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„Bildung: Reform oder Reförmchen“ – Kärntner Führungskräfte diskutierten

29.01.2016
LH Kaiser bezog vor Mitgliedern des Management Clubs Kärnten Stellung zu den geplanten Veränderungen im Bildungssystem
„Bildung: Reform oder Reförmchen?“ so das Thema beim Business Lunch des Management Clubs Kärnten heute, Freitag, im ARCOTEL Moser Verdino in Klagenfurt. Reichen die geplanten Maßnahmen aus, um den gewachsenen Herausforderungen in unserem Bildungssystem zu begegnen, und vor allem wie werden sie in der Praxis umgesetzt? Dazu nahm Landeshauptmann Peter Kaiser, als Mitglied der Arbeitsgruppe Bildungsreform, Stellung.

Gleich vorweg schickte Kaiser: „Ob aus dem Vorhaben eine Reform oder lediglich ein Reförmchen wird, liegt jetzt vorwiegend an der Umsetzung.“ Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Veränderungen seien erstmals gegeben, und die habe man vorwiegend dafür geschaffen, um viel von jenem Geld, das für die Bildung aufgewendet wird, in die Qualität des Unterrichts fließen lassen zu können. Das Reformpaket beinhalte sechs Schwerpunkte. „Die für mich zweifellos erfreulichste aller Erkenntnisse ist jene, dass man erstmals die Elementarpädagogik an den Beginn aller Überlegungen gestellt hat“, zeigte sich der Landeshauptmann vom Umdenken begeistert. Denn gerade im spielerischen Bereich könne sehr viel an Wissen und Fähigkeiten vermittelt werden. Die Förderung der Sprachkompetenz solle hierbei an oberster Stelle stehen. Ein zweites (verpflichtendes) Kindergartenjahr sei nur eine der Neuerungen, die in diesem Bereich Verbesserung bringen könnte. Von einer neuen Schuleingangsphase, über mehr Schulautonomie bis hin zu einer Neuverteilung der Kompetenzen und Zuständigkeiten in der Schulverwaltung gäbe es zalhlreiche neue Ansätze, die, richtig umgesetzt, das derzeitige System durchaus reformieren könnten.

Gerade in Zeiten in denen es immer wieder zu heftigen Diskussionen rund um Kleinstschulen kommt, sei laut Kaiser das Schulstandortekonzept ein wichtiges Thema. „Mir ist es wichtig den Lernraum Schule in einen Lebensraum Schule zu verwandeln“, so der Landeshauptmann. Der Bildungscampus sei hierbei die beste Möglichkeit, viel Qualität unter ein Dach zu bringen.

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass die Zuhörer der Reform zwar kritisch, aber doch sehr erwartungsvoll gegenüber stehen.

Der Management Club Kärnten umfasst rund 200 Mitglieder und versteht sich nicht nur als Sprachrohr der Führungskräfte, sondern auch als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik. Hier will man zukunftsorientierte Ideen für Österreich entwickeln. Das erklärte Ziel: Österreich nach vorne bringen, es als attraktiven Wirtschaftsstandort und als lebenswertes Land aktiv mitgestalten. Dafür werden ständig Konzepte und Reformvorschläge für alle zentralen Zukunftsfragen der Gesellschaft erarbeitet.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Susanne Stirn
Fotohinweis: LPD/fritzpress