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Kärnten blüht dank Blühflächen auf

07.07.2016
LR Benger: 2016, Jahr der Blühflächen für Bienen – Sensationeller Zuwachs von 6.500 m² auf 135.000 m² Bienenweiden

 „Kärnten blüht im wahrsten Sinne des Wortes auf. Es gibt heuer 135.000 m² Blühflächen für Bienen in Kärnten. Das ist ein sensationeller Wert“, zog heute, Donnerstag, Landwirtschaftsreferent LR Christian Benger eine aktuelle Bilanz. Kärnten verfüge derzeit in den Gemeinden, auf öffentlichen Plätzen und bei Schulen, vorrangig Landwirtschaftlichen Fachschulen, rund 90.000 m² Blühflächen, die angelegt wurden, damit Bienen nach der Erntezeiten weiterhin Nahrung finden. 2015 waren es erst 6.500 m² Blühflächen. Dazu kommen heuer rund 45.000 m² Blühflächen entlang von Ackerflächen oder auf Grünland, die von den Landwirten angelegt wurden. Die Notwendigkeit besteht, da ab Juni, wenn die Kulturlandschaft großflächig abgeerntet ist, bei den Bienen Futtermangel herrscht. Die Blühflächen-Aktion wirkt dem entgegen und stärkt das Bewusstsein für die heimische Biene und die regionalen Lebensmittel wie Honig.

„Wir mussten 2015 das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Biene steigern, nachdem es im vorangegangenen Winter gravierende Ausfälle bei den Bienenvölkern gegeben hat. Deshalb haben wir heuer das Jahr der Blühflächen“, so Benger. Im Vorjahr wurde diese Aktion gemeinsam mit Bienenwirtschaft, Landwirtschaftskammer, Gärtnern, Jägerschaft und der Kärntner Saatbau gestartet, um das Nahrungsangebot für Bienen möglichst flächendeckend und vor allem über alle Erntezeiten hinaus, sicher zu stellen.

Auf öffentlichen Flächen und in Gärten sowie auf landwirtschaftlichen Nutzflächen wurde eine spezielle Blühmischung für Bienenweiden aufgebracht. Spitzenreiter unter den Gemeinden sind St. Jakob im Rosental, Maria Rain und Villach Stadt mit jeweils rund 15.000 Quadratmetern Blühflächen. Luft nach oben hat die Gemeinde Wolfsberg, wo nur 150 m² Bienenweiden errichtet werden konnte. Vor allem Gemeinden seien nach wie vor gefordert, auf ihren öffentlichen Flächen die Bienenweiden anzulegen, denn für 90.000 m² haben 35 Kärntner Gemeinden gesorgt.

Im Schnitt werden pro Bienenvolk ca. zwölf bis 15 Kilogramm Honig geerntet, das sind rund 520 Tonnen pro Jahr. „Damit erklärt sich von selbst, wie wichtig die Bienenwirtschaft für unser Land ist und warum wir so sehr auf die Regionalität setzen“, sagte Benger. Doch zeigen betriebswirtschaftliche Erhebungen, dass die Erlöse nur den Sachaufwand decken. Der Wert weiterer Bienenprodukte wie Wachs, Pollen, Propolis wird in Kärnten auf rund 520.000 Euro geschätzt.
Im Vorjahr gab es 283 Neueinsteiger in der Bienenzucht. Eigene Wander-Lehrer bilden Interessierte aus, auch die Kurse heuer seien laut Benger bereits gut gebucht und starteten Mitte Februar.

Benger hat im Vorjahr 2016 zum Jahr der Blühflächen ausgerufen. Notwendig wurde ein 7-Punkte-Programm zu Rettung der Bienen auf Grund des fatalen Winters 2014/2015, in welchem Bienenvölker im Ausmaß von bis zu 70 Prozent vernichtet wurden. Im Zuge des Programmes wurde Barbara Kircher, die Alminspektorin des Landes, als Bienen-Koordinatorin eingesetzt, die auch für die Blühflächen zuständig ist.

I N F O: Ein Bienenvolk hat einen Flugradius von ca. 3 km, rund 28 km² Bestäubungsfläche, 40 Millionen Blütenbesuche pro Tag, 80.000 Flugkilometer im Jahr. In Kärnten gibt es: 3.000 Imker, davon 500 Imkerinnen, Tendenz steigend. 35.746 Bienenvölker, das sind pro Imker im Schnitt zwölf Bienenvölker.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LR Benger