News

POLITIK

Landtag – Klares Bekenntnis für heimische Produkte in Kärntner Einrichtungen

22.09.2016
LHStv.in Schaunig verwies auf Bestbieterprinzip und Initiativen – LR Benger: „regional ist genial“ schafft Arbeitsplätze und Einkommen – Gratulation an Zweiten LT-Präsident Schober zum Geburtstag
„Kärntner Lebensmittel in Kärntner Einrichtungen“ lautete heute, Donnerstag, das Thema der Aktuellen Stunde in der 53. Sitzung des Kärntner Landtages. Seitens der Landesregierung meldeten sich Finanzreferentin LHStv.in Gaby Schaunig sowie Agrar- und Wirtschaftslandesrat Christian Benger zu Wort. Glückwünsche gab es im Rahmen der Sitzung für den Zweiten Landtagspräsidenten Rudolf Schober – er feiert seinen 70. Geburtstag.

Finanzreferentin Schaunig erklärte, dass in Kärnten seit einiger Zeit das Bestbieterprinzip bei öffentlichen Aufträgen konsequent umgesetzt werde – besonders im Straßen- und Wohnbaubereich. Sie dankte Agrarlandesrat Christian Benger und Krankenanstaltenreferentin LHStv.in Beate Prettner, die das Bestbieterprinzip auf die regionale Lebensmittelproduktion ausweiten. Laut Schaunig stammten 2015 vom Einkaufsvolumen der Kabeg 83 Prozent aus dem Kärntner Handel. Neue Initiativen seien hier wichtig, wie etwa eine Clusterbildung bäuerlicher Vermarkter.

Die Finanzreferentin verwies auf weitere Maßnahmen Prettners wie die „Gesunden Gemeinden“ und die „Gesunden Küchen“. Letztere würden rund 850.000 gesunde Essensportionen im Jahr kochen. Gemeinsam mit Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser und den Kärntner Seminarbäuerinnen forciere Prettner als Gesundheitsreferentin auch die „Gesunde Schule“ und den „Gesunden Kindergarten“. Weiters hob Schaunig Initiativen im Tourismusbereich hervor, welche die Beschaffung von regionalen Produkten verstärken sollen. Ebenso wichtige Faktoren seien für sie die regionalen Veranstaltungen um zum Beispiel Brot, Käse, Speck oder Honig – und natürlich die „Macht der Konsumenten“. Internationale Abkommen müssten im Sinne regionaler Produzenten genau betrachtet und hinterfragt werden.

Für Benger betrifft die Debatte der Aktuellen Stunde die gesamte Kärntner Wirtschaft. „Ich bin ein bekennender Freund heimischer Qualitätsprodukte“, betonte er. Benger verwies auf seine Initiative „regional ist genial“ sowie auf die volkswirtschaftliche Dimension von Regionalität. Eine zentrale Mitverantwortung liege beim Konsumenten. „Wir selbst können entscheiden, wo und was wir einkaufen – ob Arbeitsplätze, Einkommen, Wertschöpfung, Kaufkraft und Wettbewerbskraft im Land bleiben“, meinte der Landesrat. Aber was man vom Konsumenten verlange, habe laut Benger die öffentliche Hand vorzuleben. Für ihn haben Einrichtungen, die vom Steuerzahler finanziert werden, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen, Kindergärten seien in der Lebensmittelbeschaffung zudem große Nachfrager. „Öffentliche Institutionen, die mit Steuergeld finanziert werden, sollten auch heimische Produkte kaufen, damit unser Geld im Land bleibt und hier den Wirtschaftskreislauf in Schwung hält“, so Benger. Er dankte Krankenanstaltenreferentin Prettner für ihre entsprechenden Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Kabeg. „Sagen wir Ja zu Kärntner Produkten. Unsere Leitlinie muss sein: daheim kaufe ich ein“, so Benger.

Seitens der Kärntner Landwirtschaftskammer wurden allen Fraktionen Kostprobenkörbe mit heimischen Produkten zur Verfügung gestellt. Landtagspräsident Reinhart Rohr bedankte sich dafür bei Präsident Johann Mößler und Landesbäuerin Sabine Sternig, die auf der Zuhörertribüne anwesend waren. Rohr sagte auch, dass auf Einladung von Jubilar Rudolf Schober die Kärntner Fleischer um Innungsmeister Raimund Plautz in der Mittagspause für das leibliche Wohl der Abgeordneten sorgen werden.

Rohr hielt bei der Feier die Laudatio für Schober. Dieser wurde am 28. September 1946 geboren. Er absolvierte eine Mechanikerlehre, war als Gendarmeriebeamter mehrere Jahre auf verschiedenen Posten in Kärnten eingesetzt und war auch Kriminalbeamter bei der Bundespolizeidirektion Klagenfurt. Seit 1999 ist er Abgeordneter zum Kärntner Landtag und seit 2009 Zweiter Präsident des Kärntner Landtages. Schober ist zudem Präsident des Kärntner Zivilschutzverbandes. Er lebt in Wutschein, Pischeldorf, ist verheiratet, zweifacher Vater und Großvater. Zu seinen Hobbys zählen Wandern, Radfahren, Heimwerken und sein Oldtimertraktor, sehr aktiv tätig ist er auch in der Landwirtschaft der Familie. Rohr charakterisierte Schober als Politiker, der den Menschen helfen, der der Jugend Zukunftsperspektiven geben und Werte vermitteln wolle. „Rudi ist ein Mensch mit besonderer Ausstrahlung und Freundlichkeit sowie einem guten Schmäh“, meinte der Landtagspräsident.

Landeshauptmann Peter Kaiser gab allen anwesenden Gratulantinnen und Gratulanten das Zeichen, ein „Happy Birthday“ für Schober anzustimmen. Neben politischen Vertreterinnen und Vertretern waren auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landtagsamt und Landtagsklubs anwesend. Von der Landesregierung gratulierten neben Kaiser auch die Landeshauptmannstellvertreterinnen Beate Prettner und Gaby Schaunig sowie die Landesräte Gernot Darmann und Christian Benger.

Zu einer Gedenkminute wurde von Landtagspräsident Rohr während der Sitzung für den früheren Landtags- (1965-1970) und Nationalratsabgeordneten (1970-1986) sowie Bürgermeister von Straßburg (1961-1991), Wilhelm Gorton, aufgefordert. Er ist im August im 94. Lebensjahr verstorben.


Rückfragehinweis: Büros LHStv.in Schaunig/LR Benger; Kärntner Landtag
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Just