Presseaussendungen

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Jubiläumsfeier: 60 Jahre Zentralverband slowenischer Organisationen

23.01.2016
Sloweniens Staatspräsident Borut Pahor, BM Josef Ostermayer und LH Kaiser gratulierten und dankten ZSO und Obmann Sturm
Der Zentralverband slowenischer Organisationen (ZSO) in Kärnten feierte heute, Samstag, sein 60. Gründungsjubiläum. Das Jubiläum stand unter dem Motto „Rückwärts verstehen, vorwärts leben – Razumeti nazaj, ziveti naprej“. Herzlich begrüßt wurden als Ehrengäste der slowenische Staatspräsident Borut Pahor, der Minister Sloweniens für Slowenen in den Nachbarländern und im Ausland, Gorazd Žmavc, Österreichs Kulturminister Josef Ostermayer und Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser. Sie gratulierten dem Zentralverband und insbesondere Obmann Marjan Sturm. Präsident Pachor überreichte Sturm eine hohe Auszeichnung der Republik Slowenien.

Landeshauptmann Kaiser begann seine Grußadresse in perfektem Slowenisch. Er bemerkte im Hinblick auf den ZSO, dass es sehr bewegte Zeiten waren, die die gesellschaftliche Entwicklung widerspiegelten. Doch es sei gelungen, über Parteigrenzen hinweg Gräben zu überwinden und aufeinander zuzugehen. Das Gemeinsame habe schließlich obsiegt, so Kaiser. Ausgehend von der topografischen Frage seien viele weitere Instrumente geschaffen worden, die eine positive Entwicklung ermöglichen und absichern, wie etwa das Dialogforum. Auch sei es gelungen, die slowenische Musikschule Glasbena sola in das Musikschulwesen einzugliedern und abzusichern, erwähnte Kaiser.

Weiters werde die slowenische Volksgruppe erstmals in die neue Kärntner Landesverfassung aufgenommen werden. Dies zeige die guten Beziehungen, die es auch zwischen Österreich und Slowenien gebe. Kaiser sieht es auch als Fortschritt an, dass abseits von Beschönigungen oder Verschweigen offener über Geschichte und Landesfeiern gesprochen werde. Für kritische Auseinandersetzungen müsse Platz sein. Er wünsche sich, dass die nunmehr erreichten positiven Beziehungen zwischen den Volksgruppen bleiben bzw. gefestigt werden, sodass damit keine Konflikte mehr entstehen können, so Kaiser.

Bundesminister Ostermayer erinnerte an seine „Kärnten-Mission“ im Zusammenhang mit der Lösung der Ortstafelfrage. Dabei habe er viele Ratschläge und gute Unterstützung bekommen, wie vor allem auch von Marjan Sturm und Peter Kaiser. Sturm sei ein wesentlicher Mitstreiter gewesen, der auch sehr hartnäckig sein konnte. Doch Sturm hatte die Vision, mit dem Gegner ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam weiterzukommen. Als dann schließlich die Konsenslösung 2011 erreicht wurde, wurde diese international viel beachtet und das Interesse auswärts war sehr groß. Der Kompromiss sei die größte Erfindung der Menschheit, zitierte Ostermayer den Soziologen Georg Simmel. Der Minister dankte dem ZSO und Sturm für den Beitrag, den sie für die Kärntner Slowenen geleistet haben und leisten.

Der ZSO in Kärnten wurde vor 60 Jahren am 25. März 1955 als überparteilicher Dachverband gegründet. Der Obmann des Zentralverbandes slowenischer Organisationen in Kärnten, Dr. Marjan Sturm, ist seit 1992 Vorsitzender des Beirates für die slowenische Volksgruppe im Bundeskanzleramt.

Die Überreichung des Kärntner Landeswappens an Obmann Sturm soll demnächst erfolgen, nachdem die Landesregierung dies bereits beschlossen hat. Damit werden die Verdienste und Leistungen des ZSO um die Kultur, um die Bildung, Volkstumspflege, im Besonderen für die gemischtsprachige Bevölkerung anerkannt und gewürdigt. Der Zentralverband slowenischer Organisationen in Kärnten/Zveza slovenskih organizacij na Koroškem darf dann das Kärntner Landeswappen im geschäftlichen Verkehr führen, wie insbesondere als Aufdruck auf Brief- oder Geschäftspapier, auf Druckschriften oder Verlautbarungen, auf Ehrenzeichen, Medaillen, Schildern usw.

Mitgliedsorganisationen des ZSO sind: Slowenischer Schulverein/Slovensko šolsko društvo; Slowenischer Kulturverband/Slovenska provetna zveza; Slowenischer Frauenverband/Zveza slovenskih žena; Slowenischer Partisanenverband/Zveza, koroških partizanov; Verband der vertriebenen Slowenen/zveza slovenskih izseljencev; Slowenischer Alpenverein/Slovensko planinsko društvo sowie Fraktionen von Parteien.

Der ZSO zog aus der Konfrontationszeit der 70er und teilweise 80er Jahre die Konsequenz, zur Lösung offener Minderheitenfragen einerseits durch die Befassung des Verfassungsgerichtshofes beizutragen und andererseits mit einer gezielten Politik des Dialoges auch mit Gegnern der slowenischen Minderheit, eine Änderung des politischen Klimas in Kärnten zu erzielen. Bei der Entwicklung der Konsensgruppe und folglich bei der Lösung der Ortstafelfrage spielte der ZSO eine durchaus bedeutende Rolle, wie Sturm ausführte. Sich immer wieder den besonderen Herausforderungen zu stellen, war und ist seit Jahrzehnten ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des ZSO.

Katja Gasser moderierte die Veranstaltung, für Musik sorgte das SaxQuartett. Über spezifische Minderheitenfragen diskutierten am Podium Brigitta Busch und Eva Hartmann. Unter den vielen Gästen waren auch der Botschafter Sloweniens in Österreich, Andrej Rahten, Generalkonsul Milan Predan, der österreichische Botschafter in Slowenien Clemens Koja, die Landtagspräsidenten Reinhart Rohr und Rudolf Schober, Landesamtsdirektor Dieter Platzer, Superintendent Manfred Sauer, Prälat Michael Kristof, Bundesrätin Ana Blatnik, LAbg. Zalka Kuchling, Bezirkshauptmann Gert Klösch, Diplomat Valentin Inzko, Bgm. Bernard Sadvonik und Militärkommandant Walter Gitschthaler.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Fotohinweis: LPD/fritzpress

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