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Vorsitzwechsel beim Verein Europahaus Klagenfurt

22.01.2016
LH Kaiser: Dank an scheidenden Präsidenten Nikolaus Lanner und Unterstützung für Veldens Altbürgermeister Valentin Petritsch als Nachfolger – Flüchtlingskrise braucht gemeinsame europäische Lösung
Beim Verein Europahaus Klagenfurt gibt es einen Vorsitzwechsel. Der bisherige Präsident Nikolaus Lanner beendet den Vorsitz, sein Nachfolger ist der frühere Veldener Bürgermeister Valentin Petritsch. Heute wurde die Generalversammlung mit Wahlen zum Präsidium, Vorstand und Kuratorium abgehalten. Lanner wurde zum Ehrenpräsidenten gekürt.

Dank für Lanner und Glückwünsche für den neuen Präsidenten Petritsch, der bisher Stellvertreter war, gab es von Landeshauptmann Peter Kaiser sowie den Landesräten Christian Benger, Rolf Holub und der Europaparlamentsabgeordneten Elisabeth Köstinger.

Der Landeshauptmann verwies auf viele für Europa entscheidende Ereignisse, derer im Vorjahr besonders gedacht wurde, wie Ende des 2. Weltkriegs, Staatsvertrag, EU-Beitritt und auch das 50-jährige Bestehen des Vereins "Europahaus Klagenfurt". Mit vielen Initiativen und Begegnungen vermittle das Europahaus Klagenfurt nun seit über 50 Jahren spezifisches EU-Wissen.

Im Hinblick auf die dominierende Flüchtlingskrise brauche es Solidarität in Europa, forderte Kaiser erneut. Europa habe viele Ideen und Ziele, aber an oberster Stelle müsse die Humanität stehen. Es brauche ein Geben und Nehmen. Notwendig sei das Verständnis dafür, dass es zur Lösung der Probleme ein europäisches Vorgehen brauche. Europa müsse seine Interessen schützen aber auch seine globale Rolle wahrnehmen und aktiv Kriegsursachen bekämpfen, denn Kriege und Gewalt seien die Auslöser der Flüchtlingsbewegungen.

Es werde an der EU und all ihren Akteuren liegen, zu zeigen, dass es gelingen kann, die anhaltenden Flüchtlingsbewegungen zu bewältigen, was wohl nur durch kooperatives und europaweites Handeln, wie etwa die Einrichtung von Hotspots an den EU-Außengrenzen inkl. dortiger Asyl-Antragstellung bewerkstelligt werden kann. „Europa steht nun auf dem Prüfstand und es liegt an uns allen, wie bereits in der Vergangenheit gezeigt, zu beweisen, dass wir mit schwierigen Situationen umzugehen verstehen“, so Kaiser.

Der Landeshauptmann dankte Lanner und überreichte ihm eine finanzielle Unterstützung der Landesregierung. Dem neuen Präsidenten Valentin Petritsch sagte Kaiser seine Unterstützung zu. Lanner dankte Kaiser, der selbst mehrere Jahre Vorstandsmitglied des Europahauses war, für sein stetes Entgegenkommen und sein europäisches Engagement. Auch Lanner bezeichnete die Flüchtlingskrise als größte Herausforderung, die nunmehr die EU gemeinsam zu bewältigen habe.

Landesrat Christian Benger gab sich zuversichtlich, dass Europa gestärkt in die Zukunft gehen werde, nur müsse an Europa geglaubt werden. Es sei so stark, wie dafür eingetreten werde. Solidarität und Zusammenhalt seien gefragt. Die Zuwanderung müsse in Summe reguliert werde. Er wies auf die wichtige Rolle der Europahäuser und ihre Vermittlungstätigkeit hin. Auch er dankte Lanner herzlich. Klagenfurt habe eines der aktivsten Europahäuser.

Landesrat Rolf Holub dankte Lanner mit launigen Worten und wünschte dem neuen Präsidenten Petritsch viel Erfolg. Europa brauche neue Spielregeln, sagte Holub. Er sei gegen Stacheldraht in Ungarn. Gesamteuropäische Lösungen hätten schon längst angedacht werden sollen. Angstmache sei jedenfalls keine Lösung, so Holub.

MEP Elisabeth Köstinger sprach von der klaren Aufgabe, diese Flüchtlingskrise gemeinsam zu überwinden. Es brauche mehr überzeugte Europäer statt nationaler Egoismen. Das Europahaus Klagenfurt bleibe weiter ein Haus der offenen Türen, sagte Köstinger. Alle waren sich über die große Bedeutung der Europahäuser einig, dazu beizutragen, um durch Bildung und Informationen die fühlbare EU-Skepsis zu verringern.

Vizepräsidenten des Vereins Europahaus Klagenfurt sind Landtagspräsident Rudolf Schober und LAbg. Barbara Lesjak. Weiters gehören dem Präsidium Marc Germeshausen, Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger, LAbg. a. D. Johann Gallo sowie die Schriftführerin Mathilde Sabitzer und Geschäftsführer Manfred Wallner an.

Nikolaus Lanner, Jg. 1932, ein gebürtiger Lesachtaler, war Direktor des Kärntner Bauernbundes, Vorsitzender der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, 27 Jahre lang Bürgermeister von Maria Wörth, Landtagsabgeordneter und Klubobmann und erhielt Ehrungen für seine Verdienste von Bund, Land, Kirche und vom Europa-Forum Neumarkt. Seit Juni 1998 hat er die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden des Europahauses Klagenfurt übernommen und wurde in dieser Funktion im März 2007 und erneut im Oktober 2011 von der Generalversammlung einstimmig zum Präsidenten gewählt.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Fotohinweis: LPD/fritzpress