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Transparentes Genehmigungsverfahren im w&p Zementwerk

20.06.2016
Wietersdorfer will Nachverbrennungsanlage errichten – keine Behandlung von HCB-haltigem Kalk - Bürgermeisterin und Gemeindevertreter bei Verhandlung – Liveübertragung auf Videowall für Öffentlichkeit
Eine mündliche Augenscheinverhandlung findet heute, Montag, im Werk der Wietersdorfer in Klein St. Paul statt. Die w&p Zement GmbH will ihre Anlagen durch Errichtung einer RTO-Anlage (Regenerative Thermische Oxidation) ändern. HCB-haltiger Blaukalk wird dort nicht verarbeitet werden. Außerdem wird sich an der im UVP-Bescheid 2003 festgelegten Abfallmenge nichts ändern. Vielmehr sei eine wesentliche Verbesserung der Luft-Emissions-/Immissionssituation zu erwarten. Die Abluft aus dem Klinkerbrennprozess wird vor der Freisetzung noch einmal gereinigt. Damit erreicht man eine weitere Reduktion von Emissionsbestandteilen wie zum Beispiel organische Kohlenstoffverbindungen und Kohlenmonoxid. Für den Betrieb der Nachverbrennungsanlage beabsichtigt man zudem, für bestimmte Schadstoffe Grenzwerte festzulegen, die deutlich niedriger sind, als jene, die rechtlich vorgesehen wären.

„Aufgrund der Situation im Görtschitzal nach dem HCB-Vorfall, und des großen öffentlichen Interesses von Seiten der Bürger, gehen wir als Behörde diesmal weit über die rechtlichen Erfordernisse hinaus“, betont Landesamtsdirektor Dieter Platzer. Als Akt der Transparenz wurden nicht nur die Bürgermeisterin der Marktgemeinde Klein St. Paul, Gabriele Dörflinger, sondern auch alle Mitglieder des Gemeindevorstandes sowie ein Privatgutachter zur Verhandlung eingeladen. Als gewählte Vertreter sollen sie die Interessen der Bevölkerung in die Verhandlung einfließen lassen. Der Gemeinde wird zudem die Möglichkeit eingeräumt, Stellung zu nehmen. Die Sachverständigen der Behörde stehen den Fragen des Privatsachverständigen der Gemeinde Rede und Antwort.

Darüber hinaus wird die ansonsten nicht öffentliche Verhandlung über eine Videowall in ein Informationszelt übertragen, das der gesamten Öffentlichkeit zugänglich ist. „Das Sicherheitsbedürfnis der Bewohner des Görtschitztales ist uns ein großes Anliegen“, so Platzer zu den Beweggründen dieser außergewöhnlichen Maßnahmen. So war auch der Antrag samt Projektunterlagen vier Wochen in der Marktgemeinde Klein St. Paul für alle Personen öffentlich einsichtig aufgelegt. Interessierte Nachbarn konnten sich informieren und zum geplanten Vorhaben äußern. Alle eingelangten Einwände werden von der Behörde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens auch berücksichtigt. Wie schnell dieses abgeschlossen sein wird, hängt von der Qualität des eingereichten Projektes und der Beurteilung durch die Sachverständigen ab. Der Bescheid ergeht schriftlich.

INFO: Das Factsheet finden Sie auf unserer Homepage unter dem Sonderthema HCB.


Rückfragehinweis: Landesamtsdirektion
Redaktion: Susanne Stirn