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POLITIK

Regierungssitzung 5 - Fischbestand in Kärntens Flüssen immer geringer

20.09.2016
LR Darmann: Massiv steigende Fischotter-Population in den Griff bekommen – Lokal begrenzte Regulierung nach dem Vorbild Niederösterreichs denkbar

In der heutigen Regierungssitzung berichtete Jagdreferent LR Gernot Darmann über die Situation des Fischotters und des Bibers in Kärnten. Der Bericht wurde einstimmig zur Kenntnis genommen. Es gab Übereinstimmung der Regierungsmitglieder, gemeinsam an einer raschen Lösung zu arbeiten.

„Ein Vorschlag wäre, verursachte Schäden so lange durch einen Artenschutzfonds abzudecken, bis eine sicherlich notwendige Regulierung des Bestandes zu greifen beginnt. Bei Gefahr im Verzug, somit der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, oder zum Schutz anderer wild lebender Tiere könnte man nach dem Vorbild Niederösterreichs gleich eine punktuell und lokal begrenzte Regulierung und Bewirtschaftung des Fischotters und des Bibers anstreben“, so Darmann.

In Kärnten spitzt sich die Situation in Bezug auf die durch internationale Artenschutzabkommen geschützten Fischotter und Biber insofern zu, als einerseits die Schäden die von diesen Tierarten verursacht werden enorm zunehmen und andererseits eine finanzielle Unterstützung der Geschädigten alleine durch die Jagd wegen fehlender finanzieller Mittel nicht mehr möglich ist. Einzelne Fischereiberechtigte und Fischereiausübungsberechtigte in Kärnten haben daher bereits mitgeteilt, dass sie beabsichtigen gegen das Land Kärnten eine Klage einzubringen.

Dabei stützen sie sich auf ein Gutachten des Sachverständigen Ulrich Habsburg -Lothrigen vom Juli 2016, in welchem der jährliche, vom Fischotter verursachten Schaden – unter Annahme eines Bestandes von derzeit 193 Fischottern in Kärnten - durch Ausfraß auf rund zwei Millionen Euro geschätzt wird. Der Fischbestand in vielen Kärntens Flüssen wird dadurch immer geringer. Durch Reduktion der Fischbiomasse pro ha komme es darüber hinaus zu einer Wertminderung des Fischwassers. Der dadurch entstandene Schaden würde sich zusätzlich für ganz Kärnten auf einmalig rund 11,5 Millionen Euro belaufen.

„Genauso wie beim Biber gilt auch für den Fischotter, dass die Jäger kein Interesse an einer Bejagung haben, aber eine Entnahme im Sinne der Fischwirtschaft und der Erhaltung des Biotopes Fluss in Kärnten notwendig sein wird. Es wäre fahrlässig, bei der aktuellen Entwicklung weiter zuzuschauen, bis Fischereiberechtigte tatsächlich vom Land Ersatz ihrer enormen Schäden fordern“, betonte der Jagdreferent. Im Fokus seien dabei der Fang und das Umsiedeln der Tiere. „Institutionen und Organisationen etwa in Bayern, den Abruzzen oder den Niederlanden haben schon Interesse an den Tieren gezeigt“, so Darmann.


Rückfragehinweis: Büro LR Darmann
Redaktion: Aichbichler/Zeitlinger