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Janko Ferk präsentierte Buch über „Bauer Bernhard, Beamter Kafka. Dichter und ihre Zivilberufe“

16.02.2016
Publikation über Schriftsteller in ihrer Spannung von Beruf und Berufung – LH Kaiser: Ferk sorgt für vergnüglichen und bereichernden Lesegenuss
Janko Ferk präsentierte im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung am Montagabend sein neues Buch mit dem Titel „Bauer Bernhard, Beamter Kafka. Dichter und ihre Zivilberufe“. Initiiert wurde die Präsentation vom Förderverein Rudolfinum (Landesmuseum) unter Präsidentin Gunda Strohecker.

Landeshauptmann Peter Kaiser sagte in seiner Begrüßung, dass er in seiner Amtszeit binnen fünf Jahren bereits die vierte Buchpräsentation des Autors und Freundes Janko Ferk eröffnen könne. Ferk sei einer der fleißigsten Literaten Kärntens. Eindrucksvoll werde mit dem neuen Buch seine bisherige Publikationsreihe fortgesetzt, wobei diesmal penibel recherchiert Größen der österreichischen Literatur beschrieben werden. Kaiser ging auf einzelne Literaten wie Grillparzer, Wildgans, Schnitzler oder Albert Drach näher ein und zeigte sich beeindruckt von deren beruflich-literarischem Schaffen bzw. der durch Jank Ferk erfolgten Aufarbeitung. Das Zusammenwirken von Brotberuf und Literatur zeige die große Vielfalt auf. Kaiser wünschte, dass das Buch für viele vergnügliche und bereichernde Leseerlebnisse sorgen möge.

Präsidentin Strohecker dankte dem Landeshauptmann dafür, das Buch im Spiegelsaal präsentieren zu können und erwähnte ebenfalls die reichen Erfahrungen, die die Literaten für ihre Werke aus ihren Brotberufen schöpfen und vermitteln würden. Verlegerin Gerda Schaffelhofer (Styria Verlag) wies auch auf das Spannungsfeld zwischen Beruf und Berufung hin und betonte, dass es Ferk gelungen sei, dies spannend darzustellen. Übrigens habe Ferk schon wieder weitere Buchprojekte geplant.

Janko Ferk dankte dem Landeshauptmann für seine gelungene Kurzrezension und der Verlegerin. Ein bisschen Angst vorm weißen Papier habe er schon, aber sobald die ersten Zeilen geschrieben seien, würde diese verschwinden. Nur die allerwenigsten Schriftsteller könnten vom Schreiben leben. Als Kafka-Spezialist ging Ferk näher auf seinen Lieblingsschriftsteller ein. Kafka sei ein Jurist mit sehr sozialer Einstellung gewesen, so Ferk.

An der Präsentation nahmen auch der slowenische Generalkonsul Milan Predan, Ulrich Habsburg-Lothringen (über ihn schrieb Janko Ferk ein Buch), Dompropst Olaf Colerus-Geldern und Altbürgermeister Leopold Guggenberger teil.

Nicht jeder Dichter konnte immer als freier Schriftsteller leben. Vom Dichterjuristen, der sein Studium abschloss, so zum Beispiel Franz Kafka, bis zum Autor-Arzt, beispielsweise Arthur Schnitzler, gibt es einige Autoren, die auch in einem „zivilen” Beruf reüssierten. Viele Schreibende haben eine Lehre oder ein Studium begonnen. Nach Etablierung im Beruf erlangte das Verfassen von Romanen oder Gedichten wieder verstärkte Bedeutung. Schreiben stand dabei entweder neben der beruflichen Tätigkeit oder trat ganz an deren Stelle.

Janko Ferk zeigt anhand wichtiger österreichischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller, dass sich zwei Karrieren erfolgreich verbinden lassen. Der Autor weiß, worüber er schreibt: Er ist selbst Jurist, Lehrender und Schriftsteller. Janko Ferk, (Prof. Dr.), geboren 1958 in St. Kanzian/Kärnten, studierte an der Universität Wien Rechtswissenschaften, Deutsche Philologie und Geschichte. Bisher hat er mehr als 30 Bücher veröffentlicht, wofür er zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhielt. Zuletzt erschienen „Die Parenzana“ der Sarajevo-Roman „Der Kaiser schickt Soldaten aus“ und die Gedichtsammlung „Brot und Liebe“. Im neuen Buch geht es um Hofrat Franz Grillparzer, Journalistin Berta Zuckerkandl, Arzt Arthur Schnitzler, Richter Anton Wildgans, Beamter Franz Kafka, Rechtsanwalt Albert Drach, Lehrerin Friederike Mayröcker, Bauer Thomas Bernhard und die Übersetzerin Barbara Frischmuth.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Foto: LPD/Just