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Regierungssitzung 3 - Ausweisungen von Natura-2000-Schutzgebieten sind auf gutem Weg

03.05.2016
LR Holub: Mit 40 neue Schutzgegebiete werden 7,8 Prozent der Landesfläche Natura-2000-Schutzgebiet – Auch Große Quelljungfer (Libellenart) in Völkermarkt wird geschützt – Sanierung von Schutzbauten
In einem Bericht informierte heute, Dienstag, Umweltreferent Rolf Holub das Kollegium der Kärntner Landesregierung über den aktuellen Stand der Natura-2000-Ausweisungen in Kärnten: „Wir sind mit den Ausweisungen auf einem guten Weg in Richtung mehr Naturschutz für Kärnten. Wie es der Beschluss des Landtages vorsieht, konzentriert sich die Naturschutzabteilung des Landes auf eine möglichst breite Einbindung der Grundeigentümer, so finden regelmäßig Gespräche und Informationsveranstaltungen vor Ort statt, bei denen sich die Grundstückseigentümer aktiv einbringen können. Das Einvernehmen und ihre Interessen sind uns wichtig. Der Schutz unserer wunderbaren Natur gelingt uns gemeinsam besser“, erklärte Holub.

Bisher wurde fast jedes geplante Natura-2000-Gebiet auf Grund der Rückmeldungen der Grundstückseigentümer adaptiert. Es sei daher unverständlich, dass insbesondere die Landwirtschaftskammer laufend für Störfeuer in den Ausweisungen sorge: „Der nachhaltige und sorgsame Umgang der Landwirtinnen und Landwirte mit ihren Grund und Boden ist die Basis für unsere schützenswerte Naturlandschaft“, stellte der Umweltreferent klar.

Fakt sei, dass Kärnten bei der Meldung von Natura-2000-Gebieten säumig ist. Dies gelte es in einem wohl überlegten und konsensorientierten Ausweisungsprozess nachzuholen, sonst drohen seitens der EU Strafzahlungen in Millionenhöhe: „Wir müssen Naturschutzgebiete als Chance für Kärnten sehen und nicht als Belastung“, plädierte Holub.

Derzeit seien in Kärnten 40 neue Schutzgebiete geplant. Nach dem Ausweisungsprozess verfüge Kärnten über 73 statt derzeit 33 Schutzgebiete, die gesamte Fläche der Naturschutzgebiete werde sich von 57.000 Hektar auf 74.500 Hektar vergrößern: „Das sind 7,8 Prozent der Landesfläche. Im Vergleich dazu verfügt Niederösterreich über einen Schutzgebietsanteil von 23,1 Prozent an der Landesfläche und die Steiermark über 14,1 Prozent". Grund dafür sei die zielgerichtete und punktgenaue Ausweisung, mit der in Kärnten vorgegangen wird: „Es geht uns in aller erster Linie um die zu schützende Flora und Fauna und erst danach um die Fläche", so Holub.

Weiters teilte Holub mit,dass die „Große Quelljungfer“ im Krampelgraben mit Natura-2000-Gebiet geschützt wird. Geschützt wird auch der Schwarze Grubenlaufkäfer. Es betrifft 16,45 Hektar in Völkermarkt, die als Schutzgebiet ausgewiesen werden. „Die Große Quelljungfer, eine seltene Großlibellen-Art, ist im Krampelgraben beheimatet. Sie wird mit dem heutigen Beschluss als Schutzgut an die Europäische Union gemeldet“, so Holub. Die Große Quelljungfer misst rund zehn Zentimeter und gilt als größte Libelle Europas. Seinen besonderen Dank spricht Holub den Grundstückseigentümer aus, der sich nach persönlichen Gesprächen und Informationen für die Unterschutzstellung des Gebietes ausgesprochen hat.

Rund 620.000 Euro wurden von der Landesregierung für Instandhaltungsmaßnahmen bei bestehenden Hochwasserschutzprojekten unter anderem an der Gail, Drau und Lavant beschlossen, teilte Holub mit. Damit sollen Schutz- und Regulierungsbauwerke saniert und abflussbehindernder Bewuchs entfernt werden. Schotterfänge und Geschiebeablagerungsplätze werden geräumt und lokale Uferschäden saniert. Zudem werden mit den Geldern zwei Gefahrenzonenpläne für den Weissenbach in Völkermarkt sowie die Kleine Drau bei Ferlach erstellt. Der Finanzierungsbedarf werde zu je einem Drittel von Bund, Land und Interessenten gedeckt, so Holub.

Weiters informierte Holub über die Anti-Atompolitik und die gemeinsame Achse zwischen Kärnten und Steiermark bezüglich Krsko. Besonders erfreulich sei auch das ÖBB-Paket für Kärnten, wobei 60 Mio. Euro für den Nahverkehr zur Verfügung gestellt werden. Auch habe es eine Verkehrsreferententagung mit dem Schwerpunkt der LKW-Maut gegeben. Die Kärntner Arbeitsgruppe sei dazu eingerichtet worden und sie werde weiterhin aktiv sein, sagte Holub. Es brauche dringend mehr Geld für die Sanierung von Straßen, ansonsten drohe deren Sperre.


Rückfragehinweis: Büro LR Holub
Redaktion: Rauber/kb