News

LOKAL

Kärnten soll Musterbundesland im Kampf gegen Diabetes werden

17.03.2016
LHStv.in Prettner: Mit Vorsorgeprojekt „Gute Idee“ länger leben
"Diabetes ist die Volkskrankheit Nummer eins. Grund genug, in Kärnten ein umfassendes Vorsorgenetzwerk mit Alleinstellungsmerkmal zu etablieren“, betonte Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Donnerstag, anlässlich einer Pressekonferenz. Präsentiert wurden gemeinsam mit der Kärntner Gebietskrankenkasse (KGKK)und der Kärntner Ärztekammer neue Wege der Prävention, die sich speziell an Diabetes-Patienten richten.

„In Kärnten sind über 29.000 Menschen von der Diagnose Diabetes-Typ-2 betroffen, immer häufiger auch jüngere Menschen“, warnte die Gesundheitsreferentin. Die Dunkelziffer ist noch höher, denn es kann Jahre dauern, bis Betroffene erste Symptome erkennen. „Durch eine positive Änderung der Lebensgewohnheiten kann man das Risiko, an Diabetes Typ-2 zu erkranken, reduzieren und somit schwerwiegende Folgeerkrankungen eindämmen. Daher soll die Bevölkerung durch fachkundige Informationen für dieses wichtige Thema sensibilisiert werden“, so Prettner über die neuen Vorsorgeprogramme.

Um Diabetes zu vermeiden, stellt der Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) für Realisierung der Angebote Mittel für die Gesundheitsförderung zur Verfügung. Geboten werden viele Möglichkeiten zur gezielten Umstellung des Lebensstils im Ernährungs- und Bewegungsverhalten in ganz Kärnten, zum Beispiel Ernährungsvorträge, interaktive Kochshows sowie individuelle Einzelberatungen zum Bewegungsbedarf und praktische Tipps für gesunde Bewegung. Schnuppereinheiten in Sportkursen runden das Angebot ab. „Mit den Maßnahmen wollen wir Angebote schaffen und Lust auf einen gesünderen Lebensstil machen sowie das Wohlbefinden positiv beeinflussen“, erklärte KGKK-Obmann Georg Steiner. Mehr als 9.000 Personen sollen damit erreicht werden. „Auch das Bewusstsein der Bevölkerung für verhaltensbedingte Risiken in Bezug auf Diabetes soll geschärft und es sollen gesundheitsfördernde Strukturen und Rahmenbedingungen mit niederschwelligem Zugang angeboten werden“, so Steiner.

Eingebettet ist dieses Projekt in eine ganzheitliche Diabetes-Strategie, die von der KGKK mit Unterstützung der bundesweiten Sozialversicherungsträger, der Ärztekammer für Kärnten und dem Kärntner Gesundheitsfonds unter dem Motto „Länger leben bei guter Gesundheit“ entwickelt wurde. Diese fußt auf den beiden Säulen „Behandlung & Schulung“ sowie „Vorsorge“. Kernstück ist ein individuelles Behandlungskonzept, Patienten werden kontinuierlich betreut, um Begleit- und Folgeerkrankungen zu vermeiden beziehungsweise zu verzögern. „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ ist das erste und einzige strukturierte Betreuungsprogramm für Patienten mit Diabetes mellitus Typ-2 in Österreich“, informierte KGKK-Direktor Johann Lintner. Ärzte und Patienten vereinbaren Therapieziele, die je nach Krankheitsstadium und Notwendigkeit erhoben und bewertet werden.

„Über die strukturierten Behandlungspfade und Vorgaben von Untersuchungen wird die Arzt-Patient-Beziehung gestärkt. Gerade in der Behandlung von chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ-2 ist dies essenziell“, betonte Josef Huber, Präsident der Ärztekammer für Kärnten einen wesentlichen Vorteil für Ärzte und Patienten. Zusätzlich zu „Therapie Aktiv“ gibt es weiterhin die vom Land Kärnten und der KGKK finanzierten gut etablierten kostenfreien Diabetes-Schulungen, die die Betroffenen und deren Umfeld im Umgang mit der Erkrankung stärken.

I N F O: Alle Informationen zur Diabetes-Strategie und registrierte „Therapie Aktiv“-Ärzte finden sich unter www.kgkk.at/therapieaktiv. Alle Termine zu den Vorsorgeangeboten sind über www.kgkk.at/guteidee abrufbar.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner