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Feierliches „Ich gelobe“ in Faak am See

29.07.2016
LH Kaiser bei Angelobung von 350 Rekrutinnen und Rekruten des Bundesheeres
„Ich gelobe“ riefen heute, Freitag, rund 350 Rekrutinnen und Rekruten des österreichischen Bundesheeres über den Marktplatz in Faak am See in der Marktgemeinde Finkenstein. In den Ansprachen zu ihrer Angelobung wurden die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Bundesheeres – natürlich bezugnehmend auf die aktuellen dramatischen Ereignisse in Europa – deutlich hervorgestrichen. Erstmals spielte auch wieder die Militärmusik Kärnten in ihrer vollen Stärke bei einer Angelobung auf.

Landeshauptmann Peter Kaiser sagte, dass weltweit das gewohnte Sicherheitsgefühl bedroht sei. Terroristische Gewalt ereigne sich in unserer unmittelbaren Nähe. So wachse die Sehnsucht nach Menschen, die bereit seien, die Sicherheit unter ihrem persönlichen Einsatz zu verteidigen. Dies seien Exekutive, Einsatz- und Blaulichtorganisationen, Ehrenamtliche und vor allem auch das Bundesheer. „Sicherheit kann nur gewährleisten, wer in der Lage ist Souveränität und Grenzen des Staates zu garantieren“, betonte der Landeshauptmann. Das Bundesheer sei aktuell als starke Kraft im Assistenzeinsatz an der Seite der Polizei, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen. Mit diesen wichtigen Tätigkeiten steige auch der Stellenwert des Heeres. So habe man es schaffen können, in Kärnten die Goiginger-Kaserne und den Hubschrauberstützpunkt zu sichern. Auch die Militärmusik habe man wieder zu alter Größe gebracht. Kaiser erinnerte in seiner Rede zudem an den Grenzsicherungseinsatz des Bundesheeres während des slowenischen Unabhängigkeitskrieges vor 25 Jahren. Zu den angetretenen Rekrutinnen und Rekruten sagte er: „Sie zeigen uns, was Sicherheit und Demokratie ausmacht und dass diese in unserer Gesellschaft keine leeren Worthülsen sind. Wir sind stolz auf Sie!“

Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler zitierte Papst Franziskus: „Die Welt ist im Krieg, weil sie den Frieden verloren hat.“ Fakt sei, dass Europa unsicherer geworden sei. Auch Gitschthaler ging auf den Grenzsicherungseinsatz vor 25 Jahren ein und erwähnte Terroranschläge aus den 70er- und 80er-Jahren. Der Unterschied zu heute sei, dass Bilder durch die neuen Kommunikationsmittel in Sekunden um die ganze Welt gehen. Damals seien einzelne Persönlichkeiten Ziele gewesen, heute unschuldige Menschen, Zivilisten und Kinder. Sicherheit sei ein Grundbedürfnis und wesentlicher Teil unserer Lebensqualität. „Wir haben uns den neuen Herausforderungen zu stellen. Das bedarf einer Stärkung und Neuausrichtung von Polizei und Bundesheer“, stellte der Militärkommandant klar. Alle Einsatzorganisationen würden nunmehr noch enger zusammenarbeiten müssen. Das Bundesheer hat für ihn durch den Assistenzeinsatz in der Flüchtlingskrise an Daseinsberechtigung, Motivation und Selbstvertrauen gewonnen. Nochmals gestiegen sei zudem der Rückhalt in der Bevölkerung. Mitverantwortlich für diesen Wandel ist für Gitschthaler auch der neue Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil. Zu den Rekrutinnen und Rekruten sagte er: „Wir brauchen Sie!“

Finkensteins Bürgermeister Christian Poglitsch zeigte sich stolz über die Angelobung in seiner Gemeinde. Die Bevölkerung hier wisse – auch in Erinnerung an den Krieg im Nachbarland Slowenien – das Bundesheer zu schätzen.

Die Anzugelobenden aus der Garnison Villach kamen vom Pionierbataillon 1 aus der Rohr-Kaserne, vom Führungsunterstützungsbataillon 1 aus der Lutschounig-Kaserne und vom Dienstbetrieb des Militärkommandos Kärnten aus der Hensel-Kaserne. Die Garnison Klagenfurt war durch Rekrutinnen und Rekruten des Stabsbataillons 7 in der Windisch-Kaserne sowie von Stabskompanie und Dienstbetrieb des Militärkommandos Kärnten in der Khevenhüller-Kaserne vertreten. Aus der Garnison Spittal an der Drau kamen Jungsoldatinnen und -soldaten vom Jägerbataillon 26 aus der Türk-Kaserne.

Kommandant der ausgerückten Truppe war Oberst Volkmar Ertl, Kommandant des Villacher Pionierbataillons 1. Worte der Besinnung sprachen die Militärgeistlichen Herbert Burgstaller und Michael Matiasek. Die Gelöbnisformel verlas Major Alexander Dermutz vom Pionierbataillon 1. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Militärmusik Kärnten unter Leitung von Oberstleutnant Dietmar Pranter. Den Ehrenzug stellte das Jägerbataillon 25 aus Klagenfurt und den Insignientrupp das Pionierbataillon 1. Mitgestaltet haben die Angelobung Kindergartenkinder aus der Gemeinde, Blaulichtorganisationen, Feuerwehren, Traditionsträger und Trachtenfrauen. Unter den Anwesenden waren u.a. auch Landtagspräsident Reinhart Rohr, der stellvertretende Landesamtsdirektor Markus Matschek, Domdekan Michael Kristof, Landesfeuerwehrkommandant Josef Meschik, Bezirkshauptleute und Bürgermeister – und natürlich zahlreiche Angehörige der Rekrutinnen und Rekruten.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; Militärkommando Kärnten
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Höher