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POLITIK

Trendumkehr am Kärntner Jobmarkt: Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen greifen

20.05.2016
LH Kaiser, LHStv.in Schaunig: Über Fördermaßnahmen wurden heuer bereits mehr als 1.600 Menschen in Beschäftigung und Fortbildung gebracht - Fokus liegt auf Qualifizierung, Wiedereingliederung und Abwanderungseindämmung

Erste Anzeichen für eine positive Entwicklung am Kärntner Arbeitsmarkt. Wie der aktuelle Bericht der Statistik-Abteilung des Landes über den Arbeitsmarkt im April zeigt, steigt nicht nur die Zahl der Beschäftigten, sondern sinkt zugleich auch die Arbeitslosigkeit. Mit 204.524 haben sich noch nie so viele Menschen in Kärnten in Beschäftigung befunden. Und mit aktuell 25.341 Arbeitssuchenden gibt es erstmals seit Langem eine leichte Entspannung.

„Die steigende Zahl an Beschäftigten und die sinkende Zahl an Arbeitslosen gibt Grund zur Hoffnung in eine nachhaltig positive Entwicklung. Und sie zeigen, dass die von der Politik gemeinsam mit den Sozialpartnern gesetzten Maßnahmen greifen“, betonte heute, Freitag, Landeshauptmann Peter Kaiser. Für ihn bedeute das jedoch keinesfalls Grund zum Jubeln: „Es bedeutet lediglich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir müssen und werden weiter alles daran setzen, um diesen Aufwärtstrend zu prolongieren und die Arbeitslosigkeit konsequent weiter zu senken“.

Als Bestätigung für die gesetzten Maßnahmen bewertet auch Finanzreferentin LHStv.in Gaby Schaunig die positive Arbeitsmarktentwicklung: Zwei Drittel des für heuer vorgesehenen Gesamtbudgets des Territorialen Beschäftigungspaktes (TEP) wurden bereits in konkrete Maßnahme umgesetzt. Mit dem Einsatz von 21,87 Millionen Euro können mehr als 1.600 Personen unterstützt werden. Insgesamt werden heuer 33,3 Millionen Euro eingesetzt mit dem Ziel, 3.444 Menschen zu qualifizieren oder zu beschäftigen. „Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit ist einer der zentralen Punkte im Regierungsprogramm der Kärntner Zukunftskoalition“, erinnerte Schaunig.

In der „Beschäftigungs- und Qualifizierungsstrategie 2020+“, die das Land gemeinsam mit dem AMS und den Sozialpartnern erarbeitet hat, werden alle Maßnahmen im Hinblick auf vier große Schwerpunkte gebündelt: Verringerung der Arbeitslosigkeit, Sicherung von Arbeitsplätzen, Bekämpfung von Armut und Vermeidung von Abwanderung. Der erste Umsetzungsbericht der „Beschäftigungs- und Qualifizierungsstrategie 2020+“ wurde in der jüngsten Regierungssitzung einstimmig beschlossen. „Mit Arbeitsmarktprojekten auf der einen und konjunkturfördernden Maßnahmen auf der anderen Seite – wie etwa der Wohnbauoffensive – konnten wir die negative Entwicklung am Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren abfedern und nun sogar ins Plus drehen“, sagte Schaunig.

Die Details der jüngsten Statistik: Im April gab es in Kärnten um 1,1 Prozent weniger arbeitslose Menschen als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs (Österreich plus 0,5 Prozent) und um 1,0 Prozent mehr Beschäftigte. Dies ist vor allem auf die steigende Arbeitskräftenachfrage in der Produktion und am Bau zurückzuführen.

„Besonders stark ist der Rückgang bei den arbeitslosen Jugendlichen, nämlich 6,0 Prozent“, berichtete Kaiser. Zum Vergleich: in Österreich sank die Jugendarbeitslosigkeit um 3,8 Prozent. Die Zahl der offenen Lehrstellen in Kärnten hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent erhöht. „Wenn nun auch die Konjunkturampeln langsam wieder auf grün schalten und die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften und Jugendlichen mit abgeschlossener Berufsausbildung steigt, werden sich die Maßnahmen der vergangenen drei Jahre doppelt und dreifach bezahlt machen“, sind Kaiser und Schaunig überzeugt.

Im Fokus zahlreicher Maßnahmen der „Beschäftigungs- und Qualifizierungsstrategie 2020+“ stehen Jugendliche in der Phase der Berufsorientierung und am Übergang zwischen Schule und Beruf. 211 junge Menschen werden heuer bereits mit der Integration in geförderte Lehrgänge, der Unterstützung beim Nachholen eines Lehrabschlusses oder mit Berufsorientierung unterstützt. Arbeitssuchende Personen werden über Eingliederungsbeihilfen, sozialökonomische Betriebe, Beschäftigungsprojekte und Stiftungen gefördert. Hier konnten heuer mit dem Einsatz von 18,72 Millionen Euro bereits 1340 Plätze geschaffen werden.

Um dem negativen Trend „working poor“ (Armutsgefährdung trotz Arbeit) entgegenzuwirken, wurden Ausbildungs- und Qualifizierungsinitiativen gestartet, über die heuer bereits 165 Personen gefördert werden. Und mit dem Projekt AkademikerInnenjobs in Kärnten wird dem „Brain Drain“ (Abwanderung höher qualifizierter junger Menschen) gegengesteuert.

Die konkrete Umsetzung der Arbeitsmarktstrategie erfolgt in einer Kooperation von Land und AMS über den Territorialen Beschäftigungspakt TEP. Vom Gesamt-Jahresbudget des TEP von 33,3 Millionen Euro kommen 18,6 Millionen Euro vom AMS, 7,75 Millionen Euro vom Land, 2,24 Millionen Euro von den Projektträgern, 2,16 Millionen Euro von den Sozialpartnern und der Rest aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, LHSTv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Zeitlinger