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Regierungssitzung 4 - Landwirtschaftliche Einkommen um 25 Prozent im Jahr 2015 gesunken

26.07.2016
LR Benger: Erwartete Rückgänge eingetroffen, Aufwand gleich geblieben, Investitionen gestiegen – Keine isolierte Betrachtung – Landwirtschaft wirkt auf gesamte Gesellschaft
Im Juli gab Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter die Einkommenszahlen für die Land- und Forstwirtschaft im Bund bekannt. Heute, Dienstag, präsentierte im Pressefoyer nach der Regierungssitzung, Agrarreferent LR Christian Benger die Kärntner Daten. „Trotz Strukturwandels stellen die Investitionen den flächendeckenden Erhalt der Landwirtschaft im Land sicher“, so Benger. Details und vertiefende Daten liefert, wie jedes Jahr, der Grüne Bericht im September in der Regierung.

Geprägt war das Jahr 2015 von Preisverfall in der Tierproduktion und von Wetterkapriolen, Hagel und Waldbrände setzten den Landwirten zu. Demnach sind die Einkommen in der Kärntner Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2015 im Vergleich zu 2014 im Schnitt um 25 Prozent gesunken, also durchschnittlich von 20.400 Euro auf 15.200 Euro pro Betrieb im Jahr. „Für die Betriebe eine dramatische Entwicklung. Denn wie schon im Vorjahr befürchtet, haben die Preisentwicklungen bei Milch und Schweinen, allein hier zehn Prozent weniger Einkommen, ihre Spuren massiv hinterlassen“, sagte Benger.

Einen großen Teil zum durchschnittlichen Einkommensminus von 25 Prozent trug 2015 die Forstwirtschaft bei. 15 Prozent macht der Einkommensverlust aus. Benger: „Auf die wegen Großkalamitäten bedingten forstintensiven Jahre folgte 2015 ein Jahr mit geringerem Holzeinschlag, das ist zu erwarten gewesen.“ Nichts desto trotz sei Holz laut Benger der Rohstoff der Zukunft. Der Holzeinschlag sank zwar um 23 Prozent, die Preise für Holz seien jedoch nur leicht rückläufig gewesen.

Der Aufwand für die Betriebe sei laut erster Analyse gleich geblieben. Rund 57.000 Euro werden pro Betrieb in Kärnten für Futtermittel, Energie, Düngemittel oder Fremdpersonal aufgewandt.
Höhere Erträge erwirtschafteten die Kärntner Bauern bei Mais und Soja. Diese erwirkten ein Einkommensplus von acht Prozent. „Das Fazit, ein Minus von 25 Prozent, ist bedenklich für unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft. Deshalb haben wir unter anderem das Milchpaket jetzt geschnürt, 500.000 Euro kommen von Seiten des Landes“, betonte Benger.

Erfreulich, trotz Einkommensverlusten, war die Investitionstätigkeit der Kärntner Bauern. „Sie ist es, die unseren gesamten ländlichen Raum erhält, die den Wirtschaftskreislauf in Schwung hält, denn die Investitionen fließen in die unmittelbare Wirtschaft in der jeweiligen Region“, erläuterte Benger.

2015 haben die Kärntner Landwirte über 174 Millionen Euro in Gebäude und Maschinen, weitere rund 34 Millionen Euro in Grund und Boden investiert. „Das sind die Maßnahmen, Investitionen und Innovationen, die unsere Landwirtschaft nachhaltig absichern, ebenso die Betriebe, die Standorte, die flächendeckende Bewirtschaftung und den Wirtschaftskreislauf. Die Landwirtschaft hat damit einen Gesamteinfluss auf unsere Gesellschaft, auf den ländlichen Raum“, sagte der Agrarlandesrat.

Die öffentlichen Mittel haben sich von 167 Millionen Euro (EU, Bund und Land) im Jahr 2014 auf 159 Mio. Euro reduziert. In Summe haben in Kärnten im Jahr 2015 drei Prozent der Invekos-Betriebe (stellen einen Förderantrag) gegenüber 2014 aufgehört, konkret sind das 309 Betriebe. Das bedeutet aber nicht, dass alle die Bewirtschaftung aufgegeben haben. „Es gibt auch Betriebe, die keinen Förderantrag mehr stellen und weiter bestehen“, so Benger.

„Die Zahlen belegen trotz Einkommensverlusten die Kraft der heimischen Landwirte und deren Leistungsbereitschaft sowie das flexible Agieren: Ein Viertel weniger Einkommen, gleichbleibender Aufwand, weniger Förderungen und trotzdem steigende Investitionen. Und das nun schon über Jahre. Das ist mit einem geregelten monatlichen Angestellten-Einkommen nicht vergleichbar“, stellte Benger unmissverständlich fest.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger