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Für Neustart Görtschitztal: Landesabteilungen beproben und messen weiterhin permanent

11.05.2016
Landwirtschaftsabteilung meldet nach Frischgras-Monitoring rund um Donau Chemie zum größten Teil „grüne“ Flächen – Auch laufende Kontrollmessungen durch Umwelt- sowie Gesundheitsabteilung – Ergebnisse auf www.ktn.gv.at
Sehr genau unter die Lupe genommen wird nach wie vor das Görtschitztal, das nach HCB mit dem „Masterplan Görtschitztal 2015+“ auf einen Neustart zusteuert. Von der Landwirtschaftsabteilung wird ein eigenes Frischgras-Monitoring durchgeführt, bevor die erste Mahd ansteht und das Frischgras verfüttert wird. Sie meldet, dass 2016 rund 150 Futtermittelbeprobungen auf HCB und Quecksilber durchgeführt werden – und die Ergebnisse des ersten Aufwuchses sind zum größten Teil erfreulich. Permanente Kontrollmessungen führen im Görtschitztal auch die Expertinnen und Experten der Umweltabteilung und der Gesundheitsabteilung durch. Deren Ergebnisse werden immer nach Vorliegen auf der Homepage des Landes www.ktn.gv.at (Sonderthema HCB) veröffentlicht. Ebenfalls laufend finden behördliche Kontrollen beim Zementwerk von w&p statt. Dort sollen durch eine spezielle Anlage weitere emissions- und verfahrenstechnische Verbesserungen erreicht werden.

Durch die Landwirtschaftsabteilung erfolgt ein Biomonitoring auf neun gemeinsam mit dem Umweltbundesamt ausgewählten Probeflächen im Görtschitztal. Bei diesem Biomonitoring lagen alle Frischgras-Proben bezüglich HCB- und Quecksilber-Gehalt unter der Bestimmungsgrenze, man kann also nach allen ersten Ergebnissen von „grünen“ Flächen sprechen.

Ebenfalls durchgeführt wird von der Landwirtschaftsabteilung ein Deponie-Monitoring auf landwirtschaftlichen Flächen im Zwei-Kilometer-Radius um die Brückler Altlastdeponie K20. Das heißt, das Frischgras rund um die Deponie wird konzentriert beprobt. Aus dem Deponie-Monitoring gibt es 23 Ergebnisse. 19 Frischgrasproben lagen bezüglich HCB unter der Bestimmungsgrenze („grün“) und drei Proben zwischen der Bestimmungsgrenze und dem gesetzlichen Grenzwert („gelb“). Eine Probe lag über dem gesetzlichen Grenzwert von 0,01 mg/kg („rot“). Das Labor der Lebensmitteluntersuchungsanstalt (LUA) Kärnten ermittelte hier 0,014 mg/kg. Bei dieser „roten“ Fläche handelt es sich aber um eine Wiese in unmittelbarer Nähe der Deponie, die ohnehin nicht für die Futtermittelproduktion verwendet wird. Die nach dem Futtermittelgesetz erforderlichen Maßnahmen wurden von Seiten der Behörde getroffen. Das Frischgras auf den drei „gelben“ Flächen (Weide bzw. Acker) entspricht den Bestimmungen des Futtermittelgesetzes und dürfte demnach an Nutztiere verfüttert werden. Dennoch wird von Seiten der Behörde von einer Futtermittelproduktion aus dem ersten Schnitt bzw. einer Beweidung dieser Flächen abgeraten. Quecksilber wurde vom Labor der LUA bei keiner einzigen Probe dieses Deponie-Monitorings nachgewiesen.

Die Umweltabteilung führt ihre laufenden Untersuchungen und Monitorings u.a. in den Bereichen Gewässer, Grundwasser, Boden, Feinstaub und Luft durch. Die Erfassung von Luftschadstoffen durch die Umweltabteilung erfolgt mittels sechs unterschiedlicher Verfahren, die alle dem höchsten Stand der Technik entsprechen. Hier ist insbesondere auf die Bioindikatormessung mittels Fichtennadeln zu verweisen, die im gesamten Görtschitztal durchgeführt wurde.

Von der Gesundheitsabteilung werden im Veterinärbereich Rohmilch und Fleisch untersucht, im Rahmen der Sanitätsdirektion Blut und Muttermilch. Die Lebensmittelaufsicht wird demnächst wiederum Beprobungsaktionen für Direktvermarkter und Hausgartenbesitzer in Brückl durchführen.

Die im UVP-Bescheid der Kärntner Landesregierung für die w&p Zement GmbH verankerten Emissionsgrenzwerte sind bereits strenger als es die Regelungen der Abfallverbrennungsverordnung für Zementwerke vorsehen. Gegenwärtig werden sie auf der Grundlage der behördlichen Kontrollen durch über 20 Sachverständige der Behörde im Zusammenhang mit den vorgelegten Messberichten von der w&p Zement GmbH eingehalten. Weitere emissions- und verfahrenstechnische Verbesserungen will man durch die Errichtung einer regenerativen thermischen Nachverbrennungsanlage („RTO“) erreichen. Diese Anlage soll bis 1. Oktober 2017 errichtet und bis 2019 in einen Dauerbetrieb übergeleitet werden. Ziel ist es, die w&p Zement GmbH zum Zementwerk mit den niedrigsten Grenzwerten in Mitteleuropa zu machen. Seitens des Landes Kärnten wurde das Unternehmen darauf hingewiesen, dass es aufgrund der Ereignisse im Görtschitztal eine Verpflichtung gegenüber der Bevölkerung und seinen Mitarbeitern habe, das Vertrauen in das Unternehmen und gleichzeitig den Standort in Wietersdorf zu stärken.


Rückfragehinweis: Landespressedienst (0664 – 80536 10201)
Redaktion: Markus Böhm