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Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt eröffnet

30.06.2016
LH Kaiser, LR Benger, LR Darmann und LR Holub nahmen teil – Finanzierungszusagen für die
nächsten Bachmannpreise
 Die Tage der deutschsprachigen Literatur gehen heuer in ihr 40. Jahr. Gestern Abend fand die Eröffnung in Klagenfurt statt, bei der auch die Lesereihenfolge ausgelost wurde: Den Auftakt macht heute, Donnerstag, die Wienerin Stefanie Sargnagel. Insgesamt treten heuer sieben Autorinnen und sieben Autoren bei der Veranstaltung an, die am Sonntag mit der Preisverleihung abgeschlossen wird.

Alle Lesungen finden im ORF-Theater, Sponheimerstraße 13, 9010 Klagenfurt statt. 3sat überträgt ab heute die gesamte Veranstaltung in HD. Am Sonntag um 10.15 Uhr wird die Doku „Tabula Rasa – Ingeborg Bachmann und das große Wettlesen in Klagenfurt“ anlässlich des 90. Geburtstages der Schriftstellerin auf 3sat gezeigt. Um 11 Uhr folgt die Preisverleihung (ORF/3sat), um 12 Uhr wird die Doku „Ähnlichkeiten mit Ingeborg Bachmann“ (ARD/BR) präsentiert.

An der Eröffnung nahmen auch Landeshauptmann Peter Kaiser sowie die Landesräte Christian Benger, Gernot Darmann und Rolf Holub teil. Kaiser und Benger gratulierten zum Jubiläum. Ihnen wurden von Moderator Christian Ankowitsch Begriffe vorgegeben, die sie wortkreativ zu einem Satz zusammenfügen sollten. Darin steckte auch das Wort Finanzierungszusage. Den knappen Sätzen war eindeutig zu entnehmen, dass sie den Bachmannpreis bzw. die Tage der deutschsprachigen Literatur auch weiterhin gerne unterstützen werden. Sie zeigten sich begeistert von der Internationalität dieses Bewerbes, der ein kulturelles Aushängeschild Kärntens sei, und dankten allen Verantwortlichen und Beteiligten. In ihren Antworten haben sie auch Kärnten als Tourismusland gepriesen. Kaiser zitierte Robert Musil, der vom „Spazierenschwimmen“ im Wörthersee geschrieben hatte.

Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz drückte ebenfalls ihren Stolz über das große Literaturereignis aus. Sie erinnerte an die Anfänge, an die Initiatoren Humbert Fink und Ernst Willner sowie an den Kritiker Marcel Reich-Ranicki.

Herta Stockbauer (BKS) und Werner Pietsch (Kelag) unterstrichen in ihren kurzen Wortmeldungen die Bereitschaft, die Literaturtage weiterhin zu sponsern. Landesdirektorin Karin Bernhard begrüßte auch den deutschen Botschafter Johannes Konrad Haindl sowie die Witwe des Bachmannpreis-Erfinders, Ulrike Fink. Sie wünsche der Veranstaltung „dass uns die Augen aufgehen“. Auch nach 28 Jahren sei der Bachmannpreis, allen Sparzwängen zum Trotz, für 3sat ein Anliegen, sagte 3sat-Koordinatorin Petra Gruber und wies auf den sozialen Wert des (Vor-)Lesens hin.

Jury-Vorsitzender Hubert Winkels beklagte die Verhunzung der Sprache, die es so krass noch nicht gegeben habe. Der frühere Jury-Vorsitzende und diesjährige „Redner“, Burkhard Spinnen beschäftigte sich mit seinen Erfahrungen beim Bachmann-Preis und dem Mythos, der besage, in Klagenfurt würden Autoren „vernichtet“. Diese Schmerz-Erfahrungen könne man aber auch als Demutsübung begreifen, als Einübung in die schmerzliche Realität. Was auch bedeute, dass einer den anderen oft genug nicht verstehen könne. Das Carinthia Saxophonquartett umrahmte die Eröffnung und begeisterte mit den eigenen Kreationen das Publikum.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb