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Dekretverleihung an Paten von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

17.05.2016
LH Kaiser und LHStv.in Prettner: Sie zeigen das menschliche Antlitz Kärntens
Sie investieren ihr Herzblut, geben Einblick in das Kärntner Familienleben und bieten Unterstützung im Alltag oder beim Lernen – die Patinnen und Paten von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Im Rahmen einer stimmungsvollen Feier wurden sie heute, Dienstag, im Spiegelsaal der Landesregierung geehrt. Die Dekretverleihung übernahm Flüchtlingsreferent LH Peter Kaiser gemeinsam mit Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner, die dieses Projekt initiierte, das von der Jugendanwaltschaft in Kooperation mit der Jugendhilfe gestaltete wurde.

An den Beginn seiner Rede stellte der Landeshauptmann ein herzliches Dankeschön: „Sie zeigen das menschliche Antlitz Kärntens.“ Im Wesentlichen würden die Patinnen und Paten bereits das tun, was die Politik im Integrationsleitbild des Landes vorzugeben hat. „Es reicht nicht, Menschen nur aufzunehmen, man muss sie in die neue Gesellschaft auch integrieren“, so Kaiser. Auch wenn viele nicht dort bleiben würden, wo sie aktuell sind, würden sie trotzdem etwas Bleibendes mitnehmen. „Nämlich das, was Sie ihnen vermittelt haben.“ Der Landeshauptmann verwies auf die verschiedenen Ursachen der Migrations- und Fluchtbewegungen. „Die schlimmste Ausprägung ist Krieg, aber zur immer größer werdenden Herausforderung wird künftig auch das Klima werden.“ Kaiser hob das hohe Verantwortungsbewusstsein aller Patinnen und Paten hervor: „Das was Sie tun ist praktizierte Menschlichkeit, ich bin stolz auf Kärnten, ich bin stolz auf Sie.“

„Die Patenschaft soll sozial engagierten Menschen, die Möglichkeit geben, als stabile Bezugsperson eines minderjährigen unbegleiteten Flüchtlings außerhalb der Flüchtlingseinrichtung aufzutreten, um mit geschenkter Zeit bei den jungen Menschen das Gefühl der Einsamkeit zu lindern und die Integration zu erleichtern“, erklärte Prettner die Idee hinter dem Patenschaftsprojekt. Diese Feier im Spiegelsaal soll einen würdigen Rahmen schaffen, der zum Ausdruck bringen soll, dass es von Seiten des Landes sehr geschätzt werde, was Patinnen und Paten tun. Es bedürfe sehr viel Beziehungsarbeit, um Integration gelingen zu lassen. „Sie schaffen neue Perspektiven für 160 Jugendliche und machen Kärnten noch ein Stück menschlicher, dafür danke ich herzlich“, betonte die Sozialreferentin.

Kinder- und Jugendanwältin Astrid Liebhauser verwies auf die Wichtigkeit von Bezugspersonen, die zusätzlich zu den Betreuungseinrichtungen, eine individuelle Form der Begleitung darstellen würden. Die Planung des Projektes habe im Herbst 2015 begonnen, Start sei am 18. Jänner 2016 gewesen. „Es hat sehr viele Interessenten gegeben, mittlerweile sind 29 Jugendliche in einer Patenschaft.“ Man hoffe auf weitere Interessenten, um dann im Herbst mit einer neuen Ausbildung starten zu können, so Liebhauser.

Das Patenpaar Ruth und Erich Unterrainer berichtete über seine Erfahrungen: „Wir haben mittlerweile zwei Jugendliche aus dem SOS Kinderdorf Landskron, es macht Spaß und man bekommt auch Einblicke in andere Kulturen.“

Unter den zahlreichen Anwesenden waren Patinnen und Paten sowie einige Jugendliche. Außerdem Vertreterinnen und Vertreter des Flüchtlingsreferates, der Alpen-Adria Universität, der Fachhochschulen, der Jugendämter, der Abteilung 4, der Volkshochschule Kärnten sowie von Einrichtungen, in denen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind. Weiters Infineon-Finanzvorstand Oliver Heinrich und von der Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Univ.-Prof. Georg Gombos. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Querflöten-Trio. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Journalistin Eva Kranz.

Das Projekt bietet für Patinnen und Paten über die Jugendanwaltschaft zwei Fortbildungsmodule, in denen Themen wie Asyl und Recht sowie Trauma und Flucht besprochen werden. Zudem zählen regelmäßige Treffen, Informations- und Erfahrungsaustausch zu den fixen Bestandteilen.

Die Dekrete bekamen folgende Patinnen und Paten: Michaela Bauer, Jessica Baumgartner, Ingrid Berhmani, Lina Brandl, Gregor Chudoba, Judith Galle, Sonja Grabner-Kräuter, Günter Grabner, Thomas Haisch, Eva Haupt, Gernot Haupt, Margit Gerhild Hebein, Josef Johann Hebein, Jana Hedenik, Maria Hedenik, Christine Hörbst, Egon Hörbst, Dieter Kaschitz, Elke Koller-Piskernig, Doris Lassnig, Baltasar Lassnig, Heidi Lukas, Klaus Lukas, Margot Moric, Karin Neugebauer, Manfred Neugebauer, Lucia Novello, Werner Peschek, Christina Petritz, Gabriele Pibal, Maria Theresia Semmelrock-Picej, Renate Primosch-Baier, Andrea Klara Dorothea Stitzel, Elke Elisabeth Tschudnig, Dietmar Tschudnig, Ruth Unterrainer, Erich Unterrainer, Katharina Waldl, Sara Wassermann, Christine Zlanabitnig und Franz Zlanabitnig.

(I N F O: Für Fragen rund um das Projekt steht die Kinder- und Jugendanwaltschaft zur Verfügung, Tel.: 0463 536 57 132, E-Mail: kija@ktn.gv.at)


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser, LHStv.in Prettner
Redaktion: Ulli Sternig
Foto: LPD/fritzpress