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Pflegewesen: „Family nurse“ geht in Kärnten an den Start

20.09.2016
LHStv.in Prettner: Mit zwei Kickoff-Veranstaltungen am 19. und 20. September beginnt Umsetzung des Pflegeprojektes Consenso – Vielversprechendes Modell der präventiven Versorgung im ländlichen Raum
Sieben diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte haben sich in den vergangenen Monaten zu einer Family and Community Nurse (FCN) ausbilden lassen um fit zu sein für das zukunftsweisende EU-Projekt Consenso Ziel dieses innovativen Pflegeangebotes ist es, Gesundheitsförderung im ländlichen Raum zu stärken.

„Gerade angesichts des demographischen Wandels ist es die Herausforderung der Zukunft, Menschen bei steigender Lebenserwartung auch ein Mehr an gesunden Jahren zu ermöglichen, indem rechtzeitig vorgesorgt wird. Mit Consenso schaffen wir ein maßgeschneidertes Angebot für Menschen außerhalb der Ballungszentren, um ihnen so lange wie möglich ein Leben im eigenen Haushalt zu sichern“, erklärte, heute, Dienstag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner.

In einem ersten Schritt wird das Projekt in acht Gemeinden angeboten: In Oberkärnten sind das Malta, Bad Kleinkirchheim und Ebene Reichenau, im Unterkärntner Raum nehmen die Gemeinden St. Paul im Lavanttal, St.Georgen im Lavanttal, Lavamünd, Sittersdorf und Bad Eisenkappel daran teil.

Die erste Kickoff-Veranstaltung fand gestern Abend in Ebene Reichenau statt. Mit dabei waren neben Prettner die Bürgermeister Karl Lessiak (Reichenau), Klaus Rüscher (Malta) und Matthias Krenn (Bad Kleinkirchheim). Besonders erfreulich: das große Interesse der Bevölkerung. Heute, Dienstag, geht St. Paul/Lavanttal an den Start (16.30 Uhr). Danach geht es für die sieben Nurses zu einer letzten einwöchigen Schulung.

Ab 26. September sind sie dann vor Ort im Einsatz. Konkret werden sie bei betroffenen Personen und deren familiären Umfeld in regelmäßigen Besuchen etwaige Risikofaktoren erheben und entsprechende Maßnahmen und Strategien entwickeln. Sie sollen zudem eine Schnittstelle sein zwischen den Betroffenen, Organisationen, Ärzten, Krankenhäusern etc. „Das Augenmerk liegt in der Prävention“, sagt Prettner. Zum einen wolle man nicht warten, bis etwas passiert, zum anderen würden gerade im Alter gesundheitliche Verschlechterungen schleichend und daher oft von der Person selbst unbemerkt voranschreiten.

Das Angebot ist für die Betroffenen kostenlos, finanziert wird es von der EU und dem Land Kärnten. Der federführende Lead-Partner von Consenso ist die „Regione Piemonte Direzione Sanita“ mit Sitz in Turin. Von mehr als 200 eingereichten Pflegeprojekten wurde Consenso an die zweite Stelle gereiht. In Kärnten ist die Pilotphase bis Feber 2018 anberaumt, danach kommt es zu einer Evaluierung. Als Partner konnten die AVS und das Rote Kreuz gewonnen werden.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner/Hafner