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Regierungssitzung 2 - Milchpreisverfall: Nothilfe für Kärntner Milch-Bauern

14.06.2016
LR Benger: Landesregierung beschließt 500.000 Euro als Transportkostenzuschuss für 2016
Der akute Milchpreisverfall bringt die kleinstrukturierte Milchwirtschaft in Kärnten massiv unter Druck bis hin zur Existenzgefährdung. Hauptsächlich im Berggebiet, wo sich auf Grund der natürlichen Gegebenheiten 80 Prozent der heimischen Milchbetriebe befinden, wird der Preisverfall zur Überlebensfrage für die Familienbetriebe. Deshalb hat die Landesregierung heute, Dienstag, auf Antrag von Agrarreferent LR Christian Benger als sofortige Nothilfe 500.000 Euro beschlossen, welche die Milchbauern in den benachteiligten Gebieten erhalten.

Es sei laut Benger eine Milchmädchenrechnung der industriellen Produktionsstätten in Europa - mehr Kühe, mehr Milch, mehr Umsatz - welche die heimische Milchwirtschaft mit in den Abgrund reiße. „Unsere kleinstrukturierten Betriebe sind nicht die Melkkühe der europäischen Agrarindustrie. Deshalb müssen wir gegensteuern“, so Benger. Ein durchschnittliches Minus von 8.600 Euro pro Betrieb würden die bäuerlichen Familien nicht verkraften.

„Die Milch geht alle an. Die Existenzfrage der Familienbetriebe im ländlichen Raum betrifft die gesamte Gesellschaft“, betonte Benger. Denn würden die Strukturen im ländlichen Raum wegfallen, würden Lebensmittelproduktion und damit Wertschöpfung im Land verloren gehen und Investitionen fehlen. Die Kulturlandschaftspflege würde zurückgehen, was wiederum den Tourismus massiv betreffen würde.
„Diese Familienbetriebe haben zur Überproduktion auf Grund der Betriebsgrößen nicht beigetragen. Daher sind finanzielle Soforthilfen ebenso wichtig wie mittel- und langfristige Maßnahmen sowie eine nachhaltige Mengenreduktion oder das Erschließen neuer Märkte“, sagte Benger.

Nicht nur Soforthilfen für die Milchbauern direkt seien entscheidend. Die öffentlichen Einrichtungen im Land wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, könnten ebenfalls agieren. „Wer Steuergeld bekommt, muss heimische Lebensmittel kaufen. Das Bundesvergabegesetz lässt das jetzt zu. Es kann nicht sein, dass unser Steuergeld auch noch ins Ausland abfließt, damit Billigmilch aus Massenproduktionen importiert wird“, so Benger.

Fakten zum Preisverfall:
Preis pro Kilo Milch derzeit: 30 Cent Brutto
Preis vor einem Jahr: 40 Cent Brutto
Verlust von 25 Prozent pro Kilo Milch
86 Tonnen Milch im Jahr x 0,4 Euro – 34.400 Euro
86 Tonnen Milch im Jahr x 0,3 Euro – 25.800 Euro
Minus 8.600 Euro pro Jahr pro Betrieb im Schnitt

Fakten Milchwirtschaft in Kärnten:
192.000 Tonnen Milch pro Jahr
2.100 milchhaltende Betriebe
33.400 Milchkühe
Im Schnitt pro Betrieb 86 Tonnen Milch
80 Prozent der 2.100 Betriebe haben weniger als 20 Kühe
80 Prozent befinden sich im Berggebiet


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Sternig