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2016 Bienen-Jahr der Blühflächen

16.02.2016
LR Benger: In Bienenwirtschaft Vorjahrsverluste ausgeglichen, zufriedenstellende Honigernte 2015 - Varroa- und Faulbrut deutlich zurückgegangen, 283 neue Bienenzüchter
„Wir können auf ein erfreuliches Bienen-Jahr 2015 zurückblicken, obwohl der Start äußerst bedenklich war, da der Extrem-Winter zwischen 30 und 50 Prozent der Bienenvölker vernichtet hat“, erinnert heute, Dienstag, Agrarreferent LR Christian Benger. In manchen Regionen gab es Ausfälle von bis zu 70 Prozent.

Aber die gezielten Maßnahmen, das 7-Punkte-Programm zur Rettung der Bienen in Kärnten, habe Früchte getragen. Heuer erwarte man nach dem Winter keinesfalls Ausfälle wie im Vorjahr. Durchschnittlich sterben in einem Winter rund 10 Prozent der Bienenvölker. „Die Sofortmaßnahmen im Vorjahr unter Einbindung aller Beteiligten und Betroffenen haben gewirkt. Die Kärntner Bienen starten gestärkt ins neue Jahr“, so Benger. Denn die aktuelle Situation zeige, dass die Vorjahresverluste durch die Nachzucht von über 1.500 Carnica-Königinnen sowie durch intensive Schulungen von 1.400 Imkern und 134 Fortbildungsveranstaltungen ausgeglichen worden sei. Somit sei auch die Honigernte entgegen allen Erwartungen zufriedenstellend ausgefallen. 520.000 Kilogramm Honig seien geerntet worden. „Das belegt auch die Wichtigkeit der Bienenwirtschaft für die regionale Lebensmittelversorgung. Bei der Honigernte selbst decken die Erlöse gerade den Sachaufwand“, erklärt Benger.

Durch die Schulungen im Vorjahr und durch das neue Varroa-Behandlungskonzept seien die Bienenvölker auch gesundet und die Fälle von bösartiger Faulbrut würden merklich zurückgehen. Erfreulich sei das Interesse an der Bienenwirtschaft. „Das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Biene im natürlichen Kreislauf steigt ständig. Der Bedarf nach regionalen Lebensmitteln auch. Diese Kombination sorgt für mehr Bienenzüchter in Kärnten“, weist Benger hin. Seit dem Vorjahr gebe es 283 Neueinsteiger in der Bienenzucht. Eigene Wander-Lehrer würden Interessierte ausbilden, auch die Kurse heuer seien laut Benger bereits gut gebucht und würden Mitte Februar starten.

Das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Biene zu steigern, sei das Ziel 2016. „Wir rufen 2016 als Jahr der Blühflächen aus. Im Vorjahr haben wir diese Aktion gemeinsam mit Bienenwirtschaft, Landwirtschaftskammer, Gärtnern, Jägerschaft und der Kärntner Saatbau gestartet, um das Nahrungsangebot für Bienen möglichst flächendeckend und vor allem über alle Erntezeiten hinaus, sicher zu stellen“, betont Benger. Auf öffentlichen Flächen und in Gärten sowie auf landwirtschaftlichen Nutzflächen sei eine spezielle Blühmischung für Bienenweiden aufgebracht worden. Insgesamt habe man 45 Millionen Quadratmeter Blühflächen anlegen können. „Ein Spitzenwert, aber es geht noch mehr“, fordert Benger. Besonders Gemeinden seien gefordert, Bienenweiden auf ihren öffentlichen Flächen anzulegen. Vor allem ab Juni, wenn die Kulturlandschaft großflächig abgeerntet sei, entstehe bei den Bienen Futtermangel. Die Blühflächen-Aktion soll dem entgegen wirken und das Bewusstsein für die heimische Biene und die regionalen Lebensmittel wie Honig stärken.

Der Wert weiterer Bienenprodukte, wie Wachs, Pollen, Propolis wird in Kärnten auf rund 500.000 Euro geschätzt.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Sternig