wien ein Konzept für ein Monitoring entworfen, das Professor Michael Kundi wie folgt erläutert. "Die in unserem Bericht zur Blutuntersuchung auf HCB von Personen aus dem Görtschitztal ausgesprochene Empfehlung, bei Personen mit erhöhten HCB-Blutwerten eine Nachuntersuchung nach einem halben bis einem Jahr durchzuführen, beruhte auf spärlichen Angaben aus der Fachliteratur zur Halbwertszeit von HCB. Diese Angaben beziehen sich jedoch auf Daten von Personen mit unvergleichbar höherer Belastung mit HCB, als sie im Görtschitztal aufgetreten ist. Deshalb haben wir umfangreiche eigene Berechnungen durchgeführt, die ein langsameres Abklingen zumindest bei Erwachsenen nahelegen, als ursprünglich angenommen", so Kundi.

Daraus resultiert, dass eine Nachuntersuchung von Erwachsenen erst nach einigen Jahren und von Kindern nach ungefähr eineinhalb Jahren sinnvoll ist. Trotzdem wurde entschieden, alle höher belasteten Personen, deren Werte über den österreichischen Vergleichswerten lagen und eine berechnete tägliche Aufnahme von HCB von mehr als 0,01 µg/kg Körpergewicht aufwiesen, bereits ein Jahr nach der Ausgangsmessung zu einer Nachuntersuchung einzuladen. „Durch die langsame Elimination von HCB aus dem menschlichen Körper ist zwar keine signifikante Abnahme der HCB-Blutkonzentration zu erwarten, ein Nicht-Anstieg des Ausgangwertes kann den Betroffenen aber Sicherheit geben, dass die Einhaltung der Ernährungsempfehlungen wirksam war“, erläutert Kundi.

Auf Basis der neuen Erkenntnisse und Empfehlungen der Med-Uni Wien werden als nächster logischer Schritt in der Begleitung der belasteten Bevölkerung also bereits jetzt jene Betroffenen persönlich zu einer neuerlichen Blutkontrolle eingeladen, bei denen ein höherer HCB-Wert festgestellt wurde und deren Untersuchung bereits ein Jahr zurückliegt. Entsprechende Informationen und Einladungsschreiben an die Betroffenen sind bereits in Vorbereitung.

„Zudem wurde von meiner Seite sichergestellt, dass die Menschen aus dem Görtschitztal auch zukünftig, wie bereits bisher, ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse bei der Lebensmitteluntersuchungsanstalt kostenlos auf HCB-Gehalt testen lassen können, um Sicherheit über selbst erzeugte Produkte zu erhalten. Schlachtkörper aus Betrieben für den Handel werden ohnedies weiterhin beprobt“, informiert Prettner.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/kb