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Gedenkstätte KZ Loibl Nord: Das Grauen wird sichtbar, der Opfer wird gedacht

10.06.2016
Rechtzeitig zur jährlichen Gedenkveranstaltung am Loibl werden nach Sanierungsarbeiten ehemalige Häftlingsbaracken sichtbar und ein würdiges Gedenken möglich
 „Wir haben es hier mit einem Schauplatz der Schrecken der Geschichte zu tun. An der Gedenkstätte KZ Loibl Nord wird das Grauen durch die Sanierungsarbeiten sichtbar und mit der Sichtbarkeit bzw. Deutlichkeit der schlimmsten Verbrechen entstand nun ein Mahnmal für alle Zukunft“, fasst Kulturlandesrat Christian Benger die Sanierungsarbeiten, die gemeinsam mit dem Bundesministerium für Inneres ermöglicht wurden, zusammen.

Denn ein konkretes Ziel in der Gesamtsanierung war die Markierung der ehemaligen Häftlingslager in den Überresten des Außenlagers des KZ Mauthausen. Damit wurden die Häftlingsbaracken, die Küchenbaracke und die SS-Baracke sichtbar. Eigene Stahlgiebelkonstruktionen an den Außenkanten der Baracken, deren Höhe der Originalhöhe der Baracken entspricht, wurden heuer errichtet. Durch die Färbung in Grau und Rost sind diese im Winter wie im Sommer gut sichtbar. Aus dem Kulturbudget fließen dafür 30.000 Euro. Zur Erinnerung: Am 4. Juni 1943 erfolgte der erste Häftlingstransport von Mauthausen auf den Loibl.
„Mit der Gesamt-Sanierung machen wir ein würdiges Gedenken der Opfer möglich und haben eine Stätte der Erinnerung an das Leid und Sterben der Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus geschaffen“, erklärt Benger im Vorfeld der diesjährigen Gedenkfeier morgen, Samstag.

Besondere Bemühungen sind laut Benger nötig, um die Verlegung einer Forststraße, die quer durch das Lager schneidet, zu erreichen, die Arbeiten werden von der Forstabteilung des Landes durchgeführt werden. Steinschlag und die Lawinensituation werden derzeit geprüft. Doch ist die Verlegung essentiell für die weitere Projektentwicklung. „Ein Befahren des Geländes ist nach der Sanierung nicht mehr nötig, womit einem andächtigem Gedenken auch endlich genüge getan wird“, so Benger.
Weitere nächste Schritte werden die Schaffung eines Ortes der Trauer bzw. des Andachtes sein sowie die Auflistung der Namen der Opfer. Ebenso arbeitet man an einer Lösung für die ehemalige Waschbaracke.

Schon seit dem Jahr 2006 wurden Maßnahmen gesetzt, die Gesamtsanierung konnte jedoch nur mit Beteiligung des Bundesministeriums für Inneres realisiert werden. Grundstücke mussten angepachtet werden, Freilegungs- und Rodungsarbeiten folgten. Ein Konzept wurde schließlich 2009 erstellt. Peter Gstettner, Stephan Matyus und Jochen Wollner haben dies vorgelegt. Das Bundesdenkmalamt beauftragte archäologische Grabungen durch die Uni Wien.

2014 wurde ein partnerschaftlich abgestimmtes und koordiniertes Projekt für die Gedenkstätte KZ Loibl Nord entwickelt. Unter der Leitung der Unterabteilung Kultur mit dem Bundesdenkmalamt Wien und dem Landeskonservatorat für Kärnten, dem Verein Mauthausen-Komitee Kärnten/Koroska, dem Bundesministerium für Inneres, der TU Wien, der Universität Wien, der Stadtgemeinde Ferlach und dem Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 3 und Abteilung 6, wurde ein Sanierungs-Projekt entwickelt.

In Workshops wurden die Finanzierbarkeit, die Bedeutung der Archäologie, die Einbeziehung von Jugendlichen, generelle Fragen der Vermittlungsarbeit und der Ausstellungsgestaltung oder die allfällige Kooperationen mit Slowenien und dem Lager Süd festgelegt. Auch wurden generelle Aufgaben definiert und eine Klärung der Verantwortungen getroffen. Ein Schwerpunkt wurde mit der inhaltlichen Ausformulierung der Gedenkstätte unter der Prämisse der Realisierbarkeit, Finanzierbarkeit und Abschätzung bzw. Anpassung des möglichen Wartungsaufwandes gesetzt.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch