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Inklusiver Startschuss für Modellregion Velden

05.03.2016
Inklusion soll in Velden künftig auf allen Ebenen gelebt werden – LH Kaiser begrüßt die Vorreiterrolle der Marktgemeinde
Inklusion, nicht nur im Bereich der Bildung sondern auf allen Ebenen, steht in Velden an erster Stelle. Dort soll nämlich eine inklusive Modellregion aufgebaut werden. Der Startschuss dazu fiel gestern, Freitag, in Anwesenheit von Landeshauptmann Peter Kaiser im Casineum. Bürgermeister Ferdinand Vouk durfte sich über zahlreiche Interessierte freuen, und begrüßte VertreterInnen aus dem Bildungsbereich, MitarbeiterInnen der Nahtstellen und NGO´s ebenso wie zahlreiche Mitglieder von Vereinen. Sie alle sollten nicht nur informieren, sondern gleichzeitig zum aktiven Mitgestalten animieren. Werner Uran, Obmann des Vereines SAW, übernahm die Schirmherrschaft über das Projekt. Und während Ernst Kocnik von „selbstbestimmt leben“ Kärnten im Rahmen der Kick-Off-Veranstaltung über die Wege zur Inklusion referierte, fasste der Chor der Musikschule Velden musikalisch zusammen, worum es eigentlich gehen sollte: „Lasst und miteinander singen, tanzen, spielen“.

Vom Bürgermeister als Freund Veldens begrüßt, sagte Kaiser in seiner Begrüßungsrede lobend: „Es ist schwer, kein Freund Veldens zu sein. Vor allem deshalb, weil die Marktgemeinde immer bereit ist, eine Vorreiterrolle einzunehmen.“ So auch diesmal, wenn es darum geht, mit viel Feingefühl und Verständnis gemeinsam mit Völkermarkt zur inklusiven Modellregion zu werden. Das Ziel von Inklusion müsse es sein, das Miteinander in den Mittelpunkt zu stellen. Es handle sich dabei um einen Prozess – einen Prozess in dem man wohl nie das Gefühl haben werde, alles erreicht zu haben. „Es werden sich uns täglich neue Herausforderungen stellen – wir werden aber sicher auch mit vielen positiven Erfahrungen belohnt werden“, war sich Kaiser sicher. Die Inklusion werde gerade im Schulalltag für mehr Vielfalt sorgen, aber natürlich auch an alle Beteiligten viele Anforderungen stellen. Dafür würde die geistige Intelligenz der Schüler aber auch durch soziale Kompetenz ergänzt werden. Der Landeshauptmann wünschte allen Beteiligten viel Kraft für die Umsetzung des Vorhabens und sagte mit Zuversicht: „Möge das gelingen, was wir alle uns heute gemeinsam vornehmen.“ Mit Völkermarkt und Velden habe man zwei Modellregionen gewählt, die von Bürgermeistern geleitet werden, die Verfechter der Inklusion seit der ersten Stunde sind, was zusätzlich erfolgsversprechend sei.

Erst beim Erarbeiten des Themas habe der Bürgermeister gespürt, welch großen Rucksack Velden mit dem Projekt „Vielfalt für Velden – Mehrwert inklusive“ übernommen habe. Schließlich sei weit mehr gefordert, als Barrierefreiheit baulich zu schaffen. „Es geht darum, die Barrieren in der Gesellschaft abzubauen“, ist sich Vouk der Verantwortung bewusst. Mit der Begegnungszone „Shared Space“, der Möglichkeit von betreutem Wohnen und dem Engagement in der Flüchtlingsfrage habe Velden bereits einige Inklusionsgedanken umgesetzt. „Wir haben aber noch viel zu tun“, betonte der Bürgermeister. Damit wolle er auch gleich beginnen – nach dem offiziellen Startschuss im Casineum werde sofort eine Steuerungsgruppe eingesetzt die Ideen prüfen und Vorhaben zur Umsetzung bringen soll. „Ich danke dem Land Kärnten für das große Vertrauen, das in uns gesetzt wird“, sagte Vouk und betonte: „Es geht hier um die Menschen und deren Lebensqualität.“ Dafür lohne es sich, die Herausforderungen anzunehmen.

Bund, Länder und Gemeinden haben sich verpflichtet, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und damit Menschen mit Behinderung in die Lage zu versetzen, ihre vollen Rechte wahrzunehmen, um uneingeschränkt an der Gesellschaft teilzuhaben. Im Auftrag der Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner wird bis Ende 2016 ein Landesetappenplan und ein Maßnahmenkatalog erstellt. In neun Arbeitsgruppen werden unter dem Motto „Nicht über uns – ohne uns“ von ExpertInnen verschiedenster Fachbereich unzählige Maßnahmen erarbeitet. Eine davon ist der Aufbau inklusiver Modellregionen in Völkermarkt und Velden. „Projekte wie dieses füllen unseren Landesetappenplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention mit Leben und schaffen gleichberechtigte Teilhabe am Leben für alle Bürgerinnen und Bürger“, wünschte auch Prettner dem Projektteam gutes Gelingen.


Rückfragehinweis: Büro LH Peter Kaiser
Redaktion: Susanne Stirn
Fotohinweis: LPD/Just