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Milchstrategie für Österreich

14.06.2016
LR Benger: Nach Landes-Soforthilfe für Milchbauern schnürt Bund Maßnahmenbündel, das sofort, mittel- und langfristig wirkt – Milch geht alle an
„Nachdem wir in der Landesregierung heute als Soforthilfe für die Milchbauern 500.000 Euro beschlossen haben, die in Form eines Transportkostenbeitrages an die milchliefernden Betriebe im Berggebiet ausbezahlt wird, hat der Bund nach dem Milchgipfel seine Milchstrategie veröffentlicht. Wir gehen Hand in Hand, ich begrüße die Maßnahmen“, sagte Agrarlandesrat Christian Benger heute, Dienstag.

Es müssen Länder, Bund und EU zusammenarbeiten, weil das Milchproblem nicht mit einer Lösung zu beseitigen sei, meinte der Agrarlandesrat. „Soforthilfen sind ein Milchtropfen, nur langfristige Maßnahmen können unsere kleinstrukturierte Milchwirtschaft retten. Gerade die kleinen Betriebe haben nichts zur Überproduktion in Europa beigetragen, sie können auch nicht die Melkkühe Europas sein“, so Benger. Ein Milchbetrieb in Kärnten büße derzeit im Schnitt rund 8.600 Euro pro Jahr ein. „Da geht’s im Berggebiet um Existenzen“, warnte Benger.

Besonders begrüße er den Rabatt beim Sozialversicherungsbeitrag als effektive Hilfe. Und dann gebe es noch die öffentliche Hand und die Konsumenten, die ihrerseits mithelfen können. „Milch geht alle an. Sind die Strukturen in den Berggebieten einmal verloren, fehlen Investitionen, Kultur- und Landschaftspflege, geht das zu Lasten des Tourismus und alles zusammen wird zum Gesamtproblem im ländlichen Raum und damit zu einem gesellschaftlichen Problem“, fasste Benger zusammen.

Daher müssen sämtliche Betriebe und Einrichtungen, deren Betrieb mit Steuergeld aufrechterhalten wird, nach dem Bestbieterprinzip Lebensmittel beschaffen und regionale Produkte kaufen. „Es wird wohl recht und billig sein, dass unser Steuergeld nicht auch noch in ausländische Massenproduktionen abfließt, sondern hier der regionalen Wirtschaft zu Gute kommt“, fordert Benger auf. Die angekündigte Maßnahme, das Bestbieterprinzip auszubauen, indem es zur Mindestnorm für die öffentliche Beschaffung wird, begrüßt Benger.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm