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Vorträge, Ideen und Vorschläge zu Kärntens Zukunftsfähigkeit

24.08.2016
LH Kaiser und Horst Peter Groß informierten über Plattform von Universitäts.club, Land Kärnten und Kooperationspartnern – „Wage zu denken. Zukunftsfähigkeit von Regionen“ am Weissensee
"Die Zukunftsfähigkeit von Regionen”: diesem Themenkomplex widmen sich der Universitäts.club Kärnten, Uni Klagenfurt, Land Kärnten und weitere Mitveranstalter sowie Kooperationspartner. Es ist die vierte Veranstaltung in der Reihe „Wage zu denken“ im Rahmen der "Landschaft des Wissens", sie findet vom 27. bis 30. September 2016 im Veranstaltungs- und Seminarzentrum „Weissensee Haus“ in Techendorf am Weissensee statt.

Landeshauptmann Peter Kaiser und Horst Peter Groß vom Universitäts.club/Wissenschaftsverein Kärnten informierten heute, Mittwoch, im Rahmen einer Pressekonferenz über das Programm und die Intentionen dieser Plattform. „Der Wert dieser Veranstaltung ist sehr hoch", betonte der Landeshauptmann, denn es gehe dabei um Zukunftsideen und -vorschläge für Kärnten und seine Weiterentwicklung. Von dieser Plattform sollten wesentliche Beiträge ausgehen und Fragestellungen über weitere Wege für Kärnten diskutiert werden, so Kaiser.

„Die Regionen werden innerhalb der EU mehr Bedeutung gewinnen“, ist der Landeshauptmann, der auch EU-Referent und Mitglied des EU-Ausschusses der Regionen ist, zuversichtlich. Er nannte mehrere Grundbedingungen, die Regionen bzw. Kärnten unbedingt brauchen: Kooperationsfähigkeit und -willigkeit, Ausbau der Infrastruktur, die Kooperation von Wissenschaft und Politik und ebenso die Verknüpfung von neuer Wirtschaft (Kreativwirtschaft, Startups) und herkömmlicher Wirtschaft und damit verbunden mehr Förderung von Forschung und Entwicklung sowie auch eine generelle Kultur der Kooperation und des Miteinanders im Land.

Der Landeshauptmann ging auf viele Beispiele ein, die das Land für seine Kooperationsbereitschaft sowie Zukunftsfähigkeit gesetzt hat. So gebe es die Teilnahme der Sozialpartner an Regierungssitzungen, die Euregio wie auch die Alpen-Adria-Allianz verbinde grenzüberschreitend Regionen und fördere deren Zusammenarbeit. Darüber hinaus sei Kärnten europaweit die erste Region, die eine Partnerschaft mit der EU-Initiative ECSEL JU, bei der mehr als fünf Milliarden Euro EU-weit bis zum Jahr 2020 in den Fördertöpfen für transnationale Forschungsprojekte im Bereich Elektronische Komponenten und Systeme zur Verfügung stehen, abgeschlossen hat. Bezüglich Infrastruktur habe Kärnten u.a. eine Internetoffensive mit drei Telekombetreibern in Gang gesetzt, um die digitale Kluft zwischen zwischen Ballungsgebieten und ländlichem Raum auszugleichen.

Weiters wies der Landeshauptmann auf die Kooperation mit der Steiermark im Rahmen des Joanneum Research und auf die pädagogischen Ausbildungskonzepte gemeinsam mit der Steiermark und dem Burgenland hin. Es gehe nicht nur um Industrie 4.0, sondern auch um die Gesellschaft 4.0, die für die Zukunft gerüstet sein müsse. Bei der Infrastruktur würden durch Asfinag und ÖBB 2,8 Milliarden Euro nach Kärnten fließen, diese Investitionen seien wichtige Standortfaktoren. Auch das Logistikzentrum Alplog werde im Hinblick auf die neue Südbahn bzw. Baltisch-Adriatische Achse modernisiert werden. Kärnten forciere auch Bildungszentren, um Synergien bestmöglich zu nutzen, indem versucht werde, alles unter einem pädagogischen, baulichen, infrastrukturellem Dach zu vereinen.

