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Der Drogenproblematik in Kärnten gemeinsam aktiv begegnen

31.03.2016
LHStv.in Prettner nach Sitzung des Suchtbeirates: Synergien bei Hilfe für suchtkranke Menschen nutzen
Das steigende Drogenangebot und ein massiver Anstieg bei suchtkranken Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren stellt die Politik vor immer neue Herausforderungen. Der von der Drogenkoordinatorin des Landes Kärnten, Brigitte Prehslauer, einberufene Suchtbeirat befasste sich heute, Donnerstag, mit der aktuellen Situation. Gottlieb Türk vom Landeskriminalamt wies darauf hin, dass momentan viele neue Drogen im Umlauf seien und aus dem Internet bestellt werden, was für die Polizei besonders schwer zu kontrollieren sei. Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner betonte in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung des Suchtbeirates, da alle beteiligten Institutionen dort vertreten seien, um Lösungen gemeinsam zu erarbeiten.

„Viele Punkte der Kärntner Suchtstrategie 2012-2016 sind bereits umgesetzt worden, wie zum Beispiel die Homepage www.suchthilfe.ktn.gv.at oder die Publikation eines Suchthilfe-Kompasses als Beilage in den Tageszeitungen“, so Prettner. Ein besonders gut funktionierendes Patenschaftsmodell zwischen Suchthilfe-Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitssystems und regionalen Institutionen der Regelversorgung, das im Bedarfsfall suchtspezifisches Wissen dort verfügbar macht, wo es gebraucht wird, hob der Sprecher des Suchtbeirates, Christoph Schneidergruber, hervor.

Aus der Diskussion des Suchtbeirates nahm Prettner mit, dass die niedergelassenen Ärzte wie auch die Fachärzte für Psychiatrie für das Thema mehr sensibilisiert werden sollten und dass diese auch spezifisch geschult werden sollten, um Menschen mit Suchtproblemen zu helfen. Der besonders ausgeprägten Drogenproblematik in Feldkirchen soll durch eine engere Zusammenarbeit zwischen Bezirk und Land begegnet werden. Aus den Diskussionsbeiträgen kristallisierte sich ein starker Anstieg der Suchtkranken im stationären und ambulanten Bereich heraus. Darauf antwortet das Land mit zusätzlichen Maßnahmen.

„Der Regionale Strukturplan Gesundheit sieht im stationären Bereich 15 zusätzliche Betten vor“, sagte Prettner. Auch im Bereich der Drogenambulanz Klagenfurt wurde mehr Geld in die Hand genommen, um den Betroffenen zu helfen. Das Betreuungsangebot wird von 400 auf 800 Plätze erweitert. Hier werden Synergien mit der AVS Kärnten genutzt, die bereits ein großer Anbieter in diesem Bereich ist. Prettner rückte außerdem die suchtpräventiven Maßnahmen in den Vordergrund. So werden Schulungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die bereits angeboten werden, noch forciert, ebenso wie Projekte für Kinder und Jugendliche, die über die Landesstelle für Suchtprävention laufen.

„Ziel muss auch in Zukunft sein, Schritt für Schritt den nunmehr neuen Herausforderungen aktiv entgegenzutreten und in kleineren Gremien Lösungsstrategien zu erarbeiten“, betonte Prettner.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Geistler-Quendler/Böhm