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Land Kärnten und Kärntner GKK: Eine Woche im Zeichen der „Frühen Hilfen“

09.06.2016
LHStv.in Prettner: Unbürokratische, kostenlose und niederschwellige Unterstützung für belastete Familien
Mit gleich zwei wichtigen Netzwerkveranstaltungen am Montag in Villach und am Mittwoch in Klagenfurt stellten Land Kärnten und die Kärntner Gebietskrankenkasse diese Woche ganz ins Zeichen der „Frühen Hilfen“. Im Villacher Congress Center und im Klagenfurter Gesundheitszentrum für Kinder, Jugendliche und Frauen fanden die entsprechenden Informationstagungen zum Projekt statt, mit denen an beiden Tagen über 200 Personen aus allen wichtigen Institutionen und Professionen erreicht werden konnten, die mit der Zielgruppe der Frühen Hilfen (Schwangere und Familien mit Kindern von 0 bis 3 Jahren) früh in Kontakt kommen.

Die Netzwerk-Veranstaltungen boten einen idealen Rahmen, um die Entwicklung des Frühe Hilfen Angebots in den beiden Regionen Villach Stadt & Land sowie Klagenfurt Stadt & Land zu beleuchten und sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen.

„Mit den Frühen Hilfen können wir ein individuelles Angebot für jene Familien schaffen, die ein verstärktes Bedürfnis nach Assistenz bei der Bewältigung des Alltags haben. So wird es möglich, potentiell belastete Familien bereits sehr früh auszumachen und schon während einer Schwangerschaft und darüber hinaus professionell zu begleiten“, betonte Kärntens Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner. Durch das Zusammenarbeiten aller relevanten Institutionen werde es möglich, ein engmaschiges Unterstützungsnetzwerk für die betroffenen Familien zu spinnen.

„Die frühe Kindheit beeinflusst den späteren Gesundheitszustand im Erwachsenenalter maßgeblich. Mit dem Angebot der Frühen Hilfen können wir Familien in schwierigen Lebenslagen ein persönliches und vor allem anonymes und kostenfreies Hilfsangebot bereitstellen und so ein möglichst frühes Vorsorgeangebot schaffen“, so KGKK-Obmann Georg Steiner zu den Hintergründen des Engagements der Kärntner Gebietskrankenkasse. „Veranstaltungen wie in Villach und Klagenfurt ermöglichen es, den Zugang zu Informationen über Angebote für Familien und eine stärkere Vernetzung unter den Professionisten zu intensivieren“, betont Steiner.

Die praxisnahen Vorträge wurden mit großem Interesse verfolgt. Bisherige Erfahrungen und Erkenntnisse der Entwicklung der Frühe Hilfen in Österreich und Kärnten ausgetauscht. Auch zukünftige Herausforderungen und Anforderungen für ein gemeinsames Handeln von Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Gesellschaft wurden diskutiert.

Was sind „Frühe Hilfen“? Bei „Frühe Hilfen“ handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, das darauf abzielt, gesundheitliche Belastungen von Familien und Kindern frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Im Mittelpunkt von Frühe Hilfen stehen Familienbegleiter/innen, die als konkrete Ansprechpersonen für die Familien da sind. Als freiwilliges Angebot helfen sie den Betroffenen, geeignete soziale und gesundheitsbezogene Angebote zu finden und in Anspruch zu nehmen.

Die Familienbegleiter/innen arbeiten in sogenannten „Frühe-Hilfen-Netzwerken“, die sich um eine optimale Vernetzung und Weiterentwicklung dieser Angebote bemühen. Diese Netzwerke bestehen aus unterschiedlichsten Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Kinder- und Jugendhilfe (z.B. Krankenanstalten, Krabbelstuben, Schuldnerberatung, Eltern-Kind-Zentren, Mutterberatungszentren, praktische Ärzte oder Fachärzte), die einerseits als Zuweiser/innen zu den „Frühen Hilfen“ agieren, andererseits mit ihren Leistungen auch als Kooperationspartner/innen zur Verfügung stehen.

Unter dem Dach des Maßnahmenpakets „Frühe Hilfen“ entstand im April 2014 ein Modellprojekt in Wolfsberg, an dessen Erfolg im Jahr 2016 mit Folgeprojekten des Landes Kärnten und der Kärntner GKK in Klagenfurt, Klagenfurt-Land, Villach und Villach-Land angeschlossen wurde.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Schmied/kb
Foto: Büro LHStv.in Prettner