Ein zentraler Punkt ist für den Landeshauptmann und Bildungsreferenten auch die Analyse des Bildungs- und Ausbildungsangebotes in Kärnten durch die Hochschulkonferenz. Hier gehe es um optimale Abstimmungen und Weiterentwicklungen von Bildungskonzepten, um neuen Bedürfnissen der Wirtschaft gerecht zu werden.

Kärnten setze zudem seine strategische Landesentwicklung (Strale) Schritt um Schritt um. Markus Bliem ist der Leiter dieser Organisationseinheit. Vorhandene Strategien (Tourismus; Wirtschaft; Forschung, Technologie und Innovation; Regionaler Strukturplan Gesundheit; Energiemasterplan; Mobilitätsmasterplan; Haushaltsreform; Masterplan Görtschitztal, usw.) werden dabei effizient und referatsübergreifend begleitet und ebenso neue Inputs aufgenommen und herausgefiltert, wenn sie den strategischen Zielen des Landes entsprechen. Seitens des Landes Kärntens soll somit in Zukunft durch das Büro „Strategische Landesentwicklung Kärnten“ eng mit der Veranstaltungsreihe zusammengearbeitet werden.

Kaiser und Groß wollen kritische Bürger aus allen Bereichen ansprechen, die sich einbringen wollen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wollen. Es brauche den interdisziplinären Dialog, betonten Kaiser und Groß. Wissen aus der Praxis müsse miteinbezogen werden, sagte Groß und auch viele Bereiche des Landes, wie KWF, Gemeindeabteilung, Lakeside, usw. würden sich als Kooperationspartner bzw. Mitveranstalter den Aufgaben stellen. Wissenschaft, Praxis und gesellschaftliche Verantwortung müssten sich enger verbinden. Es sollten konkrete regionale Projekte im Rahmen der Veranstaltung und in der Folge thematisiert und bearbeitet werden. Die Zukunft mitzugestalten, das müsse man lernen, so Groß. Es gehe darum, über den eigenen Tellerrand zu schauen, Veränderungen zu verstehen und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, trotz oder gegen viele Zwänge.

„Kärnten steht vor großen Herausforderungen, die es gemeinsam zu überwinden gilt, um unser Bundesland in eine perspektivenreiche Zukunft zu führen. Wir arbeiten täglich daran, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Kärnten sowohl als Familienland als auch als Wirtschafts- und Industriestandort an Attraktivität gewinnt. Das Hauptaugenmerk liegt neben der Befreiung Kärntens von den Fesseln der Vergangenheit, wie den Hypo/Heta-Haftungen, auf der Bewältigung aktueller Herausforderungen und vor allem darauf, die vorhandenen Zukunftspotentiale in unserem Land auszubauen. Dazu zählen neben einem klugen Bildungskonzept Infrastrukturinvestitionen, Digitalisierung, Mikroelektronik, Industrie 4.0 bis hin zu den Auswirkungen auf die Gesellschaft, respektive eine Gesellschaft 4.0, Reinraumtechnologie und anderes mehr", fasste der Landeshauptmann zusammen.

Die Plattform am Weissensee will einen Denkraum für jene Menschen zur Verfügung stellen, die sich zu brisanten Problemen unserer global vernetzten und zunehmend komplexen Welt selbst und aus erster Hand ein Bild machen und mit anderen kritischen Menschen darüber diskutieren möchten. Sie bietet kompakte Impulsreferate ausgesuchter Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Disziplinen sowie Workshops an, um den Transfer zwischen den allgemeinen Impulsen aus der Veranstaltung und der spezifischen/besonderen Praxis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu unterstützen.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Foto: LPD/Just