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POLITIK

EUREGIO-Treffen in Triest

24.05.2016
LH Kaiser: Vielfacher Mehrwert der EUREGIO soll durch Lukrieren von EU-Fördermitteln genutzt werden – Kärnten ist wichtige Schnittstelle

Eine Kärntner Delegation unter der Führung von Landeshauptmann Peter Kaiser nahm gestern, Montag, an einem Treffen der EUREGIO „Senza Confini – ohne Grenzen“ in Triest teil. Besprochen wurden Themen aus dem Gesundheits- und Verkehrsbereich sowie Zivilschutz.

„Die EUREGIO mit Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und dem Veneto birgt zahlreiche Synergie-Ressourcen, die wir konkret nutzen möchten“, betonte der Landeshauptmann. Die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit, etwa im Gesundheits- und Sozialbereich, bei Schul- und Bildungsprogrammen sowie im Rahmen eines Lehrlingsaustauschprojektes sei das gemeinsame Bekenntnis zur sprachlichen und kulturellen Vielfalt. „Der vielfache Mehrwert der EUREGIO soll durch das Lukrieren von EU-Fördermittel genutzt werden“, so Kaiser. Die Alpen-Adria-Region sei auch in die Makrostrategien der EU, wie Donaustrategie, Ionisch-Adriatische Strategie und der Alpenraum-Strategie eingebettet. „Kärnten ist eine sehr wichtige Schnittstelle für die erfolgreiche Umsetzung des strategischen Ansatzes“, sagte Kaiser. Aus Kärntner Sicht wäre es wichtig, eine Brückenfunktion zwischen EUSAIR und EUSALP wahrzunehmen. „Die Kärntner Regionalpolitik hat eine starke außenpolitische Komponente, was große Chance birgt, damit beispielgebend voranzukommen und weiterzuarbeiten“, sagte Kaiser.

Aus dem Gesundheitsbereich besprochen wurde ein Projekt gegen illegale Tiertransporte. Hauptziel ist es, das aus dem illegalen Heim- und Jungtierhandel stammende Risiko von Zoonose (von Tieren übertragene Krankheiten) für die Bevölkerung der drei Regionen zu verringern. Weiteres Thema war die Versorgung von chronisch Kranken und postoperativen Versorgungsfällen mittels IKT-Lösungen. Dabei geht es um die Verbesserung und Stärkung der Integration zwischen intra- und extramuraler Versorgung, um die Herausforderungen durch den demografischen Wandel mit gemeinsamen Strategien zu begegnen.

Im Verkehrsbereich ging es um Projekte zur Verbesserung der öffentlichen Verkehrsanbindung innerhalb der Regionen der EUREGIO mittels Harmonisierung der Fahrpläne, Ausstellung gemeinsamer Tickets und durch neue Angebote des öffentlichen, grenzüberschreitenden Verkehrs.

Im Zivilschutz ist im September 2016 eine grenzüberschreitende Übung an drei verschiedenen Orten geplant, die vom Zivilschutz Friaul-Julisch Venetiens organisiert werden soll. Der Fokus wird auf Erdbebenrisiko gelegt in Bezug auf das verheerende Erdbeben in Friaul mit mehr als 1.000 Toten, das sich kürzlich zum 40. Mal jährte. Finanziert wird die Übung aus dem Budget des EVTZ Euregio Senza Confini.

Thema war auch das seit 2007 bestehende Netzwerk der Wirtschaftskammern, das konkrete Projekte einrichten will. Im Mittelpunkt stehen sollen Wirtschaftskooperationen insbesondere die Herstellung von optimalen Rahmenbedingungen für KMUs.

Von den drei Landtagspräsidenten – Reinhart Rohr (Kärnten), Franco Iacop (Friaul-Julisch Venetien) und Roberto Ciambetti (Veneto) – wurde vorgeschlagen, dass auch die Landtage enger zusammenarbeiten und gemeinsame Strategien entwickeln sollen.

An der Delegation teilgenommen haben unter anderen Landesamtsdirektor Dieter Platzer und Martina Rattinger vom Verbindungsbüro des Landes Kärnten in Brüssel.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Melcher/Sternig
Foto: Büro LH Kaiser