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Jahrhundertprojekt Bleistätter Moor geht in die Zielgerade

17.05.2016
LR Benger und LR Holub beim Spatenstich für letzte Bauphase – Bleistätter Moor bringt Wasserqualität im Ossiacher See zurück – Geflutete Fläche wird Naturerlebnis Bereich

Als Jahrhundertprojekt bezeichnen Landwirtschaftsreferent LR Christian Benger und Umweltreferent LR Rolf Holub die Sanierung des Bleistätter Moores am Ossiacher See. Tatsächlich geht diese nun nach jahrelangen Baumaßnahmen in die Zielgerade.

„Mit dieser Millioneninvestition sichern wir die Landwirtschaft, die Tourismusregion und schaffen neue Erlebnisbereiche für alle Naturliebhaber“, betonte Benger beim Spatenstich heute, Dienstag. Denn mit dem neue Flachwasserbecken das mit der Flutung innerhalb des nächsten Jahres entsteht, werde ein Alleinstellungsmerkmal für die Region mit besonderen Naturerlebnissen geschaffen. Neue Gästeschichten sollen ebenso angesprochen werden wie Natur-Beobachter, Vogelkundler oder Schulen.

„Wir geben der Natur das Moor zurück und der 1er für die Wasserqualität des Ossiacher Sees wird mit der Sanierung wieder möglich“, stellte Holub fest. So erhalten rund 500 Arten einen neuen Lebensraum. Möglich sei diese Umsetzung nur gewesen, weil alle Beteiligten, Bund, Land, Gemeinden, Wasserwirtschaft, Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus und vor allem Anrainer, an einer nachhaltigen Lösung für die Zukunft interessiert waren. „Wir haben mit diesem einzigartigen Projekt den Algen gemeinsam den Nährboden entzogen“, so Benger. Der Dank beider Referenten richtete sich nicht nur an die Projektverantwortlichen, sondern speziell an die Bevölkerung, da das Projekt ohne deren Zustimmung nicht umsetzbar gewesen wäre.

Projektleiterin Barbara Pucker von der Umweltabteilung erklärte vor Journalisten, dass vor allem verhindert werden konnte, gegen den Willen der Bevölkerung vorzugehen. Immerhin mussten Grundstücke lukriert werden, damit der Vorfluter für den Ossiacher See entstehen kann. „So etwas ist immer heikel, aber wir haben die Lösungen immer gemeinsam mit den Grundstücksbesitzern erreicht“, sagte Pucker. So wurden auch Ersatzflächen gefunden und Ablösen bezahlt.

Die Gesamtkosten für die Sanierung des Bleistätter Moores betragen 10,5 Millionen Euro. 5,9 Millionen Euro kommen über sogenannte Ringtauschmittel vom Bund. Die Beschlüsse stammen aus dem Jahr 2005. Das Land, die Agrarabteilung und die Umweltabteilung haben 4,3 Millionen Euro aufgewendet, die Gemeinde Steindorf brachte 30.000 Euro ein und der Wasserverband Ossiacher See beteiligte sich mit 150.000 Euro am Projekt.

Zu Beginn der 90er-Jahre verschärften sich die Probleme im Bleistätter Moor wegen des fehlenden Hochwasserschutzes und des teilweise nicht mehr funktionstüchtigen Drainagesystems. Der Schadstoff-Eintrag in den See stieg an, die daraus entstandene Algenplage am Ossiacher See und die schlechte Wasserqualität machten die Sanierung notwendig.

Ziel des Projekts war die Schaffung von zwei Pufferbecken in ehemals landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen nördlich und südlich der Tiebel. Dieses neue Becken wird mit Inseln und Tiefenrinnen ausgestaltet und von Stegen und Wegen durchzogen. Durch das Flutungsbecken, dem Bewuchs im Becken und die Tiebel, die in Mäandern durchfließt, wird der Großteil der Sedimente schon im neuen Becken abgelagert und gelangt nicht mehr in den Ossiacher See. Holub verwies zudem auf das neue Ökosystem. Dieser neue Lebensraum soll einer sanften touristischen Nutzung zugeführt werden. Laut Benger gebe es auch Möglichkeiten für Schulen, den Unterricht hier praktisch gestalten zu können.

Als nächste Schritte werden die Tiefenrinne für die mäandrierende Tiebel und Inseln geschaffen, vom Aushubmaterial ein Wegekonzept umgesetzt und die Landstraße, die als Grenze fungiert, saniert.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger, Büro LR Holub
Redaktion: Robitsch/Rauber/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LR Benger