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Nothilfe für Kärntner Milchbauern wird ab sofort ausbezahlt

16.09.2016
LR Benger zu Milchpreisverfall – Sonderhilfe in Höhe von 500.000 Euro gelangt kommende Woche als Transportkostenzuschuss zu den Milchlieferbetrieben
 Der akute Milch-Preisverfall hat die kleinstrukturierte Milchwirtschaft in Kärnten massiv unter Druck gebracht, einige Betriebe bis hin zur Existenzgefährdung. Hauptsächlich im Berggebiet, wo sich rund 80 Prozent der heimischen Milchbetriebe befinden, wurde der Preisverfall zur Überlebensfrage für die Familienbetriebe. Deshalb hat die Kärntner Landesregierung im Juni auf Antrag von Landwirtschaftsreferent LR Christian Benger als Nothilfe 500.000 Euro beschlossen, die die Milchbauern in den benachteiligten Gebieten erhalten sollen.

„Die Auszahlung erfolgt nun, die Milchbetriebe werden das Geld kommende Woche erhalten“, gab heute, Freitag, Benger bekannt. Immerhin verursache der Preisverfall ein durchschnittliches Einkommens-Minus von 8.600 Euro pro Betrieb. „Das verkraften die bäuerlichen Familien nicht“, so Benger. Diese Familienbetriebe haben zur Überproduktion auf Grund ihrer Betriebsgrößen sicher nicht beigetragen. Die Milch-Mädchen-Rechnung der industriellen Produktionsstätten in Europa, mehr Kühe, mehr Milch, mehr Umsatz, habe laut Benger die heimische, kleinstrukturierte Milchwirtschaft in den Abgrund gerissen.

„Die Milch geht alle an. Die Existenzfrage der Familienbetriebe im ländlichen Raum betrifft die gesamte Gesellschaft“, betonte Benger. Denn würden die Strukturen im ländlichen Raum wegfallen, gehe die Lebensmittelproduktion und damit Wertschöpfung im Land verloren, würden Investitionen fehlen, gehe die Kulturlandschaftspflege zurück, was wiederum den Tourismus massiv treffen würde.

Nicht nur die direkten finanziellen Hilfen für die Milchbauern seien entscheidend. Die öffentlichen Einrichtungen im Land, wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, können auch agieren. „Wer Steuergeld bekommt, muss heimische Lebensmittel kaufen. Das Bundesvergabegesetz lässt das jetzt zu. Es kann nicht sein, dass unser Steuergeld ins Ausland abfließt, damit Billigmilch aus Massenproduktionen importiert wird“, stellte Benger klar.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger