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Große Bildungs-Eröffnungskonferenz: Schwerpunkte „Autonomie“ und „Digitalisierung“

09.09.2016
BM Hammerschmid und LH Kaiser: Verstärkte Zuwendung zu Digitalisierung notwendig – Mit vereinten Kräften das Beste für die Kinder tun
 An der Alpen Adria Universität Klagenfurt fand heute, Freitag, die Eröffnungskonferenz des Schuljahres 2016/17 statt, zu der von Land Kärnten und Landesschulrat erstmals alle Direktorinnen und Direktoren in Kärnten sowie die Schulaufsicht geladen waren. Themenschwerpunkte waren Autonomie und Digitalisierung.

Bundesministerin Sonja Hammerschmid und Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser sowie Universitätsrektor Oliver Vitouch und Landtagspräsident Reinhart Rohr wurden vom Amtsführenden Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger begrüßt. Die Herausforderungen der Schule der Zukunft und die Weiterentwicklung des Bildungswesens wurden von Bundesministerin Hammerschmid und Landeshauptmann Peter Kaiser in vielen Aspekten beleuchtet. Beide dankten auch den Lehrenden sowie den Direktorinnen und Direktoren für ihr Engagement und für ihren Enthusiasmus. Nur mit vereinten Kräften sei es möglich, das Beste für die Jugend zu tun.

Die Autonomie werde viel Raum in der Pädagogik für Themen- und Projektunterricht eröffnen, machte die Ministerin deutlich. Autonomie deshalb, „weil ich Ihnen vertraue“, unterstrich die Ministerin. Beim Thema Autonomie seien Skills wie Teamarbeit, unternehmerisches Handeln, Selbstorganisation, Lust am Lernen usw. sehr wichtig. Zudem soll mittelfristig auch Autonomie bei der Personalplanung eingeführt werden, wonach sich Direktionen ihr Lehrpersonal auch selbst aussuchen können. Erwartet werde im Hinblick auf Ganztagsschulen, die generell für Schülerinnen und Schüler in einem Radius von 20 km erreichbar sein sollen, dass innovative Angebote und Konzepte vor Ort erarbeitet werden.

„Es soll ein gemeinsames Leben am Schulstandort geben“, so Hammerschmid. Auch Infrastrukturinvestitionen seien für die Bildungseinrichtungen notwendig. Sie erwähnte die 750 Mio. Euro, die es seitens des Bundes noch vor dem Sommer für das Bildungswesen, vor allem für ganztägige Schulformen und damit zur Erhöhung der Chancengerechtigkeit gegeben habe.

Die Digitalisierung werde ganz neue Arbeitsplätze bringen, führte die Ministerin aus. Diese bilde eine Riesenchance für individuelle Bildung, auch das Einbringen einer ethischen Perspektive sei im Blick auf Cybermobbing und Hasspostings notwendig. Entsprechend zu forcieren sei eine Top-Ausbildung der Lehrenden und die Bereitstellung innovativer Lernmaterialien und auch spielerischer Tools.

Der Landeshauptmann sprach die Eröffnungskonferenz als Novum an, die auch künftig für die gesamte Kärntner Bildungsfamilie stattfinden solle. Einmal mehr betonte Kaiser die Elementarpädagogik, ihr Stellenwert steige endlich langsam. Es sei sehr paradox, dass frühkindliche Bildung trotz ihrer unbestreitbaren Bedeutung für das spätere Leben des Einzelnen nicht entsprechende Wertschätzung und damit auch nicht die gebührende Entlohnung erhält.

Der Landeshauptmann richtete sein Ersuchen an die Ministerin, im Zuge der Finanzausgleichsverhandlungen dahin zu wirken, dass der gesamte sonderpädagogische Förderbedarf des Bundes auch vom Bund bezahlt werde. Derzeit habe Kärnten sogenannte 370 „Überhanglehrer“, wofür aus dem eigenen Budget 14 Mio. Euro aufgebracht werden müssen. Der sonderpädagogische Förderbedarf werde vom Bund vorgeschrieben, daher sollte eine vollständige Refundierung durch den Bund an das Land möglich werden, so Kaiser.

Weiters betonte er die Wichtigkeit, sich verstärkt der Digitalisierung zuzuwenden, dabei gehe es um das Nützen von Chancen sowie auch um das Erkennen möglicher Gefahren. Digitalisierung müsse im Rahmen gesellschaftspolitischer Entwicklung gesehen und bewertet werden, so Kaiser. Daher müsse auch alles zur Weiterbildung getan werden, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Das Gemeinsame sollte stets in den Mittelpunkt gestellt werden, forderte der Landeshauptmann. Auch beim Thema Schulautonomie sei ein gemeinsamer Weg erforderlich und diese könnte dann auch der jeweiligen Region zugutekommen.

Bildung sei als Prozess zu verstehen, ergänze Kaiser. Er wies auch auf die schwierige Finanzlage Kärntens aufgrund der Heta-Lasten hin und erwähnte Eckdaten zum beginnenden Schuljahr in Kärnten. Die sich abzeichnende Befreiuung von den Milliardenhaftungen habe bereits eine verbesserte Bonitität bewirkt, was wiederum für die Kreditierung des Bundeslandes entscheidend sei.

Der Bildungsreferent führte weiters aus, dass es erstmals seit Jahren keinen Rückgang der Gesamtschülerzahlen in Kärnten gibt. Für 61.575 Kinder und Jugendliche davon rund 5.739 Taferlklassler geht kommende Woche der Schulalltag wieder los – das sind um 384 mehr als noch im Vorjahr. Der Ausbau und die Investitionen in Bildungszentren, die Ganztagesangebote und die österreichweit einzigartigen Fortschritte im Bereich der Inklusion wurden ebenfalls erwähnt. Seit den Sommerferien 2016 sei man darum bemüht, Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 18,6 Millionen Euro umzusetzen.

Digitale Bildung sowie auch Politische Bildung als Angebot an die Kärntner Schulen waren weitere Schwerpunkte der Konferenz. Die Plattform Politische Bildung des Kärntner Landtages und des Landesschulrates will laut Landtagspräsident Reinhart Rohr durch mehrere Initiativen gezielt den Dialog zwischen Politik und Jugend verstärken. Das Interesse an Fragen und das Verstehen von politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen soll geweckt werden.

Wie Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger sagte, sei Kärntens Bildungswesen sehr gut unterwegs und man wolle in die Champions League kommen. Die Zukunft liege in den Händen der Lehrenden und der Direktorinnen und Direktoren. Uni-Rektor Oliver Vitouch wies auf die vielen Bildungsangebote der Alpen Adria Universität hin. Die Uni habe sich in den letzten Jahren im Bereich der Forschung sehr positiv entwickelt.

Info: www.eEducation.atwww.plattform-politische-bildung.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Foto: LPD/Just