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Klagenfurter Drogenambulanz wird auf neue Beine gestellt

18.03.2016
LHStv.in Prettner: Behandlungskapazität und Präventionsarbeit werden ausgeweitet und intensiviert
Das steigende Drogenangebot aus dem benachbarten Ausland und vor allem auch durch das Internet stellt die Exekutive vor zunehmende Herausforderungen. „Dass die Fallzahlen von Drogenkranken in den letzten Jahren sprungartig angestiegen sind, spüren wir nicht zuletzt auch in der Klagenfurter Drogenambulanz, deren Behandlungskapazitäten dem tatsächlichen Bedarf nicht mehr nachkommen können. Aus diesem Grund hat es sich das Land zur Aufgabe gemacht, das selbstständige Ambulatorium für Drogenkranke auf neue Beine zu stellen“, erklärte heute, Freitag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner. Sie bringt in der Regierungssitzung am Dienstag einen diesbezüglichen Akt ein, um den offiziellen Start der Drogenambulanz Neu vom Regierungskollegium beschließen zu lassen.

„Nach intensiven Vorverhandlungen soll die Klagenfurter Drogenambulanz mit der AVS nicht nur einen neuen Rechtsträger bekommen, sondern den gestiegenen Anforderungen entsprechend auch von 400 auf rund 800 Behandlungsplätze aufgestockt werden. Zudem sollen neue Räumlichkeiten mehr Platz für die aufgestockten Behandlungskapazitäten bieten“, so Prettner. Mit der AVS als neuem Rechtsträger konnte ein verlässlicher Partner mit großem Know-how auf dem Gebiet der Suchthilfe gefunden werden, seit mittlerweile zehn Jahren werden von ihr bereits die Drogenambulatorien ROOTS in Villach, Völkermarkt und Spittal betrieben. „Durch die vorhandenen Erfahrungen und auch das bereits zur Verfügung stehende Personal bei der AVS können wir auch Synergien erzeugen. Die Stadt Klagenfurt hat als bisheriger Rechtsträger zudem zugesichert für das erste Jahr der Drogenambulanz Neu Personalressourcen zur Verfügung zu stellen“, so Prettner. Für die Stadt Klagenfurt stellt Vizebürgermeister Gesundheitsreferent Jürgen Pfeiler klar, dass die Drogenberatungsstelle VIVA selbstverständlich erhalten bleibt. „In dieser wichtigen Frage müssen wir alle an einem Strang ziehen, um ein enges Vorsorge- und Behandlungsnetzwerk zu knüpfen“, betonte er.

Ziel der Neuausrichtung sei der Erhalt der Behandlungskontinuität für bereits in Behandlung befindliche Patienten und die Anpassung der Kapazitäten an den gestiegenen Bedarf. „Durch die durchdachte Planung und das bereits bei der AVS vorhandene Personal wird es uns möglich sein, die Ausweitung der Kapazitäten beinahe kostenneutral durchzuführen, der vorab kalkulierte Mehraufwand von rund 180.000 Euro wird vom Land abgedeckt“, erklärte Prettner. Parallel zu den Vorverhandlungen mit der AVS konnten auch bereits Gespräche mit der Kärntner Gebietskrankenkasse geführt werden, die den Abschluss eines trilateralen Vertrages zwischen Land, AVS und Sozialversicherungsträgern zum Ziel haben, um eine Anpassung der Sozialversicherungs-Beiträge zu fixieren. „Als Zeitrahmen für die Neueröffnung der Drogenambulanz peilen wir unter Berücksichtigung aller notwendigen Vorarbeiten und Vertragsabschlüsse den Juni dieses Jahres an“, kündigte Prettner an.

Es sei wichtig und notwendig, die Behandlung von bereits an Drogensucht erkrankten Personen auszuweiten, doch brauche es auch verstärkte Prävention. „Sucht muss als Krankheit erkannt und behandelt werden. Ziel muss jedoch sein, es durch entsprechende Informationspolitik, vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen, gar nicht so weit kommen zu lassen, dass Sucht entsteht“, machte Prettner auf das umfassende Leistungsangebot der Landesstelle für Suchtprävention aufmerksam, das künftig noch verstärkter im Bereich der Schulen und Elterninformation wirken solle.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/Böhm