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Notfallübung zeigt: Kärntner Krisenteam ist sehr gut aufgestellt

17.03.2016
LH Kaiser dankt allen Beteiligten – INEX 5 lief in Österreich Slowenien, Kroatien, Italien und Ungarn – Übungsannahme war Unfall in grenznahem Kernkraftwerk
Österreich verfolgt seit über 40 Jahren eine Politik gegen die Nutzung von Kernenergie und engagiert sich konsequent für eine Verbesserung der nuklearen Sicherheit. Auch wenn es gelingt, das Risiko eines Unfalles in einem Kernkraftwerk (KKW) zu verringern, müssen die österreichischen Behörden auf den Ernstfall vorbereitet sein. Gestern, Mittwoch, fand die internationale, behördeninterne Notfallübung INEX 5 statt, an der insgesamt fünf Staaten beteiligt waren. Dabei konnte auch das Land Kärnten zeigen, dass es bei einem Unfall in einem grenznahen Kernkraftwerk sehr gut aufgestellt wäre.

„Wir hoffen alle, dass es nie zu einem Ernstfall kommt, aber es ist sehr wichtig, trotzdem darauf vorbereitet zu sein und auch die entsprechende Bewusstseinsbildung und Information der Bevölkerung zu betreiben“, betonte heute, Donnerstag, Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser. Er dankte allen an der Übung Beteiligten: „Kärnten hat eine sehr starke Kette der Sicherheit. Darauf können wir wirklich stolz sein.“

Bei INEX 5 hat sich der Kärntner Landeskrisenstab in der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) in Klagenfurt gebildet. Er setzte sich aus Landesexperten unterstützt von Vertretern der Polizei und des Landesfeuerwehrverbandes zusammen. – Im Ernstfall wären hier alle Rettungsorganisationen und weitere Stellen mit einbezogen. – Dieser Stab leitete auf Grund der sogenannten Lagedarstellung des Bundes und der eigenen Lage im Bundesland alle notwendigen – fiktiven – Maßnahmen zum Schutz der Kärntner Bevölkerung ein.

Für Katastrophenschutzbeauftragten Markus Hudobnik und Strahlenschutzbeauftragten Rudolf Weissitsch zeigte sich bei der Übung, dass die internationalen und nationalen Meldewege gesichert sind sowie Informationen über entsprechende Ereignisse frühzeitig einlangen. Hudobnik wies zudem darauf hin, dass die Mitglieder des Landeskrisenstabes – sie sind Teil des Katastrophenschutzbereitschaftsdienstes des Landes Kärnten – immer rasch einberufen werden können.

Im Ernstfall stünde der Kärntner Krisenstab im permanenten Kontakt mit der obersten Strahlenschutzbehörde des Bundes. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) hat die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sowie dem Gesundheitsministerium österreichweit ein Lagebild zu erheben und den Bundesländern Empfehlungen für Interventionsmaßnahmen mitzuteilen. Auf deren Basis würden dann Schutz- und Sicherungsmaßnahmen der Bevölkerung umgesetzt.

Die enge Zusammenarbeit mit allen beteiligten Bundes- und Länderbehörden in Österreich sowie im Fall grenzüberschreitender Ereignisse mit den Nachbarstaaten spielt in einem effektiven Notfallmanagement eine wichtige Rolle. Österreich hat mit allen Nachbarstaaten, die Kernkraftwerke betreiben, bilaterale Abkommen abgeschlossen, die vor allem die frühzeitige Information über Strahlenereignisse regeln. Bei INEX 5 waren neben Österreich Slowenien als fiktives Unfallland, Kroatien, Italien und Ungarn beteiligt.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm