News

LOKAL

Kärnten kämpft um Investitionsmöglichkeiten für die Zukunft

12.02.2016
LH Kaiser, LHStv.in Schaunig in Brüssel bei EFSI-Chef Molterer und Digital-Kommissar Oettinger: „Jede Möglichkeit nutzen, um Kärntens Zukunft positiv zu gestalten!“ – Verhandlungen für Investitionsdarlehen – Oettinger kommt zur Motivation nach Kärnten
Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser will jede Möglichkeit nutzen, um trotz der schwierigen Situation des Bundeslandes, alle sich bietenden Chancen zu ergreifen, Kärnten positiv weiter zu entwickeln. Das machte er gestern, Donnerstag, gemeinsam mit Finanzreferentin LHStv. Gaby Schaunig, bei ihrem Gespräch mit dem geschäftsführenden Direktor des EU-Investitionsfonds, Wilhelm Molterer, und anschließend beim EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, dem Deutschen Günther Oettinger, deutlich.

Molterer zeigte sich durchaus aufgeschlossen dafür, gemeinsam mit Kärnten alternative Finanzierungsmöglichkeiten über den EFSI und die Europäische Investitionsbank (EIB) zu entwickeln. “Eine konkrete Möglichkeit, die wir jetzt gemeinsam ausloten, könnte in einem Rahmendarlehen für Kärntner Infrastrukturinvestitionen liegen”, erklärten Kaiser und Schaunig nach dem Gespräch. Daraus könnten über mehrere Jahre beispielsweise Maßnahmen zur Energieeffizienz im (sozialen) Wohnbau, Investitionen in Gesundheits-, Bildungs- und Tourismusinfrastruktur finanziert werden. “Damit bekämen wir für Kärnten mehr Spielraum und hätten eine alternative Finanzierungsmöglichkeit, unabhängig davon, wie sich die aktuelle Haftungsfrage auf die Finanzierung Kärntens am freien Kapitalmarkt oder über die ÖBFA auswirkt”, erklärten Kaiser und Schaunig.

In tiefergehenden Gesprächen sollen nun die Finanzabteilung des Landes und der EFSI alle Notwendigkeiten und Bedingungen für eine erfolgreiche Kooperation prüfen. Die Möglichkeiten reichen von PPP-Modellen bis hin zur Finanzierungsabwicklung über eine Bank. Danach könnten konkrete Projekte gemeinsam mit dem EFSI und der EIB entwickelt werden. Molterer nannte den Juncker-Fonds als mögliches Garantieelement im Interesse Kärntens.

Unterstützung für Kärntens Bemühungen in den Bereichen Digitalisierung, Industrie 4.0, Reinraumtechnologie kommt vom EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, dem Deutschen Günther Oettinger. Er sagte einer Einladung Kaisers sofort zu und wird im Herbst in Kärnten an einer Motivationsveranstaltung für interessierte Experten und Unternehmen im Bereich der Digitalisierung teilnehmen. Weiters sagte Oettinger einer intensive Vernetzung zwischen Kärntner Fachexperten und seinem Kommissariat zu.

“Digitalisierung in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen, die Gesellschaft 4.0 ist die Chance für Kärnten. Hier gilt es jetzt die entsprechenden Weichen zu stellen, Netzwerke zu knüpfen und alle Unternehmensbereiche darauf vorzubereiten, damit Kärnten in dieser Nische erfolgreich ist”, so Kaiser und Schaunig nach dem Gespräch, in dem sie Kommissar Oettinger über die Bemühungen Kärntens informierten. So sollen entlang von Leitbetrieben wie Infineon Gewerbebetriebe weiterentwickelt und qualifiziert werden, damit sie hochspezialisierte Aufträge z.B. im Bereich der Reinraumherstellung annehmen können.

Oettinger betonte auch die Wichtigkeit, alle Weiterbildungsinstitutionen davon zu überzeugen, in ihr Angebot den Schwerpunkt Digitalisierung aufzunehmen. “In Zukunft wird es immer wichtiger sein, in allen Bereichen und Unternehmenszweigen überall und jederzeit digital erreichbar zu sein.”


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser/LHStv. Schaunig
Redaktion: Schäfermeier
Fotohinweis: Hans Westerling