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Nahversorgerförderung ist Absicherung

28.06.2016
LR Benger: Bereitgestellte 100.000 Euro zu zwei Drittel ausgeschöpft – Wichtigkeit bestätigt – Gemeinden verdoppeln Landesförderung nahezu
Um regionale Wirtschaftskreisläufe in Schwung zu halten, die Versorgung vor Ort zu sichern, die Kommunikation zu fördern und Identität zu stiften, hat Wirtschaftslandesrat Christian Benger im März dieses Jahres die Nahversorgerförderung wieder ins Leben gerufen. 100.000 Euro standen im Wirtschaftsreferat bereit, jetzt sind zwei Drittel der Summe ausgeschöpft und besonders erfreulich ist, dass die Gemeinden den Landesbeitrag nahezu verdoppeln. „Die Bereitschaft der Gemeinden belegt die Wichtigkeit der Nahversorger bzw. der Förderung. Die kleinen Geschäfte sind nicht nur Versorger, sie haben auch Kommunikationsfunktion und eine soziale Funktion“, begründete Benger die Förderung heute, Dienstag.

In 25 Gemeinden quer durch Kärnten wurden Nahversorger mit der unkomplizierten Förderung bei Personalkosten, auch für Teilzeitkräfte, oder Betriebsmitteln von Land und der eigenen Gemeinde unterstützt. „Die Nahversorger gewinnen im Zuge des neuen Regionalitätsbewusstseins auch eine neue Wichtigkeit. Aber die Kosten übersteigen sehr oft die Einnahmen. Unsere Unterstützung wird als Absicherung gesehen“, so Benger. Über 70.000 Euro sind von Seiten des Landes bis dato zugesagt worden, knapp 30.000 Euro liegen noch im Wirtschaftsreferat für weitere Anträge. „Ein Nahversorger ist ein identitätsstiftender Teil für eine Gemeinde, der unterstützt werden muss, wenn man die Erhaltung der Strukturen im ländlichen Raum ernst meint“, betonte Benger.

Ähnlich sieht das auch Robert Ebner, Obmann der Sektion Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Kärnten und selbst Nahversorger in Lendorf bei Spittal. „Die Überlebensschwelle für das kleine Geschäft am Land muss durch Förderungen oder kommunale Initiativen nach unten gedrückt werden“, wies er hin. Alle, Land, Gemeinden und Wirtschaftskammer, setzen sich für die Aufrechterhaltung der Nahversorgung ein.
 
Studien der Wirtschaftskammern anderer Bundesländer belegen: 99 Prozent der Bevölkerung ist die klassische Nahversorgung wieder wichtig oder sehr wichtig – und somit ist diese aus dem heutigen Wirtschaftskreislauf nicht mehr wegzudenken. „Mit dem regelmäßigen Einkauf bei einem Nahversorger entscheidet sich jeder Einzelne bewusst für ein regionales, frisches Angebot und schont dabei auch die Umwelt. Man erhält persönliches Service und erfährt nebenbei die Neuigkeiten aus dem Ort“, erklärte Ebner aus Erfahrung.

Um sich abzuheben, empfehlen Experten Nahversorgungsbetrieben die Ergänzung des Angebots mit branchenfremden Elementen, denn Multifunktionsgeschäfte, beispielsweise mit einem kleinen Imbiss-Eck, sind gefragt. So stehen knapp 90 Prozent der Konsumenten einer Kombination eines Nahversorgers mit anderen Branchen positiv gegenüber.

Download: Liste bisher geförderter Nahversorger


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Benger