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Psychiatriekoordination für Kärnten vorgestellt

22.04.2016
LHStv.in Prettner: Weiterentwicklung der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung als Ziel
In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten Kärntens Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und KGKK Direktor Johann Lintner heute, Freitag, die neue Psychiatriekoordination für Kärnten vor. „Wie im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) bis 2020 festgeschrieben, soll es ein Zusammenrücken der psychosozialen Versorgung inklusive Psychotherapie und klinischer Psychologie in Kärnten geben. Dieser Prozess wird von Georg Ratschiller als Konzeptentwickler fachlich vorbereitet und soll bis Ende 2017 konkrete Handlungsfelder kennzeichnen, die vom einzusetzenden Psychiatriekoordinator als Schnittstelle zu allen beteiligten Institutionen und Trägern in weiterer Folge step by step umgesetzt werden. Der gesamte Prozess wird zusätzlich von einem renommierten Expertengremium fachlich begleitet“, erklärte Prettner den Hintergrund.

„Die psychosoziale Versorgung in Kärnten ist gekennzeichnet von einer sehr unterschiedlichen Versorgungsdichte in den einzelnen Bezirken. Der RSG zeigt hier deutliche Verbesserungspotentiale, für die ein Umsetzungskonzept zu entwickeln ist. Das bietet die Chance, die
bestehende Versorgungsstruktur zu optimieren und weiterzuentwickeln. Hier gilt es, in allen Regionen Kärntens ausreichende Behandlungs- und Betreuungsformen vorzuhalten, die nach fachlich nachvollziehbaren, dem Stand der Wissenschaft entsprechenden einheitlichen Qualitätskriterien die Versorgung der Bevölkerung gewährleisten. Am Ende soll für jeden Bürger und jede Bürgerin eine adäquate Versorgungsform angeboten werden können“, so Ratschiller zur Konzeptentwicklung.

Als Planungsziele wurden über den RSG bereits die wichtigsten Stoßrichtungen festgeschrieben und beschlossen, die sich insgesamt einer qualitativen Aufwertung der psychosozialen und sozialpsychiatrischen Versorgung in Kärnten widmen. Niederschwellige Zugänglichkeit im sozialen und zeitlichen Sinn, regionale Ausgeglichenheit und Wohnortnähe sowie eine Vernetzung der intra- und extramuralen Versorgungssektoren sind dabei drei wesentliche Handlungsfelder.

„Zudem wollen wir durch enge Vernetzung der unterschiedlichen Versorgungssektoren und Anbieter eine abgestimmte Zusammenarbeit forcieren, um sowohl Versorgungslücken zu schließen, als auch überschneidende Angebote zu vermeiden, um insgesamt eine harmonische und stimmige Versorgungslandschaft bereitstellen zu können“, so Prettner. Das zu entwickelnde Leistungsangebot, das sich sowohl auf Erwachsene, ältere und hochaltrige Menschen, als auch auf Kinder und Jugendliche bezieht, soll bedarfsgerecht und multidisziplinär gestaltet sein. „Auch wird es eine Abstimmung mit bestehenden Strategien und Konzepten auf Bundes- und Landesebene geben, wie zum Beispiel dem Landessuchtplan“, so die Gesundheitsreferentin weiter.

„Die psychotherapeutische Versorgung ist integrierter Bestandteil des Landeszielsteuerungsvertrages Kärnten. Ableitend von der Zielsetzung einer bedarfsorientierten Analyse sollte die gesamte Versorgungslandschaft angepasst werden. Die Versorgungslandschaft ist geprägt von einer übergreifenden Zuständigkeit aller Gesundheitsakteure. Die KGKK ist derzeit schon bemüht, die Zahl ihrer Vertragspartner im Bereich Psychotherapie stetig zu erweitern sowie auch die Kontingente an Therapiestunden laufend aufzustocken. Wichtig ist es auch, ausreichend Therapiemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zur Verfügung zu haben und die Wartezeiten auf Therapieplätze auf Krankenschein zu reduzieren. Ein besonderes Augenmerk legt die KGKK auf die Versorgungsqualität. Eine klar nachvollziehbare Lösung braucht es auch für die Zuteilungsmechanismen“, so Lintner.

Im ersten Schritt sollen nun von Ratschiller als Konzeptentwickler Daten zum Ist-Stand gesammelt und dargestellt werden, um darauf aufbauend priorisierte Umsetzungsvorschläge entsprechend den Zielen des RSG 2020 auszuarbeiten. „Unser gemeinsames Ziel ist ein stimmiges Gesamtkonzept für die psychiatrische und psychosoziale Versorgungslandschaft in Kärnten, um diesen Bereich für die Zukunft strategisch weiterzuentwickeln“, so Prettner.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner