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KULTUR

Wiener Volkstheater regt Schüler mit Lavant-Aufführung zum Nachdenken an

06.06.2016
LH Kaiser verfolgte mit Schülern das „Wechselbälgchen“ und wies auf Zeitgemäßheit hin
Ein besonderes Highlight ging heute, Montag, im Wolfsberger Kuss über die Bühne. Das Ensemble des Wiener Volkstheaters führte „Das Wechselbälgchen“ von Christine Lavant in der Bühnenfassung von Maja Haderlapp auf. Während zur Premiere bereits am Sonntag geladen worden war, kamen heute rund 500 Schülerinnen und Schüler aus höheren Schulen des Lavanttales sowie der 4. Klasse der NMS St. Stefan in den einzigartigen Kulturgenuss. Gemeinsam mit den vielen Jugendlichen fand sich auch Bildungsreferent LH Peter Kaiser im großen Saal des Kuss ein.

Kaiser zeigte sich begeistert von so viel Interesse von Seiten der Schülerinnen und Schüler ein Jahr nach dem Festjahr für Christine Lavant. „Es wird hier einiges gezeigt werden, das uns daran erinnern soll, dass es auch in unserer Gesellschaft Menschen gibt, die es nicht gleich leicht haben wie der Großteil. Es gibt Schmähungen, Behinderungen, Einschränkungen und soziale Ausgrenzungen, und oftmals herrscht Egoismus vor“, stimmte der Landeshauptmann die Jugendlichen auf den ernsten Hintergrund des Stückes ein. Dass die Zuschauer erkennen, wie zeitgemäß die Erzählung Christine Lavants auch heute noch ist, sei sein großer Wunsch.

Im Herbst des Vorjahres fand die späte Uraufführung des Stückes statt. Seither bemühte sich die Christine Lavant Gesellschaft darum, das Stück in die Heimat Lavants zu bringen. Die Dichterin stammte aus St. Stefan bei Wolfsberg und schrieb in ihrer zwischen 1945 und 1946 verfassten Erzählung über eines jener Kinder, die damals als „unwert“ klassifiziert und der Vernichtung ausgesetzt waren. Das Stück galt lange Zeit als verschwunden und wurde 1998 erstmals veröffentlicht.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Susanne Stirn
Fotohinweis: LPD/fritzpress