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Nationalpark Hohe Tauern hebt Wissenschaft und Forschung auf internationales Niveau

10.05.2016
LR Ragger: Einrichtung eines disziplinenübergreifenden Langzeitmonitorings – Wertvolle Daten über Klimaveränderung und Auswirkungen auf den NP-Lebensraum
Im Rahmen der 20. Sitzung des Nationalparkrates Hohe Tauern in der Nationalparkgemeinde Winklern habe der Nationalpark Hohe Tauern länderübergreifend zukunftsrichtende Weichen im Bereich Forschung & Wissenschaft gestellt. Das berichtete heute, Dienstag, Nationalparkreferent LR Christian Ragger. Nach intensiver Vorbereitung in den Jahren 2014 und 2015 beginne nun die Einrichtung eines disziplinenübergreifenden Langzeitmonitorings, das in Zukunft wertvolle Daten über die Klimaveränderung und deren Auswirkungen auf den Lebensraum Nationalpark Hohe Tauern liefern werde.

„Der Nationalpark Hohe Tauern soll als Ort der Forschung, insbesondere der Freiland- und Schutzgebietsforschung gestärkt und attraktiviert werden. Der Nationalpark positioniert sich als national und international bedeutender Forschungsraum“, so Ragger, als derzeitiger Vorsitzender des Nationalparkrates Hohe Tauern. Leopold Füreder von der Universität Innsbruck und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des Nationalparks Hohe Tauern spricht von einer neuen Ära in der Wissenschaft des Parks.

Bereits im Sommer 2015 trafen sich namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den Universitäten Basel, Salzburg, Innsbruck und Graz, um nach mehreren Workshops die Untersuchungsgebiete im Nationalpark für die Forschungsthemen, Botanik, Pflanzenphysiologie, Bodenbiologie, Zoologie und Gewässer in der Natur abzugrenzen. Die gewonnenen Erkenntnisse, werden disziplinenübergreifend aufgearbeitet und sollen – vergleichbar einer Wetterstation – wertvolle Daten liefern. Als Referenzgebiete sollen Forschungsflächen im Kärntner Seebachtal, im Salzburger Untersulzbachtal und im Osttiroler Innergschlöß ausgewählt werden.

„Wir sind uns bewusst, eine große und über einen längeren Zeitraum andauernde Aufgabe in die Hand genommen zu haben, die auch eine solide finanzielle Ausstattung und personell intensive Betreuung benötigt. Die Gelder sollen über EU-Finanzierung aufgestockt werden und es wird auch eine neue Stelle eine(s)r Forschungsmitarbeiter(s)in im Nationalparkrat geschaffen, da für ein so großes Projekt die personellen Kapazitäten derzeit nicht ausreichen“, so der Nationalparkreferent.

Gemeinsam mit Bundesvertreter Günter Liebel sowie LHStv.in Ingrid Felipe (Tirol) und LHStv.in Astrid Rössler (Salzburg) zog Ragger im Rahmen der Ratssitzung auch positive Bilanz über die Leistungen im Jahr 2015, wo an insgesamt 28 länderübergreifende Projekten gearbeitet worden sei. Mit einem Gesamtbudget von rund einer Million Euro für länderübergreifende Projekte würden auch 2016 wieder wichtige länderübergreifende Maßnahmen für das Schutzgebiet fortgeführt bzw. umgesetzt werden können. Die Einnahmen hierfür würden aus Zuwendungen von Bundes- und Ländermitteln aber auch aus EU-Mitteln kommen.

Der Nationalparkrat als höchstes Entscheidungsgremium im Nationalpark Hohe Tauern, dessen Aufgaben seit 1994 mit Staatsvertrag zwischen der Republik Österreich und den Bundesländern Kärnten, Salzburg und Tirol festgelegt sind, besteht aus vier stimmberechtigten Mitgliedern, dem Umweltminister und den drei für den Nationalpark in den drei Bundesländern ressortzuständigen Mitgliedern der Landesregierungen. Alle zwei Jahre wechselt die Vorsitzführung unter den Landespolitikerinnen und -politikern. Darüber hinaus sind je drei Vertreter der Gemeinden, der Grundeigentümer, des Naturschutzes und der zuständigen Fachabteilungen der Landesregierungen beratend involviert.


Rückfragehinweis: Büro LR Ragger
Redaktion: Reiter/Sternig
Foto: NP Hohe Tauern/Mattersberger