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Regierungssitzung 3 - Mit Nahversorgung ländlichen Raum stärken

05.04.2016
LR Benger: Regionale Wirtschaftskreisläufe in Schwung halten – neue Nahversorgerförderung löst wichtige Effekte für den ländlichen Raum aus
Ein wichtiges Thema im Rahmen der Regierungssitzung heute, Dienstag, bildete die Nahversorgung. Die schrumpfende Landbevölkerung bedingt eine schwindende Kaufkraft und erschwert damit Nahversorgungsbetrieben das Überleben. Fehlende Nahversorger und Arbeitsplätze sind für die junge Bevölkerung Grund, in Ballungszentren abzuwandern.

Landesrat Christian Benger will über die Stärkung von regionalen Wirtschaftskreisläufen auch den ländlichen Raum stärken. Dazu stellte er eine neue Nahversorgerförderung vor, die mit kleinen Beträgen doch viel bewirken werde. In Summe stehen im Wirtschaftsreferat 100.000 Euro zur Verfügung. „Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser vergleichsweise geringen Summe einen Effekt auslösen“, so Benger.

„Der Trend zur Regionalität und das Bewusstsein für einen regionalen Wirtschaftskreislauf erzeugen einen neuen Bedarf für Nahversorger. Die öffentliche Hand hat hier einen klaren Auftrag, wenn wir immer von der Stärkung und Sicherung der Strukturen im ländlichen Raum sprechen“, betonte Benger. Die Nahversorger-Förderung kommt aus dem Wirtschaftsreferent, die Mittel werden für Betriebsmittel und Personalkosten, auch Kosten für Teilzeitkräfte zur Verfügung gestellt. Voraussetzung ist, dass auch die jeweilige Gemeinde den Nahversorger unterstützt.

Das Land müsse den Gemeindebeitrag für Betriebsmittel verdoppeln, maximal gibt’s jedoch 2.000 Euro. Weiter wird auch Personal gefördert, ein Vollzeitarbeitsplatz wird mit 1.000 Euro, ein Teilzeitarbeitsplatz mit 500 Euro unterstützt, maximal gibt’s hier 3.000 Euro. Sinnvoll seien Multifunktionsgeschäfte, also solche die weitere Angebote haben. Beispiele dafür: Postpartner bzw. die Zusammenarbeit mit einem Paketservice, eine Reinigung bzw. Putzerei oder die Kombination mit einer Tabak-Trafik (Lotto, Toto). Eine Kaffeeecke wäre ebenfalls eine interessante Kombination. Bankservice, Schuster oder ein Cateringservice seien laut Experten weitere gewünschte Kombinationsmöglichkeiten, die einen Nahversorger absichern.

Wenn ein Nahversorger trotzdem vor dem 31.12.2017 seine Pforten schließt, ist die Förderung zurück zu zahlen. Nahversorger sind auch sozial wichtig als Kommunikationstreffpunkte. „Ein Nahversorger ist ein identitätsstiftender Teil für eine Gemeinde, der unterstützt werden muss, wenn man die Erhaltung der Strukturen im ländlichen Raum ernst meint“, so Benger. Er wies auf Studien der Wirtschaftskammern anderer Bundesländer hin, die belegen, dass 99 Prozent der Bevölkerung die klassische Nahversorgung (wieder) wichtig oder sehr wichtig ist – und somit ist diese aus dem heutigen Wirtschaftskreislauf nicht mehr wegzudenken.

Der Wert der Nahversorgungsbetriebe sei vielfach, wie Belebung der Ortskerne, Begegnungsstätten für die BewohnerInnen, Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, Versorgung über „kurze Wege“, eigenständige Versorgung bei weniger mobilen BewohnerInnen, wichtiger Faktor für den Tourismus u.a. für selbstversorgende Gäste und Arbeitsplätze im ländlichen Raum.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/kb