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Geopark Karawanken als gemeinsames Zukunftsprojekt von Kärnten und Slowenien

20.09.2016
LH Kaiser, Sloweniens Ministerin Smerkolj und Geopark-Bürgermeister informierten über neues, EU-kofinanziertes Projekt
Der Geopark Karawanken liegt am Gebiet von insgesamt 14 Gemeinden, neun in Kärnten und fünf in Slowenien. Als Erfolgsmodell der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wird er auf innovative Weise und mit viel Engagement weiterentwickelt. Anschaulich auf rund 1.700 Meter Seehöhe im ehemaligen Berggasthaus Siebenhütten auf der Petzen präsentiert wurde heute, Dienstag, das Projekt „Zukunft Europa – Identität, Internationalisierung und Institutionalisierung – Geopark Karawanken“ (EUfutuR). Es wurde im Rahmen des INTERREG-Programmes Slowenien-Österreich 2014-2020 zur Kofinanzierung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung genehmigt. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser und die slowenische Ministerin Alenka Smerkolj informierten darüber gemeinsam mit Geopark-Bürgermeistern aus beiden Ländern. Mit abenteuerlichem Naturerlebnis, Wandern, Radfahren und Bildung will man touristisch punkten.

Kaiser meinte, dass der Geopark das beste Beispiel dafür sei, wie man europäische, grenzüberschreitende Zusammenarbeit entwickle und wie sie funktioniere. Hervorgegangen sei er aus der ARGE Petzenland, die kurz nach dem EU-Beitritt Sloweniens gegründet worden sei. „Schon diese ARGE war eine Kreativwerkstatt für die Suche nach einer gemeinsamen Identität, für das gemeinsame Entwickeln touristischer Projekte“, so Kaiser. Der unter dem UNESCO-Prädikat stehende Geopark Karawanken sei eine beispielgebende Naturerlebniskooperation zwischen Österreich und Slowenien. „Als der Skibetrieb auf der Petzen gefährdet war, haben Menschen in beiden Ländern die Initiative ergriffen und es ist eine Ganzjahreszukunft gelungen“, erklärte er weiter. In der letzten Förderperiode 2007-2013 seien 2,5 Mio. Euro in diese Idee geflossen. Das nunmehr genehmigte Projekt EUfutuR sei ein großes Beispiel für das Europa der Regionen, betonte der Landeshauptmann.

Ministerin Smerkolj, für strategische Projekte und Kohäsion verantwortlich, sprach ebenfalls von einer beispielgebenden grenzüberschreitenden Kooperation. Diese wolle man auch in der Förderperiode 2014-2020 mit Volldampf weiterverfolgen. Man ziele bei den Projekten auf gemeinsame Erlebnisse, nachhaltige Wirkung und die grenzüberschreitende Ausrichtung.

Der Neuhauser Bürgermeister Gerhard Visotschnig als Vorsitzender der ARGE Geopark Karawanken und Bürgermeister Dušan Krebel aus Mežica als Vorsitzender-Stellvertreter informierten über EUfutuR. Durch das Projekt sollen die bilaterale Identität und Bekanntheit des Geoparks gestärkt werden. Unter anderem will man ein ganzjähriges Veranstaltungsprogramm und ein Geopark-Festival entwickeln. Weiters will man die internationale Bedeutung als UNESCO Global Geopark hervorheben, etwa durch eine Konferenz der diesem weltweiten Netzwerk angehörenden Geoparks. Weiteres Ziel ist die Gründung eines Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ). Verstärkt werden soll die Zusammenarbeit zwischen lokalen Gemeinschaften, Schulen, Kindergärten, der lokalen Bevölkerung. Stärken will man die Sprachkompetenz der Bürgerinnen und Bürger, die bilaterale Identität soll durch Veranstaltungen, Sport, Kunst, Kultur bewusster gelebt werden.

Über weitere Entwicklungsperspektiven für den Geopark Karawanken sprachen die Bürgermeister Jakob Strauß aus Sittersdorf und Matija Tasič aus Prevalje. Laut Strauß hat man die „Geoparkoffensive 2020“ eingeläutet, um die gesamte Region zukunftsfit zu machen. Man wolle international eine Naturerlebnisdestination etablieren. Wanderangebote und Schulworkshops solle es u.a. geben, Geoparkranger sollen ausgebildet werden. Man wolle eine Synergie aus Naturschutz und Tourismus. Tasič erwähnte die Vorhaben „NaKult“ und „NatureGame Petzen“. Letzteres sei als Spiel geplant, das Bewegung und Wissensvermittlung kombiniere. Schwerpunkte im Geopark sollen Radfahren und Abenteuererlebnisse sein. Der Bürgermeister meinte auch, dass man Europa stärker als Chance wahrnehmen sollte.

Moderiert wurde die Pressekonferenz von Darja Komar und Gerald Hartmann von der ARGE Geopark Karawanken.

Infos unter www.geopark-karawanken.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; ARGE Geopark Karawanken
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Eggenberger