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Regierungssitzung 4 - Rund 5 Mio. Euro Schäden in der Landwirtschaft

03.05.2016
LR Benger: „Wir lassen Bauern nicht im Stich“ – Bund, Land und Versicherung arbeiten zusammen, um Ernteausfälle abzugelten
„Was unter freiem Himmel wächst, ist jeder Witterung ausgesetzt und unsere Bäuerinnen und Bauern, ihr Ertrag, ihre Einkommen, ihre Existenzen sind von dieser Witterung abhängig“, sagt heute, Dienstag, Agrarlandesrat Christian Benger im Anschluss an die Regierungssitzung anlässlich des jüngsten Wintereinbruchs, der in Kärnten massive Schäden in der Landwirtschaft verursacht hat. „Wie schnell über Nacht eine Ernte vernichtet sein kann, wie schnell die Existenz einer bäuerlichen Familie gefährdet ist, haben wir vorige Woche erleben müssen“, sagte Benger.

Die Erhebungen der Schäden haben ein Kärnten vorerst ein Ausmaß von fünf Mio. Euro ergeben. Betroffen ist eine Fläche von 3.500 Hektar, wo es Ausfälle meist bis zu 100 Prozent gibt. Im Forst laufen die Erhebungen noch. Rund 30 Experten der Kärntner Hagelversicherung, der Landwirtschaftskammer und der Landesforstdirektion sind unterwegs in Kärnten, um Schäden festzustellen.

Der Agrarlandesrat stellte die unterschiedlichen Bereiche vor, die für Ernteausfälle herangezogen werden: Hagel-Versicherung, Katastrophenfonds des Bundes und Kärntner Nothilfswerk.
Es gibt „versicherte“ Schäden – die Versicherung zahlt, 50 Prozent der Prämie zahlen Bund und Land – 85 Prozent der Flächen in Kärnten sind durchversichert.

Weiters gibt es „unversicherbare“ Schäden, etwa für Obst, wie Äpfel, Birnen usw. Eine Versicherung war bis dato nicht möglich, weil es den Bedarf nicht gab, gab es auch kein Versicherungsangebot. Erst mit Novelle, die vorige Woche vor dem Schneefall im Ministerrat beschlossen worden ist, gilt die Versicherung. „Bis sie in Kraft tritt, wird der Katastrophenfonds des Bundes wohl bis zu 100 Prozent der Schäden abgelten“, berichtet Benger.

Und dann gibt es noch unversicherte Schäden. Das heißt, es gibt eine Versicherung, aber die Landwirte haben sie nicht abgeschlossen. „Wir können die Betroffenen in ihrer Existenzbedrohung aber nicht alleine lassen. Auch hier wird der Katastrophenfonds des Bundes einspringen, wenn auch nicht zu 100 Prozent“, so Benger.

Er appelliere daher an die Landwirte: „Versichern, was versichern geht. Prävention ist immer günstiger als der Schadensfall, denn dieser verhindert Ernten und Einkommen oft auf Jahre“, erklärt Benger. In Kärnten werde man die Maßnahmen des Bundes ko-finanzieren, die entsprechenden Beschlüsse werden in den nächsten Regierungssitzungen getroffen werden. Für die Hagelversicherung, die auch für Frost, Sturm, Hagel, Dürre und Hochwasser gilt und gelten wird, wendet das Land 1,56 Mio. Euro auf.

Schäden im Detail:
OBST, GEMÜSE: Hauptkulturen Äpfel / Birnen Intensiv 30 ha Anbaufläche; Erdbeeren 70 ha Anbaufläche (umgerechnet rund 70 Fußball-Felder).
Wein 100 ha Anbaufläche, Spargel 50 ha Anbaufläche, Schädigung Grünspargel 100 Prozent, weil der an der Oberfläche ist. Weißspargel unter der Erde ist nicht betroffen.
ACKER: 3.000 ha - Bei Winterkulturen, wie Wintergerste, Winterroggen Schädigung durch den Schneedruck – die Ähren können sich nicht mehr ausbilden. Auch die Rapsblüten sind durch Frost beschädigt worden.
FORST: Schäden werden gerade eruiert, in den Bezirken VI, KLL, VK bis zu einer Höhe von 800 Metern. Der Schwerpunkt liegt entlang der Drau im Rosental. Vor allem Laubwaldbestand bis zu 80 Prozent des Laubholzes in Unterkärnten ist beschädigt. Sägeindustrie erwartet viel Brennholz, da viele Laubbäume betroffen sind.
Gartenbau/Baumschulen: Hier halten sich die Frostschäden im Rahmen, sie liegen bei ca. 30.000 Euro in ganz Kärnten.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch